Jörg Bergmeister erzielte im Training einen Streckenrekord, war dann aber nur Zuschauer.

Jörg Bergmeister erzielte im Training einen Streckenrekord, war dann aber nur Zuschauer.
Jörg Bergmeister fand den Lauf der Dinge in Elkhart Lake eher unschön.

Jörg Bergmeister fand den Lauf der Dinge in Elkhart Lake eher unschön.

ParKPlace Motorsports

Jörg Bergmeister fand den Lauf der Dinge in Elkhart Lake eher unschön.

Langenfeld. Am Ende hätte Jörg Bergmeister auf die lange Dienstreise gut und gerne verzichten können. Nach dem Juni-Abenteuer mit dem deutschen Team Project 1 bei den 24 Stunden von Le Mans hatte der Porsche-Werksfahrer vor allem viel getestet – was ebenfalls eine Rundreise durch die Welt war.

„Ich will aufs Podium. Um Rennen zu gewinnen, brauchst du natürlich ein bisschen Glück.“

Jörg Bergmeister, Rennfahrer

Dann kam die Nachricht aus Amerika, dass sein US-Team Park Place Motorsports aus Texas seine Pläne geändert habe. Ursprünglich sah der Terminkalender vor, in der WeatherTech Sportscar Championship nur die Rennen über die langen Distanzen zu bestreiten – nach den 24 Stunden von Daytona Ende Januar, den zwölf Stunden von Sebring Mitte März und den sechs Stunden von Watkins Glen Anfang Juli noch den Zehn-Stunden-Einsatz zum Abschluss beim „Petit Le Mans“ in Road Atlanta im Oktober.

Eine Top-Platzierung in der Sonderwertung „American Endurance Championship“ war das Ziel. Nun kam das Sprintrennen über 2:40 Stunden auf der Road America in Wisconsin hinzu – wogegen der Langenfelder zunächst nichts einzuwenden hatte. Im Gegenteil: Elkhart Lake ist ja Bergmeisters Lieblingsstrecke, auf der er in den vergangenen Jahren bereits vier Siege einfahren konnte.

Dass der Motorsport-Profi den Kurs liebt, zeigten auch seine Leistungen. So stellte er im dritten Training einen Streckenrekord für die GTD-Klasse auf und erzielte dann im Warm-Up fürs Rennen die schnellste Zeit. Extrem ärgerlich: Im Rennen durfte Bergmeister keinen Meter fahren.

Patrick Lindsey, Team-Eigner bei ParkPlace, lag auf dem zweiten Platz – bis er in einen Unfall mit Folgen verwickelt wurde. Der Porsche 911 GT 3 R bekam dabei so viel ab, dass rund eine Stunde vor dem Ende der Veranstaltung ein langwieriger Reparatur-Versuch keinen Sinn ergeben hätte. „Das ist bitter“, sagte Bergmeister, „die Strecke kommt Porsche entgegen und wir hatten das schnellste Auto. Ich bin sicher, dass wir gewonnen hätten.“

Am Sonntag geht es im englischen Silverstone weiter

Für die Gesamtwertung in der WeatherTech-Serie wäre der erste Platz unwichtig gewesen, weil Bergmeister/Lindsey dort nur als Teilzeit-Beschäftigte unterwegs sind. Trotzdem hätte Jörg Bergmeister defintiv gerne einen weiteren Rennsieg aufs persönliche Konto überwiesen.

Das nächste Spitzenresultat könnte es nun am kommenden Sonntag beim dritten Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in Silverstone geben. Das Team Project 1 aus Lohne ist ein WEC-Neuling, der in den beiden ersten Rennen (Spa-Francorchamps, Le Mans) erstens sein Potenzial zeigte und zweitens eine ganze Menge lernen konnte.

Jörg Bergmeister macht sich rechtzeitig auf den Weg, weil es wieder ein paar Tage der Vorbereitung an Ort und Stelle gibt. „Ich will aufs Podium“, sagt der 42-Jährige, „um Rennen zu gewinnen, brauchst du natürlich ein bisschen Glück.“ Nicht unwesentlich: Bergmeister muss überhaupt hinters Lenkrad klettern dürfen.

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