Der Mettmanner Jens Kierdorf gehört schon seit acht Jahren zu den weltweit 125 besten Gleitschirmfliegern.

Fertig zum Abheben: Der Gleitschirm hat sich im Wind aufgespannt.
Fertig zum Abheben: Der Gleitschirm hat sich im Wind aufgespannt.

Fertig zum Abheben: Der Gleitschirm hat sich im Wind aufgespannt.

privat

Fertig zum Abheben: Der Gleitschirm hat sich im Wind aufgespannt.

Mettmann. "Fliegen war schon immer ein Kindheitstraum von mir", sagt Jens Kierdorf (38). Doch sich einfach in ein Flugzeug zu setzen, ist nicht sein Ding. Er will eins sein mit dem Wind. Vor über 15 Jahren hat er erstmalig zum Gleitschirm gegriffen - und nie mehr losgelassen. 1999 hat er dann bei einem Nachwuchsförderwettbewerb den dritten Platz belegt und sich für die Deutsche Gleitschirmliga qualifiziert, der er bis heute angehört. 2007 holte er Bronze bei den Deutschen Meisterschaften. Und seit 2001 gehört er zu den besten 125 Piloten weltweit.

An Wochenenden fliegt Kierdorf an der Mosel oder in der Eifel

Durch einen Freund hat Kierdorf die Sportart kennengelernt und war sofort fasziniert. "Es geht rein um die richtige Technik, nicht um Kraft. Und natürlich muss man sich mit Thermik auskennen", sagt der Mettmanner. Wenn das Wetter es zulässt, ist er jedes Wochenende in der Luft.

Überall auf der Welt ist der Programmierer schon geflogen, in Mexiko, Brasilien, Venezuela. Doch am Wochenende bleibt er in heimischen Gefilden - Flugplätzen an der Mosel oder in der Eifel. Geflogen werden darf längst nicht überall. "Das ist wie im Straßenverkehr. Es gibt feste Regeln und ausgewiesene Flugplätzen", so Kierdorf.

"Es ist toll, wenn der Wind mir durch die Haare fährt und die Sonne meine Nase verbrennt."

Jens Kierdorf

Seine ersten Versuche haben allerdings nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat, erinnert sich der passionierte Flieger heute schmunzelnd zurück: "Ich musste zu viele Sachen gleichzeitig machen und habe nichts begriffen." Dann hat er sich ein Buch gekauft und nachgelesen, wie es richtig geht. Gestartet wird aus dem Laufen heraus. "Ein Hammer" sei es gewesen, als seine Füße zum ersten Mal die Bodenhaftung verloren und er seine ersten Meter durch die Luft schwebte, schwärmt Kierdorf auch nach so vielen Jahren noch.

Nach einem Jahr Üben traute er sich an seine ersten Höhenflüge in den Alpen. "Das war auf einmal so hoch, ich war wie angenagelt. Und ich dachte: Du weißt gar nicht, was du hier machst", erinnert er sich lachend. Statt aufzugeben, nahm er Flugstunden und meldete sich zu seinen ersten Wettkämpfen an. "Und über die Streckenwettbewerbe habe ich dann richtig fliegen gelernt."

Als Testpilot für neue Schirme finanziert er sein Hobby mit

Sein erster Wettbewerb fand in Spanien statt. Seit 2001 nimmt er regelmäßig am Worldcup teil, bei dem sich die besten 125 Piloten der Welt in fünf Wettkämpfen messen. "Doch das Niveau ist um Klassen höher als bei den Deutschen Meisterschaften. Bisher konnte ich da keinen Blumentopf gewinnen. Aber jede Menge Erfahrung", sagt Kierdorf. Voriges Jahr hat er in der Gesamtwertung den 31 Platz belegt.

Zweimal ist er schon mit seinem Schirm abgestürzt, hat aber immer Glück gehabt. "Die Schirme werden ja immer weiter entwickelt. Die Sicherheit wird besser", sagt er. Und daran arbeitet er als Testpilot auch kräftig mit. Sonst wäre das Hobby Gleitschirmfliegen auch kaum zu finanzieren. "Es geht eigentlich immer mein gesamter Urlaub drauf", sagt Kierdorf. Doch für seinen Kindheitstraum opfert er den gerne.

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