Deutsche Mehrkämpfer wollen in Ratingen die Fahrkarten zu Olympia lösen.

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Die Jugendlichen des TV Ratingen nahmen Friedrich Schnadt (Stadtwerke), Thomas Kurschilgen (DLV) und Zehnkämpfer Jan-Felix Knobel (v. l.) in ihre Mitte.

Die Jugendlichen des TV Ratingen nahmen Friedrich Schnadt (Stadtwerke), Thomas Kurschilgen (DLV) und Zehnkämpfer Jan-Felix Knobel (v. l.) in ihre Mitte.

Stefan Fries

Die Jugendlichen des TV Ratingen nahmen Friedrich Schnadt (Stadtwerke), Thomas Kurschilgen (DLV) und Zehnkämpfer Jan-Felix Knobel (v. l.) in ihre Mitte.

Ratingen. Der Weg nach London führt über Ratingen. Zumindest für Deutschlands beste Mehrkämpfer dürfte besonders diese Devise in diesem Sommer lauten. Bei dem traditionellen Mehrkampfmeeting in Ratingen am 14. und 15. Juni werden die Tickets für die Olympischen Spiele in London vergeben.

Dies machte der Sportdirektor des DLV, Thomas Kurschilgen, bei der Pressekonferenz in den Räumen des Ratinger Stadions deutlich. „Durch den engen Zeitraum wird Ratingen für uns die Qualifikationsstation für Olympia sein“, betonte er.

„Es ist die härteste Norm, die wir seit Jahren haben.“

Claus Marek, Bundestrainer

Der Traum von London könnte bei dem Meeting, das zum ersten Mal unter der Woche austragen wird, auch für Jan-Felix Knobel in Ratingen wahr werden. „Für mich wird es der vierte Start hier sein, aber bisher habe ich nicht so gut abgeschnitten. Das soll sich ändern. Angesichts der Olympischen Spiele in London führt der Weg dahin nur über Ratingen. Das ist mein Ziel“, sagt der 23-jährige Architekturstudent aus Frankfurt am Main.

Um ein Ticket für die Spiele in der britischen Hauptstadt lösen zu können, müssen sowohl die Herren als auch die Damen dem Publikum Bestleistungen bieten. Mit 6150 Zählern bei den Frauen und 8200 bei den Männern liegt die zu erreichende Punktzahl wesentlich höher als in den vergangenen Jahren.

„Es ist die härteste Norm, die wir seit Jahren haben. Wir haben diese von der IAAF übernommen“, sagte der Mehrkampfbundestrainer Claus Marek, der zugleich von der gesamten deutschen Mannschaft Spitzenleistungen im Ratinger Rund erwartet. Nach dem zweitägigen Meeting steht der Olympia-Kader bei den Zehnkämpfern, die dann versuchen sollen, in die Spuren der Legenden Christian Schenk, Jürgen Hingsen oder Frank Busemann zu treten.

An den Wettkampftagen sind die Tageskassen geöffnet. Tickets sind ab 9,50 Euro erhältlich. Eintrittskarten gibt es auch unter
www.ticketmaster.de

Während das komplette Teilnehmerfeld noch nicht feststeht, werden aber im deutschen Team alle Spitzenathleten an den Start gehen und sich in den sieben oder zehn Disziplinen miteinander messen. „Die Spannung steigt von Tag zu Tag. Denn nach Ratingen geht es in die heiße Phase“, sagt Claus Marek.

Meeting steigt erstmals unter der Woche

Gleich nach dem Meeting in Ratingen stehen sowohl die Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid, die Europameisterschaft im finnischen Helsinki und dann zum krönenden Abschluss die Olympischen Spiele in London. Dass das Meeting zum ersten Mal unter der Woche ausgetragen wird, ist für alle Verantwortlichen eher ein positives Element. „Warum sollen wir die Möglichkeit nicht beim Schopfe packen und aus der Not eine Tugend für die kommenden Jahre machen“, sagt Sportdirektor Kurschilgen.

Die Wettbewerbe starten um 17 Uhr und gehen bei hoffentlich angenehmen Sommertemperaturen gegen 23 Uhr zu Ende. Auch Jan-Felix Knobel kommt dies entgegen. „Ich bin eher in den Abendstunden fit, daher spielt mir das in die Karten.“

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