Handball-Drittligist SG Ratingen verschafft sich Luft und gewinnt mit 28:24, muss aber den Ausfall von Rückraumspieler Arthur Giela verschmerzen, der erneut einen Handbruch erlitt.

Simon Breuer, Spielertrainer bei der SG Ratingen, schafft es trotz der konsequenten Abwehrarbeit seines Gegenspielers, den Wurf anzusetzen.
Simon Breuer, Spielertrainer bei der SG Ratingen, schafft es trotz der konsequenten Abwehrarbeit seines Gegenspielers, den Wurf anzusetzen.

Simon Breuer, Spielertrainer bei der SG Ratingen, schafft es trotz der konsequenten Abwehrarbeit seines Gegenspielers, den Wurf anzusetzen.

Achim Blazy

Simon Breuer, Spielertrainer bei der SG Ratingen, schafft es trotz der konsequenten Abwehrarbeit seines Gegenspielers, den Wurf anzusetzen.

Ratingen/Langenfeld. Das Ergebnis verstellte niemandem den Blick für die Realitäten. Selbst beim Sieger nicht. Nach dem 28:24 (14:12) im Kellerduell gegen die SG Langenfeld (SGL) trafen sich die Drittliga-Handballer der SG Ratingen kurz zum Kreis, um gemeinsam zu feiern. Der Erfolg führte das Team um Spielertrainer Simon Breuer zwar noch nicht weg von einem Abstiegsplatz, aber mit 5:19 Zählern sieht die Welt auf Rang 14 immerhin wenigstens ein bisschen freundlicher aus. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, gab Breuer zu, „Langenfeld hat uns vor allem in der Anfangsphase einiges geschenkt. Davon haben wir im Endeffekt bis zum Schluss gezehrt.“ Langenfeld hatte in der Startformation auf Tim Menzlaff verzichtet, seinen mit weitem Abstand besten Werfer, der zu den Top-Torschützen in der 3. Liga gehört.

Trotz zahlreicher Ungereimtheiten gab die SGL nicht auf

Die überraschende Maßnahme half wenig und beeindruckte die Gastgeber kaum. Nach dem 2:0 (4.) glich André Eich durch zwei Siebenmeter zum 2:2 (6.) aus für die SGL, doch Ballverluste, ein starker SG-Torhüter David Ferne, ungenutzte Chancen und ein bisweilen schludriges Abwehrverhalten brachten Ratingen das 6:2 (11.). Spielertrainer Simon Breuer, Dreh- und Angelpunkt bei den Gastgebern, fasste es treffend zusammen: „Langenfeld hat uns vor allem in der Anfangsphase viel geschenkt. Im Endeffekt haben wir davon bis zum Schluss gezehrt.“

Der Drittletzte legte immer vor – 9:6 (19.), 12:8 (24.), 14:10 (28.), 14:12 (30.). Trotz zahlreicher Ungereimtheiten gab die SGL allerdings nicht auf und konnte durch den Siebenmeter von Eich auf 13:14 verkürzen (32.). Gleich dreimal bekamen die Gäste nun eine Chance zum Ausgleich – und nutzten keine. Beim Versuch des Tempogegenstoßes gab es einen Fehlpass, auf den ein schwacher Wurf und ein Schrittfehler folgten. Die Zeitstrafe gegen Andreas Nelte überstand Langenfeld unbeschadet, bevor es nach der Zeitstrafe gegen Tim Menzlaff wieder klarer in Rückstand geriet – 14:17 (39.), 15:18 (40.), 17:21 (46.). Als etwas später Philipp Wolter bei Langenfeld für zwei Minuten runter musste, machte Sebastian Bartmann mit dem 25:20 (51.) endgültig alles klar für die Gastgeber.

Der Kreisläufer der Ratinger gehörte zu denen, die das Geschehen bald gelassen zusammenfassten. Das Happy End fürs eigene Team schmeckte Bartmann ebenso gut wie die Portion Reis mit Hühnchen, die er sich auf der Tribüne genehmigte. „Wir haben wieder gegen eine Mannschaft gewonnen, die mit uns da unten steht. Das ist das Wichtigtste“, sagte der 25-Jährige. Sein SGL-Kreisläufer-Kollege Dustin Thöne, der mit fünf Toren der überragende Spieler der zweiten Hälfte war, konnte von derart viel Genuss nur träumen: „Ich sage zum Spiel nichts. Auf keinen Fall.“

Manches spricht ohnehin für sich – selbst beim Sieger. Die SG muss nach dem Ausfall von Abwehrchef Damian Janus, der vor einer Woche im Spiel in Minden II (29:33) eine schwere Schulterverletzung erlitten hatte, eine weitere Hiobsbotschaft verarbeiten. Gegen Langenfeld erlitt Arthur Giela, der erst kürzlich aufs Feld zurückgekehrt war, erneut einen Handbruch. Für die SGL bleibt es beim Schluss, der sich von selbst ergibt: Wer ein solches Spiel nicht gewinnt, sollte sich keine übertrieben große Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

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