Nach einem miserablen Start kämpfte sich der Handball-Drittligist noch auf ein 29:32 gegen den Leichlinger TV heran. Dagegen startete die SG Ratingen mit einem Debakel in die Rückrunde.

Großer Einsatz: Im rechten Rückraum musste Linkshänder Henrik Heider auf dem Weg zu seinen vier Treffern oft Schmerzen erleiden.
Großer Einsatz: Im rechten Rückraum musste Linkshänder Henrik Heider auf dem Weg zu seinen vier Treffern oft Schmerzen erleiden.

Großer Einsatz: Im rechten Rückraum musste Linkshänder Henrik Heider auf dem Weg zu seinen vier Treffern oft Schmerzen erleiden.

R. Matzerath

Großer Einsatz: Im rechten Rückraum musste Linkshänder Henrik Heider auf dem Weg zu seinen vier Treffern oft Schmerzen erleiden.

Langenfeld/Ratingen. Auf den ersten Blick sind die Handballer der SG Langenfeld (SGL) tatsächlich ein Stück vorangekommen. Das Ergebnis, das nach dem Rückrunden-Auftakt in der Dritten Liga gegen den Leichlinger TV auf der Anzeigetafel zu lesen war, sah ja nicht verkehrt aus – 29:32 (12:19). Das geht für einen Tabellenletzten, der auf den Westdeutschen Meister und aktuellen Tabellenvierten trifft, ziemlich in Ordnung. Außerdem hatte der Aufsteiger Langenfeld vor vier Monaten bei seiner Drittliga-Premiere in Leichlingen mit 28:39 verloren und die bis heute höchste Saison-Niederlage kassiert. Jetzt deutete nach einem total verkorksten Start erneut alles auf eine bittere Pleite hin, ehe die SGL deutlich zulegte und den zweiten Durchgang für sich entschied (17:13). Trainer Dennis Werkmeister fand diesen Teil begeisternd: „Die zweite Halbzeit war richtig, richtig gut.“

Langenfelds Plan sah vor, in der Deckung hart zuzupacken. Wunsch und Wirklichkeit passten jedoch nicht zusammen – 1:4 (6.), 3:6 (8.), 3:9 (13.), 6:13 (20.), 7:15 (24.). Die SGL produzierte vorne Stückwerk und leistete sich hinten ebenfalls zu viele Fehler, sodass ein zum Tabellenstand passender Auftritt herauskam. Beim 12:19 nach 30 Minuten schienen die Hausherren erneut auf eine schmerzhafte Pleite zuzusteuern. Es kam anders – weil der Außenseiter den Kampf annahm und durch ungewöhnliche Maßnahmen für Druck sorgte. Aus dem 13:20 (32.) machte Langenfeld das 16:20 (37.), denn die nun extrem offensive Abwehr brachte den Gegner aus dem Rhythmus.

„Wenn das Spiel fünf Minuten länger dauert, verlieren die hier“, fand SGL-Trainer Werkmeister später, „wenn wir mit so einem Einsatz gegen die anderen Mannschaften spielen, werden wir noch punkten.“

Vielleicht hilft für die Aufgabe am Samstag (19.30 Uhr) beim Zehnten HSG Krefeld der Rückblick auf den 10. September 2016. Damals gab es bei der Drittliga-Heimpremiere ein völlig verdientes 30:30 gegen Krefeld. Langenfeld verpasste nur um Millimeter den Sieg, weil es über 60 Minuten perfekt im Spiel war. mid

Die Ratinger waren im Angriff jedenfalls völlig hilflos

Ein Blick in das Gesicht von Bastien Arnaud reichte schon während des Spiels. Der neue Kreisläufer der SG Ratingen wirkte streckenweise völlig entsetzt angesichts dessen, was sich da um ihn herum abspielte. Der Franzose hatte krankheitsbedingt am Donnerstag erstmals mit seiner neuen Mannschaft trainiert, musste Samstag gleich im Spitzenspiel gegen den Neusser HV ran – und das erlebte er nur 41 Minuten lang, weil er dann mit einer Roten Karte nach seiner dritten Zeitstrafe das Feld räumen musste. So erlebte er die Schlusssirene in einer Partie, in der sich das Löwenrudel beim 16:33 gegen den Spitzenreiter als wehrloses Schlachtvieh präsentierte, von der Tribüne mit. Worte zu finden, die das Heimdebakel zum Rückrunden-Auftakt treffend beschreiben, fällt schwer. Auch Bastian Schlierkamp rang mit sich. Während der Partie, zu dem der Verein im Rahmen des Neujahrsempfangs viele Gäste und Sponsoren eingeladen hatte, saß der Geschäftsführer manchmal wie ein Häufchen Elend auf der Bank. „Das ist super enttäuschend“, sagte er nach dem Spiel.

Tatsächlich offenbarte sich gegen den bislang ungeschlagenen Spitzenreiter ein Klassenunterschied, der sich gewaschen hatte. Beide Teams trennten Welten. Die Ratinger waren im Angriff völlig hilflos angesichts der groß gewachsenen Deckung der Gäste. „Wir haben uns viel zu früh ergeben“, befand Spielertrainer Simon Breuer. asch

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