Der Neustart der Handballer in der Regionalliga hatte Höhen und Tiefen. Am Ende der Hinrunde ist klar: Für das Löwenrudel war noch mehr drin.

Der Neustart der Handballer in der Regionalliga hatte Höhen und Tiefen. Am Ende der Hinrunde ist klar: Für das Löwenrudel war noch mehr drin.
Der ehemalige Bundesligaspieler Ace Jonovski wechselte zur SG Ratingen und zählt inzwischen zu den wichtigsten Akteuren.

Der ehemalige Bundesligaspieler Ace Jonovski wechselte zur SG Ratingen und zählt inzwischen zu den wichtigsten Akteuren.

Achim Blazy

Der ehemalige Bundesligaspieler Ace Jonovski wechselte zur SG Ratingen und zählt inzwischen zu den wichtigsten Akteuren.

Ratingen. Passender hätte das Handball-Jahr der SG Ratingen wirklich nicht enden können. Ein Freiwurf in letzter Sekunde von Marcel Müller landet bei den Adlern Königshof im Block, von dort trudelt er ins Tor – und das Löwenrudel siegt so im letzten Spiel des Jahres mit 24:23, holt zwei Punkte für die Tabelle und gewinnt gleichzeitig den Niederrheinpokal. Es ist gleichzeitig auch ein versöhnlicher Abschluss eines Neustarts, der mit Höhen und Tiefen aufwartete. Zum Beispiel der Pleite im ersten Heimspiel. „Da wollten wir nach dem Spiel genau erklären, wie wir künftig alles besser machen wollen“, stellt Geschäftsführer Bastian Schlierkamp fest. „Und sitzen dann nach der deutlichen Klatsche gegen Köln-Wahn wie begossene Pudel da.“

Es sollte jedoch kein Vorbote sein. Denn das Löwenrudel steigerte sich unter dem neuen, fordernden Trainer Khalid Khan von Woche zu Woche. Spätestens nach dem klaren 36:31-Sieg der Ratinger beim bis dato unbesiegten Spitzenreiter Bonn galt die SGR als Titelaspirant – um sich dann jedoch mit unnötigen (20:27 gegen Homberg, 33:37 gegen Opladen) und unglücklichen (28:31 in Langenfeld) Pleiten die gute Ausgangslage komplett zu verbauen.

„Unter dem Strich ist Platz vier für uns okay“, betont Schlierkamp. „Nach dem totalen Schiffbruch in der vergangenen Saison wollten wir den Neustart, und den haben wir gemeistert.“ Der Geschäftsführer betont, dass es ihm und Trainer Khan besonders darum ging, eine junge Mannschaft mit Charakter auf die Platte zu schicken. „Wir haben viele Jungs, die wir entwickeln wollen. Das ist dann halt auch nicht immer konstant“, betont Schlierkamp. Grandiose Auftritte wie beim Sieg in Bonn wechselten sich mit Schauerspielen wie gegen Köln-Wahn oder in Opladen ab.

„Nach dem totalen Schiffbruch in der vergangenen Saison wollten wir den Neustart, und den haben wir gemeistert.“

Bastian Schlierkamp, Geschäftsführer der SG Ratingen

Dennoch zieht Schlierkamp insgesamt ein positives Fazit. „Wir spielen wieder attraktiven Handball, werfen die meisten Tore der Liga“, sagt er. Die jungen Spieler würden sich gut entwickeln, besonders Yannik Nitzschmann als Eigengewächs und Dominik Jung haben einen großen Sprung nach vorne gemacht. Und Spielmacher Simon Breuer legt – auch wenn er zum Saisonende in Ratingen aufhören will – eine grandiose Hinrunde hin. Den wichtigsten Sprung sehen die SGR-Verantwortlichen jedoch im zwischenmenschlichen Bereich. „Menschlich haben wir einen enormen Schritt nach vorne gemacht. Mit Kai Funke, Jascha Schmidt und Ace Jonovski haben wir gute Spieler und gute Typen bekommen“, betont Schlierkamp. Wie gut, zeigt, dass eine SGR-Delegation Anfang des Jahres nach Kroatien reisen wird, um Jonovski bei der Handball-Europameisterschaft zu unterstützen. „Er hat uns sogar mit Nationaltrikots ausgestattet“, sagt Schlierkamp schmunzelnd.

Zwei Probleme gibt es dennoch – denn durch den Abgang von Moritz Barkow steht Funke als Kreisläufer ganz allein auf weiter Flur. Zudem fehlt ein starker Mann in der Deckung neben Jonovski. Hier soll das Eigengewächs Patrick Achenbach dank seiner stabilen körperlichen Voraussetzungen zum Abwehrspieler aufgebaut werden. Dennoch sondiert die SGR den Markt. „Wir halten die Augen offen, es gibt einige Gespräche“, betont Schlierkamp. „Konkret ist aber leider noch nichts.“

„Wir haben viele Jungs, die wir entwickeln wollen. Das ist dann halt auch nicht immer konstant.“

Bastian Schlierkamp, Geschäftsführer der SG Ratingen

Auch hinter den Kulissen passiert einiges. Die Arbeitsgemeinschaften, die Zusammenhalt, Fankultur und den sportlichen Bereich fördern sollen, haben die Arbeit aufgenommen – und auch der Austausch mit Stadt und Hallen-Verantwortlichen wird besser. „Wir arbeiten sehr gut mit Haupt-Hallenwart Udo Holthaus zusammen“, sagt Schlierkamp. „Er versucht, uns viele Wünsche zu ermöglichen.“

In Sachen sportlicher Konstanz wird er dem Löwenrudel aber nicht helfen können – da sind andere verantwortlich.

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