Am Samstag startet die 15-Jährige bei den Deutschen Meisterschaften. Mitglied im TuS Lintorf ist sie erst seit drei Jahren.

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Der Hürdenlauf gehört zu den Lieblingsdisziplinen von Monika Zapalska. Hier wird die Hürde für das Sprungtraining umfunktioniert.

Der Hürdenlauf gehört zu den Lieblingsdisziplinen von Monika Zapalska. Hier wird die Hürde für das Sprungtraining umfunktioniert.

Pierre-Claude Hohn

Der Hürdenlauf gehört zu den Lieblingsdisziplinen von Monika Zapalska. Hier wird die Hürde für das Sprungtraining umfunktioniert.

Ratingen. "Die geht ab wie eine Rakete. So etwas habe ich in meiner 30-jährigen Trainerlaufbahn noch nie erlebt", schwärmt Klaus Wolter von Monika Zapalska. Die 15-jährige Leichathletin kam vor vier Jahren mit ihren Eltern aus Polen nach Deutschland. Vor drei Jahren fragte sie schüchtern bei der Leichtathletikabteilung des TuS 08 Lintorf an, ob sie mittrainieren dürfe. Und sie durfte.

Schon nach den ersten Einheiten war den Trainern klar, welch ein Juwel zu ihnen gekommen war. Schon bald sammelte Monika einen Titel nach dem anderen, auch auf überregionaler Ebene. Inzwischen ist ihr Zimmer voll von Urkunden und Pokalen.

"Wenn Monika ihr Potenzial abrufen kann, dann hat sie gute Chancen auf die Deutsche Meisterschaft."

Trainer von Monika Zapalska

Am Samstag schickt sie sich an, als einzige aus dem Lintorfer Talentschuppen bei der deutschen Schülermeisterschaften in Bad Oeynhausen den Titel zu holen. Chancen dazu hat sie. Die beiden Trainer Klaus Wolter und Silvio Zein sind sich einig: "Wenn Monika ihr Potenzial abrufen kann, dann hat sie gute Chancen auf die Deutsche Meisterschaft."

Auch wenn die amtierende Nordrhein-Meisterin im Blockmehrkampf (Kategorie Sprint/Sprung) die einzige Lintorferin in Bad Oeynhausen ist, so wird sie nicht einsam sein. Neben den beiden Trainern werden ihre Eltern auf der Tribüne und ein paar gute Freunde mitfiebern.

Wer Monika so auf der Straße sieht, wird kaum glauben welch eine starke Leichtathletin sie ist. In ihrer Schule (Gesamtschule Ratingen-West) staunen ihre Klassenkameraden beim Sportunterricht immer wieder. ",Boah, ist die schnell’ sagen die Jungs", erzählt Monika, und dabei leuchten ihre Augen.

Monika Zapalska träumt von den Olympischen Spielen

Monika Zapalska wurde am 24. Mai 1994 in Danzig geboren. Ihre Lieblingsfächer in der Schule sind Sport und Englisch.

Im Blockmehrkampf hat die 15-Jährige folgende Bestleistungen aufgestellt: 80 m Hürden (11,57 Sek.), 100 m (12,27 Sek. - mit dieser Zeit hat sie die Qualifikationszeit des Weltverbandes für die U 18-WM geschafft), Weitsprung (5,73 m), Hochsprung (1,60 m), Speer (30 m).
Ihre im Mai aufgestellte Bestleistung im Mehrkampf liegt bei 2853 Punkten.

Ihre Lieblingsdisziplinen sind der Sprint und Hürdenlauf. Ihre Schwachstellen sind hingegen das Speerwerfen und der Hochsprung. Dort sind noch große Verbesserungen möglich, deshalb werden diese Disziplinen vor der DM noch einmal besonders trainiert, sagt Trainer Silvio Zein.

Silvio Zein, der in seiner Jugendzeit selbst ein großes Talent war und in die DDR-Juniorennationalmannschaft berufen wurde, ist davon überzeugt, dass aus ihr mal etwas werden kann, weil sie einfach das Talent, Trainingsfleiß und den nötigen Biss hat. Erst kürzlich in Kienbaum (bei Berlin), der DLV-Kaderschule, machte auch Dreisprung-Trainer Eckhard Hutt der Ratinger Leichtathletin Hoffnung: "Bleib dabei, du hast das Zeug zu einer großen Leichtathletin."

Und das will Monika auch werden. Sie träumt davon, schon bald bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. "Schließlich hat Ulrike Meyfarth als 17-Jährige Gold im Hochsprung gewonnen. Dann wäre Olympia 2012 in London eigentlich nichts Außergewöhnliches mehr, weil ich dann ja schon 18 bin", erklärt Monika, die deshalb auch wöchentlich fünfmal zwei Stunden trainiert.

In Bad Oeynhausen will die 15-Jährige heute gewinnen

Zunächst einmal will sie aber in Bad Oeynhausen bestehen. Ihr Ziel bei diesen Titelkämpfen lautet ganz einfach: "Ich will gewinnen." Danach wird Monika in ihrer Heimatstadt Danzig Urlaub machen und ganz eifrig die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Fernsehen verfolgen - und ein wenig davon träumen, eines Tages mal selbst auf der ganz großen Leichtathletikbühne zu stehen.

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