Nevigeser sprechen sich deutlich für Zusammenschluss mit dem FC Tönisheide aus.

Neviges. Beim TuS Neviges stehen alle Zeichen auf Fusion mit dem FC Tönisheide: Ohne Gegenstimmen, bei lediglich sieben Enthaltungen, gaben jetzt die Sportler in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein überwältigendes Votum für den Zusammenschluss ab. "Diese Entscheidung ist ein deutliches Zeichen für Rat und Verwaltung, dass die Fusion gewollt ist", sagte Dieter Scholten. Der Vorsitzende hatte zuvor die Gründe für die angestrebte Fusion aufgezeigt.

Erste Kontakte in den 90er-Jahren

Nach ersten Kontakten mit dem FC Mitte der neunziger Jahre hatten die TuS-Mitglieder zuletzt im März 2007 Fusionsgespräche mit den anderen fußballtreibenden Nevigeser Vereinen befürwortet. "Die Gründe dafür haben bis heute Gültigkeit", sagte Scholten: Es sei immer schwieriger, junge, qualifizierte Frauen oder Männer zu finden, die in Vorständen, als Betreuer oder Trainer Verantwortung übernähmen.

Unter einem gemeinsamen Dach ließen sich diese Kräfte bündeln. Gleiches gelte für die Finanzen. Allein von Mitgliedsbeiträgen und Eintrittsgeldern könne ein Verein wie der TuS nicht existieren. Andererseits sei die Suche nach Sponsoren für einen großen Verein einfacher, als für mehrere kleine Vereine.

Außerdem ließe sich bei den Ausgaben manche Einsparung erzielen. Nicht zuletzt könne ein großer Verein mit ganz anderem Gewicht gegenüber Verwaltung, Politik und Wirtschaft auftreten.

Anfänglich hatten neben dem FC Tönisheide auch SF Siepen und Türkspor Neviges Interesse gezeigt, dann jedoch Abstand von der Fusionsidee genommen.

Mitglieder: rund 850; Abteilungen: Fußball, Tischtennis, Tennis, Gymnastik sowie Freizeit & Kultur; Fussball: zwei Liga-Teams Herren. Die erste Mannschaft spielt Bezirksliga; Fussballjugend: acht Mannschaften

Mitglieder: rund 500; Abteilungen: Fußball, Gymnastik; Fussball: drei Liga-Teams Herren (1. Mannschaft: Bezirksliga), Altherren-Mannschaft, Damen-Mannschaft (Kreisliga); Fussballjugend: 15 Mannschaften in allen Altersspielklassen, darunter ein Mädchen-Team

Weil indessen den Fußballern des FC, die sich den neuen Tönisheider Kunstrasenplatz mit dem ASV teilen, nur schwerlich vermittelbar wäre, dass ein Teil der Teams am Jahnsportplatz wieder auf Asche spielen muss, der TuS zudem auf Dauer keine Perspektive auf seinem Heimatgelände sieht, hatte man vor einem Jahr der Stadt vorgeschlagen, dass diese die Sportanlage Waldschlößchen als Standort eines fusionierten Vereins ausbaut. Die Gegenfinanzierung sollte durch Aufgabe und Verwertung des Jahnsportplatzes sichergestellt werden.

Erst vor drei Wochen gab der Rat grünes Licht für den Ausbau am Waldschlößchen inklusive Kunstrasenplatz, unter anderem finanziert mit 1,9 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II: "Ich denke, ohne den Fusionsgedanken wäre dies in absehbarer Zeit undenkbar gewesen", sagte Scholten.

Heute beraten die Mitglieder des FC Tönisheide, dessen Vorstände Dieter Blobel und Wolfgang Dielschneider ebenfalls bei der Versammlung des TuS waren, über die Fusion. Bei einem positiven Votum sollen Ausschüsse bis Februar 2010 die Details für den Zusammenschluss erarbeiten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer