Die Handballer des Regionalligisten blieben ihren Fans vieles schuldig. Die SG Langenfeld dagegen sitzt Spitzenreiter Bonn nun dicht im Nacken. Oberligist Angermund verlor gegen Remscheid.

Die Handballer des Regionalligisten blieben ihren Fans vieles schuldig. Die SG Langenfeld dagegen sitzt Spitzenreiter Bonn nun dicht im Nacken. Oberligist Angermund verlor gegen Remscheid.
Auch Lars Jäckel markierte für die SG Ratingen lediglich zwei Treffer. Sein Team hatte gegen Homberg klar das Nachsehen.

Auch Lars Jäckel markierte für die SG Ratingen lediglich zwei Treffer. Sein Team hatte gegen Homberg klar das Nachsehen.

Martin Gensch erzielte zehn Treffer für den TV Angermund gegen die HG Remscheid und war bester Werfer seines Teams. Archiv

Achim Blazy, Bild 1 von 2

Auch Lars Jäckel markierte für die SG Ratingen lediglich zwei Treffer. Sein Team hatte gegen Homberg klar das Nachsehen.

Ratingen. Es waren eine ganze Reihe von Gründen, die Khalid Khan aufzählte, um die Niederlage gegen den VfB Homberg zu erklären. Der Gegner sei doppelt so gierig und seiner Mannschaft körperlich überlegen gewesen, führte der Trainer der SG Ratingen als mentale und physische Ursachen an. Im Ohr blieb vor allem aber auch seine Kritik an David Ferne und Jascha Schmidt, denen Khan „eine nicht messbare Torwart-Leistung“ bescheinigte. Die wenigen Paraden der SG-Schlussmänner sorgten unter anderem dafür, dass der Handball-Regionalligist die Partie überraschend deutlich mit 20:27 (9:12) verlor und damit die zweite Heimniederlage der laufenden Saison kassierte.

„Das Ergebnis ist viel zu hoch ausgefallen. Aber wir haben gegen einen hervorragend eingestellten Gegner total verdient verloren“, sagte Khan und verschonte schließlich auch die gesamte Mannschaft in seiner kritischen Analyse nicht. „Nicht nur die Torhüter, sondern auch das ganze Team hat seine Leistung nicht gebracht.“ Folglich war es die bisher höchste Saison-Niederlage der SGR, die mit 14:6-Punkten weiterhin den dritten Platz belegen, aber die Spitze davonziehen lassen mussten.

Die SG lief von Beginn an einen Rückstand hinterher und ging schließlich mit einem 9:12-Rückstand in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel sollte sich dann eine entscheidende Phase der Begegnung abspielen. Die Ratinger erwischten den besseren Start in den zweiten Durchgang und erzielten schnell den Ausgleich (34.). Plötzlich waren die Gastgeber zurück im Spiel, verpassten es allerdings im Anschluss – wie in der gesamten Partie – überhaupt einmal in Führung zu gehen. Und so zeigte sich dann wieder das gleiche Bild wie vor dem Seitenwechsel. Homberg führte, die Ratinger rannten hinterher, in der Hoffnung das Spiel noch irgendwie zu drehen. Jene Hoffnung verabschiedete sich in den letzten zehn Minuten jedoch endgültig, als die Gäste sich erstmals mit sechs Toren absetzen konnten (52.). Auch eine dritte SG-Auszeit (52.) brachte keine Wende mehr – zumal Malte Jäger, der Homberger Schlussmann, im Gegensatz zu den Ratinger Torhütern eine starke Leistung zeigte. jew

Die SG Langenfeld setzt sich in der Tabellenspitze fest

Sie gewinnen einfach weiter und scheinen langsam Gefallen daran zu finden, sich in der Spitze der Handball-Regionalliga zu etablieren. Die Überraschung ist allerdings weniger, dass der Drittliga-Absteiger SG Langenfeld (SGL) am Sonntagabend bei TuSEM Essen II einen Sieg holte – obwohl vermutlich niemand ernsthaft mit einem letztlich ungefährdeten 28:21 (12:9) gerechnet hätte. Viel erstaunlicher: Das Team von Trainer Jurek Tomasik baute sein Konto in den vergangenen Wochen trotz größerer personeller Probleme aus. Nach dem Erfolg in Essen hat Langenfeld 18:2 Zähler gesammelt. Das reicht aktuell zum zweiten Tabellenplatz hinter dem TSV Bonn rrh. (19:3), der bereits einmal mehr im Einsatz war. Der Dritte SG Ratingen (14:6) liegt ein etwas größeres Stück zurück und die Konkurrenz ab Rang vier (TuS 82 Opladen/12:10) hat zumindest momentan mit der Vergabe der Spitzenpositionen nichts zu tun.

Langenfeld begann konzentriert, fand allerdings zunächst keine richtige Linie. Dass dennoch kein größerer Schaden entstand, war unter anderem das Verdienst von Torhüter Alexander Riebau. Der Keeper lieferte zum wiederholten Mal eine überzeugende Leistung ab und parierte einige sehr schwierige Bälle. Der gute Auftritt des Torhüters wirkte sich auch auf die Abwehr aus, die unter dem Strich die Basis zum Erfolg legte. Es war dann die typische Wechsel-Wirkung: Spielt der Mann zwischen den Pfosten gut, hilft das der vor ihm arbeitenden Deckung – und umgekehrt.

Der TV Angermund hat gegen die HG Remscheid klar das Nachsehen

Wolfgang Richter, der Handball-Boss des TV Angermund (TVA), hatte vor dem Oberliga-Heimspiel gegen HG Remscheid irgendwie ein ungutes Gefühl: „Ich kann mich überhaupt daran nicht erinnern, dass wir jemals gegen diese Remscheider etwas gewonnen haben.“ Seine Befürchtungen trafen ein. Die Blau-Weißen konnten nie an die gute Leistung von zuletzt gegen Unitas Haan anknüpfen und unterlagen klar mit 25:29 (13:14). Die Hoffnung, wieder oben in der Verfolgergruppe mitmischen zu können, ist damit erst einmal zu den Akten gelegt. In der zweiten Halbzeit rutschte der TVA in ein unerklärliches Tief, und beim 14:20 (40.) war schon eine Vorentscheidung gefallen. Beim 17:26 (50.) drohte sogar eine deftige Heimabfuhr. In der Endphase zeigten die Blau-Weißen allerdings viel Charakter, denn sie drehten noch einmal mächtig auf und beim 22:26 (54.) war plötzlich wieder unerwartete Spannung da. Dieser Endspurt kostete allerdings eine Menge Kraft, und Remscheid nahm die Punkte letztlich ungefährdet mit. wm

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