Der Aufsteiger in die Dritte Liga muss im Heimspiel gegen Volmetal gewinnen. Für Ratingen gilt dies umso mehr.

Der Aufsteiger in die Dritte Liga muss im Heimspiel gegen Volmetal gewinnen. Für Ratingen gilt dies umso mehr.
Für Langenfeld wird es auch auf die Tore von Henrik Heider (beim Wurf/links Dustin Thöne) ankommen. Archiv

Für Langenfeld wird es auch auf die Tore von Henrik Heider (beim Wurf/links Dustin Thöne) ankommen. Archiv

Während Sebastian Bartmann (Nummer 21) spielt, schaut im Hintergrund der verletzte Arthur Giela als Trainer zu.

Ralph Matzerath, Bild 1 von 2

Für Langenfeld wird es auch auf die Tore von Henrik Heider (beim Wurf/links Dustin Thöne) ankommen. Archiv

Langenfeld/Ratingen. Besondere mathematische Fähigkeiten sind in diesem Fall kaum erforderlich. Die Drittliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) stehen nach 19 Spielen mit 9:29 Zählern auf einem Abstiegsplatz. Sollten sie ihre bisherige Ausbeute fortsetzen, die bei knapp einem halben Punkt pro Partie liegt, werden sie den Klassenerhalt eher nicht schaffen. In einer Hochrechnung käme der Aufsteiger nach den insgesamt 30 Spielen auf 14 oder 15 Punkte. Und diese Ausbeute wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht genügen, um das rettende Ufer zu erreichen.

Ob das Team von Trainer Dennis Werkmeister überhaupt noch besonders lange und viel über den Klassenerhalt nachdenken kann, dürfte sich dabei schon heute Abend zeigen. Langenfeld erwartet als Vorletzter den drei Zähler besser gestellten Viertletzten TuS Volmetal, für den die Saison vermutlich gerne bereits jetzt vorbei sein dürfte. Rang 13 ist schließlich so etwas wie das gelobte Land, das die Rettung bedeutet.

Der Aufsteiger in die Dritte Liga muss im Heimspiel gegen Volmetal gewinnen. Für Ratingen gilt dies umso mehr.
Für Langenfeld wird es auch auf die Tore von Henrik Heider (beim Wurf/links Dustin Thöne) ankommen. Archiv

Für Langenfeld wird es auch auf die Tore von Henrik Heider (beim Wurf/links Dustin Thöne) ankommen. Archiv

Während Sebastian Bartmann (Nummer 21) spielt, schaut im Hintergrund der verletzte Arthur Giela als Trainer zu.

Lammertz, Bild 1 von 2

Während Sebastian Bartmann (Nummer 21) spielt, schaut im Hintergrund der verletzte Arthur Giela als Trainer zu.

Die SGL hat es sich selbst zuzuschreiben, dass sie auf dem Weg durch ihr Abenteuer Dritte Liga nicht besser dasteht. Jüngster Beleg war erst das vergangene Wochenende mit der 25:32-Niederlage bei der Ahlener TG. Im Kellerduell streute Langenfeld derart viele Fehler ein, dass es für einen Erfolg nicht in Frage kommen konnte. „Das war im höchsten Grad frustrierend“, sagt Trainer Werkmeister im Rückblick, „wir haben nicht die Einstellung mitgebracht, die wir für einen Sieg gebraucht hätten.“ Seine Erklärung fürs relativ knappe 11:12 nach der ersten Hälfte: „Das war Ahlen noch blöder als wir.“

Der Drittliga-Neuling muss gegen Volmetal praktisch alles anders machen – im Angriff, der in Ahlen im Grunde lediglich aus Linksaußen Vinzenz Preissegger und Regisseur André Eich bestand, und in der Abwehr, die sich in ihrer offensiven Ausrichtung immer wieder in Einzelteile zerlegen ließ. „Wenn wir nicht alle an einem Strang ziehen, werden wir es nicht schaffen“, vermutet der SGL-Coach, der jetzt einen ganz anderen Auftritt erwartet: „Die Mannschaft muss eine Reaktion zeigen. Es geht für uns um eine Wiedergutmachung.“

Arthur Giela coacht die Ratinger Mannschaft an der Seitenlinie

Die Hand ist deutlich gezeichnet von dem harten Leben eines hochklassigen Handball-Spielers. Narben, verkürzte Knöchel – „immerhin kann ich sie normal bewegen, auch wenn sie immer noch weh tut“, sagt Arthur Giela über die Hand, die seine Karriere als Spieler bei der SG Ratingen beendet hat. Zwei Handbrüche in einer Saison, die ohnehin seine letzte sein sollte, sind einfach zu viel. Und so musste der beste Spieler des Löwenrudels tatenlos zusehen, wie die Mannschaft mehr und mehr im Abstiegsstrudel versinkt. Darauf hatte Giela jedoch mal so gar keine Lust: Auch wenn er selber nicht spielen kann, coacht er die Mannschaft an der Seitenlinie. So auch heute im Gastspiel bei der SG Schalksmühle-Halver.

Giela führt während des Spiels Einzelgespräche, macht die Ansprachen während der Auszeit. Er feuert an und motiviert. „Ich versuche einfach, der Mannschaft so gut es geht zu helfen“, sagt Giela. „Ich bin dafür bei jeder Trainingseinheit dabei, versuche Simon Breuer als Spielertrainer zu entlasten.“ Beobachtet man den 26-Jährigen bei seiner aktuellen Aufgabe, entdeckt man durchaus Potenzial. „Ich habe ja viel Erfahrung, die ich weitergeben kann“, sagt der Pole, der auch schon Länderspiele für sein Heimatland absolvierte. „Ich bin so immer noch ein Teil der Mannschaft und versuche zu helfen, damit wir nicht absteigen.“

Auch wenn Giela die neue Rolle mit Leidenschaft ausfüllt – eines bleibt für ihn klar: „Nach der Saison ist Schluss mit Handball. Definitiv. Dann sind Job, Freundin und Familie dran.“ Verlängerung? Ausgeschlossen. „Natürlich macht Arthur gerade einen guten Job“, betont Geschäftsführer Bastian Schlierkamp. „Allerdings hat er so klar gesagt, dass dies seine letzte Saison werden soll, dass wir bislang noch keine Gespräche über die Zukunft geführt haben. Das ist Arthurs Sache.“ Schlierkamp selbst wird heute in Schalksmühle fehlen – er muss mit der zweiten Mannschaft im Top-Spiel gegen Düsseldorf ran. „Aber klar ist: Wenn wir wirklich noch eine realistische Chance auf den Klassenverbleib wahren wollen, müssen Siege her. Eigentlich schon letzte Woche in Krefeld, spätestens aber jetzt.“

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