Mit Matthias Piecuch verlässt in dieser Saison bereits der vierte Torhüter die SG Ratingen.

Ratingen. Während das Kinderprinzenpaar an der Mittellinie stand und den eigenen schaurig-schönen Karnevalshit zum Besten gab, stand ein paar Meter entfernt in der Sporthalle an der Gothaer Straße ein graumelierter Mann im Tor und ließ sich von den Drittliga-Handballern der SG Ratingen die Bälle um die Ohren werfen. Später taten die Erstliga-Spieler der GWD Minden im Freundschaftsspiel selbiges.

Keeper aus den unteren SG-Teams müssen ran

Für Frank Koch, den Mann zwischen den Pfosten, war der Auftritt gegen den Bundesligisten sicherlich ein Highlight. Doch für die SG ist das ein großes Problem. Denn erneut gehen dem Team von Trainer Richard Ratka die Torhüter aus. So ist Mathis Stecken inzwischen der letzte Mohikaner unter den Schlussleuten der SG. Vier Keeper gingen dem Löwenrudel in dieser Saison bereits von der Stange.

Ein Umstand, der selbst den mit allen Wassern gewaschene Ratka erstaunt. „So etwas habe ich auch noch nie erlebt“, sagt er. Der letzte Abgang ist Matthias Piecuch. Weil er seine Ausbildung gefährdet sah, tritt Piecuch sportlich nun kürzer – und hinterlässt eine Lücke.

Auf dem im Sommer aufgenommenen Mannschaftsfoto waren auch die Herren Jens Bothe und Magnus Schumacher. Dann ging zuerst Bothe aufgrund einer langwierigen Verletzung, die sogar seine sportliche Karriere insgesamt zu gefährden schien. Und kurz darauf war auch Schumacher weg. Gesundheitliche Probleme.

Die Not war groß. Als dann überraschend der Rumäne Alexandru Ionita beim Training auftauchte, jubelte Ratka schon: „Jetzt haben wir fast noch stärkere Torhüter als in der Vorsaison.“

Doch Ionita, der schon in der rumänischen Ersten Liga spielte, hatte sich von dem Gastspiel anderes erhofft – und auch er verschwand heimlich, still und leise wieder in der Versenkung. Während Jens Bothe, der Fast-Sportinvalide, zur Überraschung aller in Angermund anheuerte.

Und so ruht aktuell die ganze Last auf den Schultern von Mathis Stecken, dem jungen Torhüter, der sich im Laufe der Hinserie zu einem absolut sicheren Rückhalt des Löwenrudels gemausert hat. Mit ihm können die Ratinger den Klassenverbleib definitiv schaffen.

Nur: Verletzt sich der 22-Jährige, gewinnt die SG kein Spiel mehr. Denn aktuell teilen sich verschiedene Torhüter aus den unteren Mannschaften den Job des Ersatzmanns für Stecken. Bis zum 15. Februar hat Manager Bastian Schlierkamp noch Zeit, einen ordentlichen Vertreter für Stecken aus dem Hut zu zaubern. Es wäre der sechste Torhüter im SG-Kader in dieser Saison.

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