Nach der Niederlage gegen Soest herrscht im Handball-Team des Drittligisten richtig dicke Luft.

Nach der Niederlage gegen Soest herrscht im Handball-Team des Drittligisten richtig dicke Luft.
Ratlose Gesichter beim Löwenrudel – diese Szene stammt aus dem Heimspiel gegen Neuss, das deutlich verloren ging.

Ratlose Gesichter beim Löwenrudel – diese Szene stammt aus dem Heimspiel gegen Neuss, das deutlich verloren ging.

Achim Blazy

Ratlose Gesichter beim Löwenrudel – diese Szene stammt aus dem Heimspiel gegen Neuss, das deutlich verloren ging.

Ratingen. Nach der inzwischen vierten Pleite in Folge ist die Stimmung beim Handball-Drittligisten SG Ratingen ziemlich gedrückt. Das 22:23 gegen den Soester TV – nach deutlicher Führung – tat richtig weh. Vor allem, weil es ein Spiel war, das nicht verloren werden musste. Was ist los beim Löwenrudel? Natürlich tun die Ausfälle Spielertrainer Simon Breuer mächtig weh. Gegen Soest fehlten Arthur Giela und, kurzfristig, Rechtsaußen Mike Schulz. Der Trainer mutmaßte, dass die Partie vielleicht anders ausgegangen wäre, wenn Schulz hätte spielen können. Möglich. Faktisch ist es jedoch so, dass die SG nach einer starken Anfangsphase, in der Soest geradezu an die Wand gespielt wurde, vom Gegner irgendwann gelesen wurde: Soest stellte seine Deckung um, hielt die Kreisläufer, die in de Beginnphase nach Belieben trafen, aus dem Spiel. Und vorne agierte der Abstiegskandidat plötzlich viel variabler und stellte die Ratinger Defensive vor immer größere Probleme.

Der hohe Vorsprung wurde Treffer um Treffer verschenkt

Variabilität, die den Ratingern weitgehend abging. Denn der bei den Gästen erkennbare Lerneffekt blieb beim Löwenrudel aus. Es gab keinen Plan B, der hohe Vorsprung wurde Treffer um Treffer verschenkt, eigene Angriffe wurden reichlich planlos – und vor allem oft überhastet – vorgetragen. „Wir waren nicht in der Lage, den Schalter noch einmal umzulegen“, sagte Bastian Schlierkamp. Irgendwann musste gar Dominic Kasal wieder ran. Der Spielmacher, der nach seinem Fußbruch erst einmal gespielt hatte, war völlig ohne Spielpraxis, wie er selber hinterher zugab. Der Mannschaft helfen konnte er so jedenfalls nicht.

„Wir haben am Dienstag vor dem Spiel in einem Test gegen Zweitligist Dormagen 29 Tore geworfen“, sagte Schlierkamp, der gegen Soest erstmals selbst in der Dritten Liga auflief. „Da klappte, was nun gar nicht funktionierte.“ Die Außen waren trotz starker Anfangsphase von Florian Schlierkamp völlig wirkungslos, der Kreis wurde von den Gästen ziemlich erfolgreich gedeckt. So musste der Rückraum ran. Und dort wird Arthur Giela schmerzlich vermisst.

„Wir haben am Dienstag vor dem Spiel in einem Test gegen Zweitligist Dormagen 29 Tore geworfen. Da klappte, was nun gar nicht funktionierte.“

Bastian Schlierkamp

Der beste Werfer des Löwenrudels schleppte sich auf Krücken durch die Halle. Wann er nach seiner Achillessehnenverletzung zurückkehren kann, ist fraglich. Gegen Soest jedoch wurde wieder klar: Ohne ihn geht es kaum. Vor allem nicht dann, wenn andere, wie Simon Breuer oder Ben Schütte, einen schlechten Tag erwischen.

Mitten in die Katerstimmung hinein scheint sich auch noch ein Personalwechsel anzubahnen. Torhüter Mathis Stecken kam gegen Soest nur für Siebenmeter aufs Feld, es ging das Gerücht, dass er den Klub verlassen wird. Trainer Breuer verwies darauf, dass sowohl Stecken, als auch Malte Jaeger ihre Spielanteile erhielten – und beide nicht überzeugten, wenn sie jeweils ins Spiel starten durften. Gut möglich, dass Stecken über seine neue Rolle, in der er nicht mehr die klare Nummer eins ist, unzufrieden ist. Konkret etwas dazu sagen wollte der Schlussmann nicht.

Von den Abstiegsrängen trennen die SG nur noch drei Punkte

Der Mannschaft helfen solche Nebenkriegsschauplätze nicht weiter. Sie steht nach der Pleite nur noch drei Punkte vor den Abstiegsrängen. Dazwischen stehen zwar noch einige Vereine als Puffer. Doch viele Niederlagen darf sich das Löwenrudel nicht mehr erlauben. Leichter gesagt als getan.

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