Der Monheimer Mathias Ademoski feiert ein erfolgreiches Comeback.

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Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft sicherte sich Mathias Ademoski (Mitte) den Titel.

Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft sicherte sich Mathias Ademoski (Mitte) den Titel.

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Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft sicherte sich Mathias Ademoski (Mitte) den Titel.

Monheim. Mathias Ademoski ist Deutscher Meister im Kickboxen und Trainer bei der SG Monheim. Mit der WZ sprach er über seinen Sport, seine Ziele und seine Verbundenheit zu Monheim.

Sie standen vor Ihrer Rückkehr 1999 das letzte Mal im Ring. Was waren Ihre Gründe für ein Comeback mit 40 Jahren?

Mathias Ademoski: Das war eine Mischung aus Zufall und Ehrgeiz. Ein befreundeter Veranstalter hatte mich gefragt, ob ich einen Showkampf machen würde. Da ich noch gut in Form war, habe ich zugesagt und den amtierenden Deutschen Meister geschlagen. Danach hat mich der Ehrgeiz gepackt . . . (lacht), und das erfolgreiche Comeback von Henry Maske hat mich ermutigt.

Im März haben Sie dann den Titelkampf um die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Gibt es jetzt noch Ziele, die Sie erreichen wollen?

Ademoski: Um ehrlich zu sein, ist so eine Vorbereitung auf einen Titelkampf ganz schön hart. Da gibt es fünf bis sechs Wochen vorher nur das eine Ziel – das muss ich in meinem Alter nicht mehr haben. Aber fragen Sie mich in einem Monat noch einmal.

Gepackt hat Mathias Ademoski die Kampfsport-Leidenschaft 1986, als er mit Kung Fu seine erste Herausforderung annahm. Weitere Stationen waren ITF-Tae-Kwon-Do, Fullcontact-Kickboxen und zu guter Letzt Boxen. Seine Spitzentrainer waren unter anderen Bundestrainer Siggi Wölf, Harry Vones, Walter Komorrowski, Manfred Görres und schließlich Eren Aydogan. Mathias Ademoski war in dieser Zeit mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger im Kickboxen und trainierte mit „K 1“-Größen wie Andy Souwer, Ramon Dekker oder Don Wilson.

Ärgert es Sie denn, das Sie damals so früh Ihre Handschuhe an den Nagel gehängt haben?

Ademoski: Im Nachhinein schon ein wenig. Ich war noch relativ jung, hätte viel erreichen können, aber die SG Monheim, der ich viel zu verdanken habe, gab mir die Möglichkeit, als Trainer zu arbeiten. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen, und beides zusammen war für mich kein Thema. Boxen ist mittlerweile gesellschaftsfähig.

Warum hat das Kickboxen immer noch einen schlechten Ruf?

Ademoski: Das kann ich mir auch nicht erklären. Letztlich ist Kickboxen nicht gefährlicher als andere Sportarten. Die meisten meiner Schüler kommen mit Blessuren zum Training, die sie sich beim Fußball geholt haben. Wahrscheinlich denken viele noch an früher, als die Kämpfe im Hinterhof eines Rotlichtviertels stattfanden. Heute ist der Sport hoch professionell und gut organisiert.

Was kann man tun, um den Sport in ein besseres Licht zu rücken?

Ademoski: Vielleicht sollte man einmal über eine Image-Kampagne nachdenken. Wir von der SG Monheim versuchen insbesondere den Nachwuchs zu fördern. Demnächst zum Beispiel wollen wir einen Kurs ausschließlich für die Kinder anbieten. Gerade in sozialen Brennpunkten wie Monheim müssen die Kinder runter von der Straße. Das versuchen wir hier – und zum Teil schon sehr erfolgreich. Sie sind in Monheim aufgewachsen.

Was lieben Sie an der Stadt?

Ademoski: Viele sehen in Monheim die hohe Kriminalität, die Plattenbauten. Dabei hat Monheim viel mehr zu bieten: Ich kenne zum Beispiel kaum eine Stadt mit mehr Grünflächen. Und auch das Rheinufer ist schöner als in Köln oder Düsseldorf. So schnell gehe ich hier also nicht weg.

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