Ratingen 04/19 bringt gegen den Tabellennachbarn MSV Duisburg U23 mit viel Glück ein 1:1 ins Ziel.

Fußball-Oberliga
Sascha Meiers Schuss landete zum 1:0 in der langen unteren Ecke des Tores.

Sascha Meiers Schuss landete zum 1:0 in der langen unteren Ecke des Tores.

Achim Blazy

Sascha Meiers Schuss landete zum 1:0 in der langen unteren Ecke des Tores.

Ratingen. Peter Radojewski versuchte erst gar nicht, um den heißen Brei herum zu reden. „Wenn wir in der kommenden Saison oben angreifen wollen“, sagte der Trainer von Ratingen 04/19, „wird es für den ein oder anderen bei uns nicht reichen.“

Klare Worte – aber Radojewskis Ärger war verständlich. Denn der Fußball-Oberligist ließ sich im Tabellennachbar-Duell gegen die U23 des MSV Duisburg spielerisch zeitweise vorführen. Dass es am Ende beim 1:1 (1:1) blieb, kam selbst für Radojewski „eher glücklich zustande“. „Wir haben haarsträubende Fehler produziert“, sagte der Coach.

Obwohl Duisburg Chancen genug hatte, war es ein Distanzschuss aus fast 30 Metern von Fabian Schnellhardt, der direkt am linken Pfosten einschlug. Torhüter Dennis Raschka blieb stehen und konnte dem perfekten Ball nur noch hinterherschauen. „Ich habe den Schuss nicht gesehen“, sagte der Torhüter. „Dann wurde der Ball auch noch leicht abgefälscht und drehte sich ins Tor.“ Kein Vorwurf – schließlich hielt Raschka vor- und nachher einige Male stark.

04/19 ging kurz zuvor sogar in Führung. Und das mit dem ersten Torschuss. Nachdem Duisburg den RSV minutenlang am eigenen Strafraum eingeschnürt hatte, endete eine erste sehenswerte Kombination bei Sascha Meier, der mit einem perfekt platzierten Flachschuss Duisburgs Torhüter Maurice Schumacher überwand.

Bälle kommen selten in der Ratinger Offensive an

Kurz darauf kam Faisal Aziz nach einem Freistoß von Meier zum Kopfball, platzierte den Ball jedoch genau in die Arme von Schumacher. Das sollte jedoch für lange Zeit das Letzte gewesen sein, was von den Hausherren zu sehen war. In die großen Lücken zwischen Defensive und Offensive hätte ein Öltanker gepasst. Bälle kamen auch über die kurze Distanz selten zum Mitspieler.

Duisburg war spiel- und lauffreudiger. Und vergab Chancen in teils grotesker Manier, wie in der zweiten Halbzeit, als drei Stürmer völlig frei auf Raschka hätten zulaufen können – doch irgendwie verstolperten sie denn Ball so lange, bis Marcel Stenzel den Ball aus kurzer Distanz leicht abgefälscht über das Tor jagte.

Radojewski reagierte, wechselte relativ früh gleich dreimal. Berkay Öz kam für Faisal Aziz, Benjamin Teichmöller ersetzte Marwane Gobitaka. Später kam noch Chamdin Said für Damian Bartsch. Doch das Spiel in den Griff bekamen die Hausherren nur ansatzweise.

Immerhin schafften sie es ohne weiteren Schaden bis zum Schlusspfiff, wonach Radojewski seine Spieler direkt zum Appell auf den Rasen bat: „Wir müssen über diese Leistung in der Woche sprechen“, sagte der Coach. „Alle wollen spielen, alle wollen in den Vordergrund. Aber solch ein Spiel muss uns die Augen öffnen.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer