Das Meeting in Ratingen steigt am 21. und 22. Juni. Die deutsche Elite kämpft um die Qualifikation für die Europameisterschaft.

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Die WM-Zweite Jennifer Oeser startet in Ratingen. (Archiv

Die WM-Zweite Jennifer Oeser startet in Ratingen. (Archiv

Dirk Thomé

Die WM-Zweite Jennifer Oeser startet in Ratingen. (Archiv

Ratingen. Zwölfeinhalb Wochen noch - dann werden wieder die besten deutschen Mehrkämpfer und einige internationale Topstars im Ratinger Stadion zu Gast sein. Ob beim Hochsprung, Speerwerfen oder Hürdensprint - in jeder Disziplin werden die Zuschauer die Athleten zu Top-Leistungen treiben. Dabei hoffen der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) und der TVRatingen auf ein volles Stadion.

Die Leichtathletik hat durch die WM enormen Rückenwind bekommen

"Die Weltmeisterschaften in Berlin im vergangenen Sommer haben der Leichtathletik einen Schub gegeben", sagt DLV-Meeting-Direktor Frank Kowalski. Viele Veranstaltungen seien seitdem besser besucht als üblich. "Die Zuschauer kennen wieder mehr Athleten, weil sie diese zuvor im Fernsehen gesehen haben", glaubt Kowalski den Grund für den Boom zu kennen.

Gerade in Ratingen kommen die Besucher ihren Stars so nah wie sonst nirgendwo: Zum Stabhochsprung wird der Stadioninnenraum geöffnet, die Weitsprunggrube ist nur wenige Zentimeter von den ersten Sitzplätzen entfernt. "In Sachen Zuschauernähe und auch Wettkampftechnik ist das Erdgas Mehrkampf-Meeting das beste der Welt", sagt Kowalski.

Aber auch bei der Qualität der Sportler braucht sich Ratingen nicht zu verstecken. Das Ziel sei es, sagt der Meeting-Direktor, die besten Athleten für Ratingen zu verpflichten: "Deshalb werden einige Zehnkämpfer nur hier und nicht drei Wochen zuvor in Götzis starten." Die Erfahrung habe gezeigt, dass vor allem junge Athleten diese Belastung nicht verkraften.

Wie etwa Michael Schrader. Der 22-Jährige hatte in Götzis mit 8522 Punkten einen Überraschungssieg gelandet, dann aber einen Ermüdungsbruch im Fuß erlitten. In Ratingen, aber auch bei der WM in Berlin, konnte er nicht an den Start gehen. In diesem Jahr wird er in Ratingen ebenfalls nicht dabei sein.

Niklaus, Behrenbruch, Abele und Müller haben zugesagt

Am Samstag und Sonntag, 20./21. Juni, werden knapp 30 Zehnkämpfer und 14 Siebenkämpferinnen im Ratinger Stadion beim 14. Erdgas Mehrkampf-Meeting zu Gast sein.

Veranstalter ist der Deutsche Leichtathletik-Verband, Ausrichter ist der TV Ratingen.

Das Veranstaltungsbudget liegt bei 200 000 Euro. 50 000Euro werden an die Athleten ausgeschüttet.

Fast 200 Ehrenamtliche werden an beiden Tagen unter anderem in den Bereichen Technik oder Ordnungsdienst für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Der Eintritt zu dem Meeting kostet für einen Tag ab neun Euro (ermäßigt fünf), beide Tage 15Euro (ermäßigt acht). Eine Familienkarte (zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern) gibt es für 18 Euro (30 Euro für zwei Tage). Der Verkauf startet Ende April.

"Michael Schrader hat sich vor kurzem erneut den Fuß gebrochen", erklärt Kowalski. Ansonsten werden sich aber alle deutschen Top-Zehnkämpfer im Ratinger Stadion den Fans präsentieren, darunter auch die Olympia- und WM-Teilnehmer André Niklaus, Pascal Behrenbruch, Arthur Abele und Norman Müller.

Bei den Frauen wird sich alles um die Vorjahressiegerin und die WM-Zweiten von Berlin, Jennifer Oeser, drehen. Die mehrfache Meeting-Gewinnerin Lilli Schwarzkopf hat sich eine Auszeit vom Siebenkampf genommen. Sie will in dieser Saison nur Einzelwettkämpfe bestreiten.

Im vergangenen Jahr durfte der Ratinger Sieger an der WM teilnehmen. In diesem Jahr wird um die EM-Quali gekämpft: Der Gewinner ist automatisch bei den Europameisterschaften (27. Juli bis 1. August) in Barcelona dabei.

Die einzige Voraussetzung: Bei den Männern muss die Norm von 8000 Punkten erreicht werden, bei den Frauen sind es 6100. Das dürfte, laut Frank Kowalski, allerdings kein Problem sein: "Die Sieger haben diese Normen meist locker übertroffen."

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