Der KC Hilden trainiert auch in der Kälte draußen, um in der Saison zu glänzen.

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Die Hildener Kanuten müssen noch bis zum 1. April auf dem Menzelsee trainieren, weil für den Elbsee ein Winterpaddelverbot besteht.

Die Hildener Kanuten müssen noch bis zum 1. April auf dem Menzelsee trainieren, weil für den Elbsee ein Winterpaddelverbot besteht.

Dirk Thomé

Die Hildener Kanuten müssen noch bis zum 1. April auf dem Menzelsee trainieren, weil für den Elbsee ein Winterpaddelverbot besteht.

Hilden. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt werden wohl die Wenigsten einen Sturz ins kalte Wasser riskieren wollen. Nicht so die Kanuten des Kanu-Club Hilden. Sie begeben sich auch bei eisigen Temperaturen - wie in den vergangenen Wochen - ins Wasser. Dort holen sie sich die körperliche Fitness und Ausdauer für die Saison zwischen März und September.

Stürze ins kalte Nass werden dabei in Kauf genommen. "Es gibt kein falsches Wetter, es gibt nur falsche Kleidung", sagt Mira Louen. Die 24-Jährige ist gerade vom Training auf dem Menzelsee gekommen und sitzt im Vereinsheim des KC Hilden am Elbsee. Ihr zwölf Jahre alter Vereinskamerad Sören Loos ergänzt: "Durch die Neoprenanzüge wird uns auch bei einem Sturz ins Wasser nicht kalt. Nur am Kopf könnte es kalt werden, aber dafür gibt es Kappen."

Die Beiden trainieren im Winter nicht auf dem heimischen Elbsee, sondern müssen ihre Boote zum Menzelsee tragen. Schuld daran ist das Winterpaddelverbot. Um die Vögel nicht zu stören, dürfen die Kanuten bis zum 1. April nicht auf dem Elbsee paddeln. "Es sind zwar nur wenige Minuten zu laufen, aber nervig ist es schon", sagt Louen.

Das Paddelverbot für den Elbsee könnte bald aufgehoben werden

Am Menzelsee gibt es nur ein Bootshaus ohne Sanitäranlagen. Zum duschen und aufwärmen müssen die Kanuten ins Vereinsheim. Außerdem ist der Menzelsee kleiner als der Elbsee und friert deshalb schneller zu. Dann können die abgehärteten Kanuten nicht mehr im Wasser trainieren. Um sich trotzdem fit zu halten, gehen sie dann in den Kraftraum.

Aber Besserung ist in Sicht: Ab 1. April ist das Winterpaddelverbot sowieso aufgehoben, und in Zukunft könnte es für den Elbsee ganz wegfallen, weil die Stadt Düsseldorf eine Studie über die Seenutzung in Auftrag gegeben hat. Die Kanuten hatten bereits Anfang des Jahres auf eine Entscheidung gehofft, doch die blieb aus. Nun hoffen sie, dass sie im nächsten Winter direkt vor ihrer Haustür paddeln dürfen.

Siege bei den World Games in Australien im Einerkajak Einzel und Mannschaft (Sandra Glaschke, 39 Jahre), Europameistertitel im Einerkajak bei der Junioren-EM (Steffi Horn, 18) und im Outrigger-Kajak (Nicole Maschwitz, 38)

Bronzemedaille bei den Deutschen Schülermeisterschaften im Einercanadier (Sören Loos, 12 Jahre), Deutsche Vizemeisterschaft in der Leistungsklasse im Einerkajak (Mira Louen, 24)

Die Kanuten trainieren das gesamte Jahr über vier- bis fünfmal in der Woche. "Bei uns gibt es keine festen Trainingszeiten. Jeder kann seinen Trainingsplan relativ individuell gestalten", sagt Trainer Björn Behne. Dabei trainieren die Leistungssportler, wie Louen und Loos, gemeinsam mit den Freizeitsportlern.

"Bei uns gibt es keine zwei Gruppen. Alle trainieren zusammen und haben Spaß dabei", sagt Mira Louen. Wer richtig gut ist, kommt in die Landeskader und trainiert ein- bis zweimal wöchentlich am Landesleistungsstützpunkt in Neuss. Dort treffen sie dann Behne wieder, der auch Leistungsstützpunkttrainer ist.

Für Louen und Loos zahlt sich das viele Training in Form von Erfolgen aus. Auch in der nächsten Saison wollen die Hildener Kanuten wieder angreifen: Loos hat sich die Deutsche Meisterschaft als Ziel gesetzt. Louen hat keine feste Vorgabe: "Klar will ich Rennen gewinnen, aber vor allem Spaß haben."

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