Ennock Kiplagat siegt beim 10-Kilometer-Lauf in Ratingen – für ihn nur ein besseres Training.

Ratingen. Wer seine verspäteten Neujahrswünsche loswerden wollte, konnte dies früher getrost beim Neujahrslauf tun, wo sich ganz Ratingen traf. Doch inzwischen ist aus dem Weltklasse-Lauf eine Volkslauf geworden. Dementsprechend ließen sicham Sonntag bei nasskaltem Wetter um die null Grad nicht nur weniger Zuschauer sehen. Auch die Prominenz war unter den drei- bis fünftausend Zuschauern rar gesäht.

Die Hoffnung auf einen neuen Teilnehmerrekord wurde enttäuscht

Dass der Teilnehmerrekord (1604 Läufer) nicht gebrochen werden konnte, war für Frank Schmitz, den Vorsitzenden des Veranstalters LG Ratingen, schon eine kleine Enttäuschung: "Wir hätten natürlich gerne 200 mehr gehabt, aber auch mit der Zahl 1432 können wir gut leben." Das bestätigte auch Schatzmeister Werner Schierenbeck: "Zwar fehlen uns etwa 1000 Euro für unseren Leichtathletik-Nachwuchs, aber das bringt uns nicht um."

Ansonsten aber überwogen die positiven Eindrücke. Die wichtigste Aussage für den Neujahrslauf traf Jörg Buschmann, Vorstandschef der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert (HRV): "Ich sehe keinen Grund, warum wir als Hauptsponsor nicht weitermachen sollen. Also wird es den Lauf auch 2010 geben."

Auch von den Teilnehmern kamen ausschließlich positive Stimmen. So war Birgit Rohdemann (Team "Lola rennt") der Meinung: ";Die Strecke war glänzend präpariert, und die Veranstaltung lief reibungslos über die Bühne." Donata Luncz aus Leverkusen, die mit ihrem 14-monatigen Sohn Konstantin im Baby-Shopper unterwegs war, sagte im Ziel freudig: "Ich laufe hier schon seit Jahren mit. Hier geht es so familiär zu. Das ist einfach schön."

Für alle überraschend war , dass mit Ennock Kiplagat ein Läufer aus Kenia an den Start ging: Moderator Burkhard Swara hatte seine Verbindungen spielen lassen und den Kenianer zum Lauf eingeladen. Swara schwörte Stein und Bein, dass man dafür nichts habe zahlen müssen. Kiplagat ist zum ersten Mal in Europa und bestreitet hier einige Langläufe. "Ratingen ist eine willkommene Trainingseinheit für mich", erklärte Kiplagat, der den 10-Kilometer-Hauptlauf in 31:08 Minuten gewann. Immerhin gab es dafür eine Siegprämie von 150 Euro.

Der Zweitplatzierte aus Polen kommt zwölf Sekunden später ins Ziel

Mithalten konnte da nur der Pole Maciej Miereczko, der zwölf Sekunden später über die Ziellinie lief. Dritter wurde Tobias Jazbec (ASV Duisburg). Bei den Damen gewann Petra Maack vom TSV Bayer Dormagen. Die 45-Jährige siegte in 37:07 Minuten. Diese Zeiten belegen, dass der Ratinger Neujahrslauf zwar kein Weltklasse-Niveau mehr hat, aber auf jeden Fall ein Breitensportereignis der gehobenen Klasse darstellt.

Von großem Interesse war die Wertung der schnellsten Ratinger. Hier fieberten insbesondere die Familienangehörigen mit. Als der Breitscheider Niclas Bock im Ziel war, war die Gratulantenschar besonders groß. Der 18-Jährige hatte den Lauf als Vierter im Gesamtklassement beendet und war damit bester Ratinger. "Das ist einfach unglaublich. So gut war ich noch nie", jubelte der 18-Jährige beim Blick auf seine spezielle Läufer-Uhr. 300 Euro Prämie vom Hauptsponsor Sparkasse Ratingen sind sein Lohn, der damit höher ausfällt als der des Gesamtsiegers aus Kenia. "Vielleicht gebe ich meinem Vater etwas davon. Ich hatte einen kleinen Unfall mit seinem Wagen", sagte Bock. Jessica Lüth verteidigte ihren Vorjahres-Titel als schnellste Ratingerin: Die 15-Jährige vom Triathlon-Team Ratingen 08 strahlte: "Es war ganz schön kalt. Da die Konkurrenz nicht so stark war, genügte mir die mittelmäßige Zeit von 44:43 Minuten." Als B-Jugendliche hätte sie damit die Wertung gewonnen.

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