Sechs Jahre lang musste die American-Football-Mannschaft aus Langenfeld warten, dann klappte es endlich wieder mit dem Aufstieg. Zum Klassenerhalt soll vor allem der Erfahrungsschatz verhelfen.

Michael Happ bleibt Headcoach der Longhorns. Archiv
Michael Happ bleibt Headcoach der Longhorns. Archiv

Michael Happ bleibt Headcoach der Longhorns. Archiv

In der Zweiten Liga geht es anders zu als in der Regionalliga, das weiß auch der Runningback der Langenfeld Longhorns, Daniel Berg (Mitte, mit Ball). Archiv

Matzerath, Bild 1 von 2

Michael Happ bleibt Headcoach der Longhorns. Archiv

Langenfeld. Es war ein langer und beschwerlicher Weg, doch nach sechsjähriger Abwesenheit werden die Footballer der Langenfeld Longhorns in der nächsten Saison in die zweite deutsche Footballliga (GFL 2) zurückkehren. Im Jahr 2011 mussten die damals in der zweiten Liga fest etablierten Langenfelder, die zweimal nur haarscharf am Aufstieg in Liga eins vorbeigeschrammt waren, wegen eines Insolvenzeröffnungsverfahrens zwangsabsteigen. Der Neuanfang begann in der sechsten Liga und endete im vergangenen Sommer mit der Meisterschaft in der Regionalliga und der damit verbundenen Rückkehr in die GFL 2. Nun heißt es für die Longhorns in den nächsten Monaten, sich bis zum Saisonauftakt bei den Bonn Gamecocks Ende April perfekt auf die neue Spielklasse vorzubereiten, denn der Unterschied zur Regionalliga ist groß.

„Das ist noch einmal eine andere Nummer, als wir das in den letzten Jahren gewohnt waren.“

Daniel Berg, Runningback der Longhorns, über die Zweite Liga

„Ich weiß ja schon, wie der Hase in der GFL 2 läuft und habe die Jungs auch schon vorgewarnt. Das ist noch einmal eine andere Nummer, als wir das in den letzten Jahren gewohnt waren“, erklärt Longhorns-Runningback Daniel Berg, der mit den Longhorns damals bereits in der GFL 2 und mit den Essen Assindia Cardinals sogar im Oberhaus gespielt hat. Seit Anfang Dezember, also ein knappes halbes Jahr vor Saisonbeginn, schuften die Horns bereits dreimal die Woche im körperlichen Bereich, ab Mitte Januar soll dann mehr und mehr der Fokus auf die spielerischen Aspekte gelegt werden.

Während das Team größtenteils zusammengehalten und durch punktuelle Ergänzungen noch verstärkt werden konnte, gab es auch im Coaching-Bereich keine Überraschungen. Michael Hap bleibt als Headcoach und Sportdirektor der starke Mann bei den Horns, an seiner Seite zeichnet Frank Hoffmeister für die Defensive verantwortlich. Daniel Berg kümmert sich als Spielertrainer um Runningbacks und Athletik.

Besondere Freude bereitet den Langenfeldern die Rückkehr von Mario Corosidis, der im Verein schon diverse Positionen innehatte, nun aber als Verantwortlicher für die Offensive Line zur ersten Mannschaft zurückfindet. „Das ist für uns wirklich eine fantastische Verstärkung“, frohlockt Hap. Der Headcoach nutzte die Football-freie Zeit für eine Reise in das Mutterland des Spiels mit dem Ei. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hoffmeister absolvierte er eine Bildungsreise der besonderen Art: In Kalifornien und Florida durften die beiden Langenfelder einigen College-Trainern über die Schulter schauen und nahmen dabei einiges mit.

„Die Reise war wirklich genial. Wir haben Weltklasse-Coaches interviewt und uns noch einmal richtig weitergebildet.“

Michael Hap, Headcoach der Longhorns, zum Bildungsurlaub in Kalifornien und Florida mit seinem Co-Trainer Frank Hoffmeister

„Die Reise war wirklich genial. Wir haben Weltklassecoaches interviewt und uns noch einmal richtig weitergebildet“, erzählt Hap. An Football-Expertise im Trainerteam sollte das Vorhaben Klassenerhalt also nicht scheitern. Und auch der Kader scheint jetzt schon stark genug zu sein für die GFL 2. „Die Chancen stehen aus meiner Sicht gut, auch wenn es eine wirklich starke Liga ist und zwei von acht Mannschaften absteigen“, sagt Hap, der sein Team eventuell noch mit Spielern aus den USA verstärken will und dafür derzeit auf Sponsorensuche ist.

Finanziell gehen die Langenfeld Longhorns nach dem Debakel im Jahr 2011 aber kein Risiko mehr ein, zumal die GFL 2 den Verein ohnehin schon vor große Herausforderungen stellt. Allein schon die anstehenden Auswärtspartien in Lübeck, Potsdam und Rostock stellen einen finanziellen wie auch organisatorischen Kraftakt dar.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer