Der Tennisverband Niederrhein kürte den New Yorker im Frühjahr zum „Trainer 2015“.

Ingo Maier spielt den Herren 55 des TC Bredeney (Regionalliga).
Ingo Maier spielt den Herren 55 des TC Bredeney (Regionalliga).

Ingo Maier spielt den Herren 55 des TC Bredeney (Regionalliga).

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Ingo Maier spielt den Herren 55 des TC Bredeney (Regionalliga).

Hilden. Tennis ist sein Leben – für Ingo Maier gilt das seit seiner Geburt. Der nunmehr 56-Jährige erblickte am 28. Juni 1960 das Licht der Welt. In New York, wo mit den US Open das vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres zu Hause ist. Das gab für Maier allerdings nicht den Ausschlag für seine spätere Tennis-Karriere. Vielmehr wandelte er auf den Spuren seines Vaters Alfred, einem Deutsch-Amerikaner, den es mit Ehefrau Doris, einer Krefelderin, in die USA zog. Dort arbeitete er als Tennistrainer, deshalb wuchs der Sohnemann mit dem Racket auf.

Zwei Jahre lang hatte er jeden zweiten Tag Nachhilfe in Deutsch

Heute sagt Ingo Maier: „Das ist ein Sport, den man sein ganzes Leben lang betreiben kann.“ Und er macht ihm damals wie heute noch sehr viel Spaß. Wohlwissend: „Ohne Spaß geht es nicht.“ Deshalb hat er als Trainer seine eigene Philosophie entwickelt: „Ich komme immer mit einem Lächeln auf den Tennisplatz – und das kommt sofort zurück.“ Als sich die Eltern 1974 zur Rückkehr nach Deutschland entschlossen, lernte Ingo Maier auch harte Zeiten kennen. „Mit 14 in ein fremdes Land ohne ein Wort Deutsch zu sprechen – das ist ganz schön schwierig“, sagt er. „Zwei Jahre lang hatte ich jeden zweiten Tag Nachhilfeunterricht in Deutsch.“ Ein Grund, weshalb er zunächst auf die Hauptschule gehen musste – und später doch noch das Abitur meisterte.

Es war eine Zeit, die Maier prägte. Auf dem Tennisplatz fühlte er sich aber zu Hause. Dass er sein Ziel, Architektur in Aachen zu studieren, nicht intensiver verfolgte, lag auch am Tennis-Boom Anfang der 80er-Jahre in Deutschland. Vater Alfred besaß seinerzeit drei Tennisschulen in Krefeld, Wuppertal und Hilden – und die liefen wie geschmiert. Für Sohn Ingo war klar: „Okay, ich werde Tennistrainer.“

Früher betreute Ingo Maier gerne Leistungsspieler. Einige schafften es bis in die Zweite Bundesliga oder die Regionalliga. Der Tennis-Lehrer begleitete Jugendliche bei Junioren-Turnieren in Wimbledon, Paris oder eben bei den US Open in New York. „Das ist mit Vor- und Nachbereitung viel Arbeit – mit Spaß hat das nichts zu tun“, gesteht er. Heute leitet er die Teamwork Tennis Academy und betont: „Ich fühle mich sehr wohl.“ Der Unterschied zur normalen Tennisschule? Die Betreuung endet nicht mit der Stunde auf dem Platz. „Wir geben Feedback, was die Leute noch brauchen.“

Ingo Maier weiß, dass es manchmal sehr lange dauert, bis der Knoten platzt. Oft sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Er selbst profitierte von einem tschechischen Coach. „Bis ich 19, 20 Jahre alt war, gehörte ich im Jugendbereich immer zu den Halbfinalisten, aber es fehlte ein Quäntchen. Ich habe Tennis erst mit 23, 24 verstanden“, berichtet er. Und ergänzt: „Du musst auf den Platz gehen, alles erkennen, alles wahrnehmen – wissen, wie es steht und was Du vorhast. Ich war früher auch ein Schlägerschwinger, aber man muss schon einen Plan schmieden, bevor man auf den Platz geht.“ Hört sich einfach an, doch es zu begreifen, ist ganz schön schwierig. Ingo Maier versucht aber, es zu vermitteln.

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