Der Handball-Regionalligist meldet den Ausfall von André Boelken. In der Oberliga empfängt ME-Sport die Haaner Unitas.

Der Handball-Regionalligist meldet den Ausfall von André Boelken. In der Oberliga empfängt ME-Sport die Haaner Unitas.
Kai Müller fordert eine konzentrierte Leistung.

Kai Müller fordert eine konzentrierte Leistung.

André Boelken (l.) muss in den nächsten Wochen verletzt pausieren. Archiv

Jürgen Tiedermann moniert die zuletzt schwache Ausbeute.

Staschik, Bild 1 von 3

Kai Müller fordert eine konzentrierte Leistung.

Kreis Mettmann. Sein Ausfall wiegt schwer. Das zeigt ein einfacher Blick auf die Zahlen. Mit 73 Toren ist André Boelken schließlich in dieser Saison der beste Torschütze des Handball-Regionalligisten SG Langenfeld (SGL). Es ist auch eine ungewöhnliche Moment-Aufnahme für den Spielmacher, der ja eigentlich die Bälle in der Mitte des Feldes an die Mannschaftskollegen verteilen soll. „Ich kam einfach oft und erfolgreich selbst zum Abschluss“, sagt der 23 Jahre alte Rechtshänder. Im selben Moment weiß er aber, dass sich an seiner Ausbeute in den kommenden Wochen nichts ändern wird.

Ermüdungsbruch im Schienbein bedeutet zwei Monate Pause

Ein Ermüdungsbruch im linken Schienbein – links ist das Sprungbein – zwingt den Langenfelder zu einer etwa zweimonatigen Monaten Pause ohne Ball. Vielleicht geht es schneller, vielleicht dauert es länger. Wann genau der so wichtige Spieler in die Mannschaft von Trainer Jurek Tomasik zurückkehrt, hängt vom Heilungsverlauf ab. „Wir versuchen, den Prozess mit einer Stoßwellen-Therapie zu beschleunigen. Aber wir müssen sehen, wie gut das klappt“, sagt Boelken. Es hört sich skeptisch und zuversichtlich zugleich an. Andere Knochenbrüche seien in der Vergangenheit vergleichsweise schnell verheilt: „Vielleicht ist es ja jetzt genauso“, sagt er.

Seine aktuelle Verletzung ist eine ganz besondere, denn ein Ermüdungsbruch kommt eher schleichend als plötzlich. Ein kleiner Riss zieht sich durch den Knochen von Boelken und sorgt erst beim Sport für große Schmerzen. Ende des vergangenen Jahres spielte der Handballer nur noch unter dem Einsatz Schmerzmitteln. „Die letzten drei Spiele waren trotzdem die Hölle“, betont der Regisseur. Jetzt darf er sein Bein für rund sechs Wochen nicht schwer belasten, um keinen Bruch des gesamten Knochens zu riskieren. „Eine Alternative gibt es nicht“, sagt Boelken. Immerhin: Im Alltag verspürt er kaum Probleme.

Im Derby heute (19.15 Uhr, Bielerthalle) beim TuS 82 Opladen wird der Student trotzdem nur als moralische Unterstützung auf der Bank sitzen. Überlegungen, ihn lediglich für die Siebenmeter ins Spiel zu bringen, verwarfen er und Trainer Tomasik gemeinsam. „Ich versuche zu helfen, wo ich kann. Aber das hätte keinen Sinn ergeben“, erklärt Boelken. Zum Jahresauftakt beim Elften VfB Homberg (29:29) ließen die Langenfelder gleich vier Siebenmeter ungenutzt.

„Eigentlich würde ich mir wegen meines Ausfalls keine Gedanken um unsere weitere Saison machen, aber wir gehen personell schon sehr am Stock“, findet Boelken. Viel Verantwortung liegt jetzt bei seinem Teamkollegen André Eich: „Wenn er mal einen schlechten Tag erwischt, wird es schwer.“ Hinzu kommen weitere Ausfälle – unter anderem Maurice Meurer (Adduktorenzerrung), mit dem Boelken bisher immer hervorragend harmonierte.

Ähnlich wie sein Trainer („Wir haben teilweise über unsere Verhältnisse gespielt“) glaubt Boelken, dass die SGL in der starken Hinrunde hier und da Glück hatte. „Es gab Spiele, in denen wir schlechter waren und trotzdem gewonnen haben“, sagt der Handballer aus Leidenschaft. Dennoch steht für ihn fest: „Ich traue der Mannschaft zu, da oben zu bleiben.“ Gegen Ende März will er zurück sein. „Wenn wir dann noch um den ersten Platz spielen, wäre das super“, meint Boelken, der durchaus ehrgeizig ist: „Für mich persönlich wäre der zweite Platz eine Enttäuschung. Ich will Erster werden und aufsteigen.“ mol

Auf dem Papier haben die Gäste aus Haan die Favoritenrolle

Zwölf Spieltage sind in der Oberliga absolviert. Im Hinrunden-Endspurt steigt die Spannung, zumal heute (17.30 Uhr, Herrenhaus) die Handballer von MESport das Team der DJK Unitas Haan empfangen. Auf dem Papier scheinen die Gäste als Tabellenvierter die Favoritenrolle beim Viertletzten einzunehmen. In der Realität stellt sich die Situation allerdings etwas verzwickter dar. Denn beide Lokalrivalen verzeichneten in den vergangenen Wochen eine magere Bilanz. Auch wenn die der Unitas mit einem Sieg in vier Meisterschaftsbegegnungen etwas besser ausfällt. Die Mettmanner holten in sechs Partien sogar nur einen Zähler – zu wenig, um auf Dauer einen Platz im Mittelfeld der Liga zu behaupten. Beiden Kontrahenten gemein ist: Sie starteten mit einem Negativerlebnis ins neue Jahr. Während ME-Sport im „Bunker“ des TSV Aufderhöhe den Kürzeren zog, hatten die Unitas-Handballer wieder einmal in eigener Halle das Nachsehen.

Die Lage ist ernst, das hat auch Jürgen Tiedermann erkannt. „Wir stehen langsam unter Druck“, sagt der Mettmanner Trainer. Und weiß um die Herausforderung für sein Team: „Trotzdem müssen wir abgeklärt in das Spiel gegen den Tabellenvierten gehen.“ Denn nur mit einer engagierten Vorstellung ist ein Erfolg über die Gäste möglich. „Die robuste Abwehr der Haaner können wir nur mit einer hohen Laufbereitschaft knacken“, betont Tiedermann. Dazu muss seine Mannschaft im Derby die Fehlerquote drastisch senken. „Wir dürfen uns nicht zu viele Fehlwürfe wie in der vergangenen Woche leisten“, legt der Coach den Finger in die Wunde. Auf der anderen Seite ist aber auch die Mettmanner Deckung gegen den starken Unitas-Rückraum gefordert. Zuletzt in Aufderhöhe kassierte die ME-Sport-Abwehr lediglich 23 Gegentore. „Das ist nicht schlecht, doch gegen die Unitas müssen wir uns noch einmal steigern“, erwartet Tiedermann in diesem Bereich ebenfalls eine Verbesserung. Und hofft zugleich auf die Unterstützung der Zuschauer, denn in einer vollen Herrenhaus-Halle kann auch eine tolle Stimmung das Mettmanner Team tragen.

Gewohnheitsmäßig hält Kai Müller den Ball flach. Deshalb hakte der Unitas-Trainer vergangenen Samstag die Niederlage gegen Aufsteiger TV Aldekerk II schnell ab. „Davon lasse ich mir nicht den Sonntag verderben“, stellte der 43-Jährige fest. Gleichwohl war Müller verärgert über den schwachen Auftritt in der ersten Halbzeit, in der die Haaner wichtigen Boden im Kampf um den Sieg verloren. Und das war nicht allein der dezimierten Besetzung geschuldet, sondern eher eine Frage der Einstellung. Die Steigerung nach der Pause mündete zwar im Ausgleich, doch dann war das Feuer bald erloschen. Zumal die offensive Deckung viel Kraft kostete. Bleibt abzuwarten, wie schnell sich die Unitas davon erholt.

Kai Müller ist jedenfalls optimistisch. „Wir freuen uns auf das Derby – das kommt ja nicht so oft vor“, sagt der Unitas-Coach und erklärt: „Wir gehen gut vorbereitet in das Spiel.“ Die personelle Lage bleibt allerdings angespannt, doch Müller betont: „Das war am Wochenende auch nicht der Grund für die Niederlage.“ Der Ausrutscher gegen Aldekerk schmerzt, aber der Trainer glaubt nicht an „irgendwelche Nachwehen“. Und auch die Misserfolge zuvor gegen Angermund und Dinslaken sieht er nicht als Beinbruch an. „Angermund hat gegen uns das zweite Mal mit Jens Bothe als Verstärkung gespielt. In dieser Besetzung ist der TVA in der vergangenen Saison Tabellenzweiter geworden“, nennt Müller diese Niederlage ebenso „begründet“ wie jene gegen den MTV Dinslaken, „den Spitzenreiter“. Der Haaner Trainer richtet den Blick sowieso lieber nach vorne. Ein Lichtblick ist die Rückkehr von Spielmacher Raphael Korbmacher, der zuletzt im Urlaub weilte. „Der hilft uns gerade im Rückraum“, sagt Müller und ergänzt: „Raphael hat den größten Sprung in der gesamten Saison gemacht, peu à peu mehr Verantwortung übernommen.“ Für den angeschlagen Yannick Schmitz rückt wieder Philipp Schmalbuch aus der zweiten Mannschaft in den Oberliga-Kader. bs

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