Kinder ab vier Jahren trainieren schon auf vier Rollen.

Hilden. Blitzschnell sind die kleinen Sportler auf acht Rollen unterwegs, bremsen, drehen sich, treiben den kleinen roten Ball mit kräftigen Schlägen vor sich her. Die Bambini der Hilden Flames in den schwarzen Trikots sind Feuer und Flamme für das Spiel. Sie kämpfen leidenschaftlich und haben die Gegner aus Langenfeld in ihrer Hälfte eingeschnürt. Nur selten gelingt den Gästen ein Befreiungsschlag, doch dann ist Laura zur Stelle und verteidigt mit aller Kraft ihr Tor.

Die Siebenjährige spielt erst seit drei Monaten Inline-Hockey, das Duell beim Inliner-Tag in der Dr.-Ellen-Wiederhold-Halle ist ihr erster Einsatz zwischen den Pfosten. „Sie war vorher sehr aufgeregt“, erzählt ihr Vater Marc Bachor, der jede Bewegung seiner Tochter auf dem Feld verfolgt. Begeistert war er anfangs nicht davon, dass Laura auf die Rolle wollte. „Das ist nicht gerade ein Mädchensport, doch inzwischen habe ich mich daran gewöhnt“, sagt der Hildener. „Sie hat vorher getanzt und Fußball ausprobiert, doch der Bruder spielt hier im Verein und sie hat sich das auch gewünscht.“

Mädchen und Jungen sind bei den Hilden Flames gleichermaßen willkommen und spielen bis zur U19 zusammen. „Das Verhältnis ist bei uns fast ausgeglichen. Viele Eltern haben Angst vor Verletzungen, doch die Schutzkleidung ist so gut, dass der Sport weit weniger gefährlich ist als beispielsweise Fußball“, sagt Gernot Fürst.

Der Abteilungsleiter nahm das 150-jährige Bestehen der Hildener AT zum Anlass, die rasante Sportart mit einem Tag, an dem sich alles um die Rollschuhe dreht, bekannter zu machen. „Die Regeln sind die gleichen wie beim Eishockey. Wir brauchen allerdings nur einen Sporthallenboden und haben einen Ball anstelle des Pucks.“

Die einen machen es als Hobby, andere als Leistungssport

Das schnelle, körperbetonte Spiel auf dem Feld fasziniert Timo besonders. Der 13-Jährige begann vor fünf Jahren. „Ein Freund hat mich damals mitgenommen, weil mir Fußball nicht gefallen hat. Es ist eine der schnellsten Sportarten überhaupt, und ich mag es, wenn es auch mal ruppiger zugeht.“ Mit der Jugendmannschaft behauptet er sich derzeit in der dritten Liga. Doch er hat ehrgeizige Ziele. „Irgendwann möchte ich gerne in der ersten Jugend-Bundesliga spielen.“

Der Spaß steht dagegen bei Taron im Mittelpunkt. Er wechselte vor einem Jahr von Düsseldorf nach Hilden und für ihn es wichtig, Teil eines guten Teams zu sein. „Ich bin schon vorher gerne auf Inlinern unterwegs gewesen und seit ich in der Zeitung von dem Probetraining gehört habe, bin ich dabei“, berichtet der Zwölfjährige.

Cedric ist in seiner Freizeit ebenfalls gerne rollend unterwegs, doch ob er das regelmäßig im Verein machen möchte, hat der Achtjährige noch nicht entschieden. „Eigentlich bin ich heute nur gekommen, um Bremsen zu üben. Das geht noch nicht so richtig gut, obwohl ich am liebsten schnell fahre.“

Nachwuchs ist bei den Hilden Flames willkommen, die jüngsten Mitglieder sind gerade vier Jahre alt. „Ihnen bringen unsere Trainer in der Laufschule ganz spielerisch die Technik bei. Sie brauchen nur ein wenig Gleichgewichtssinn und alles andere lernen sie hier“, sagt Gernot Fürst. Er hofft, noch mehr Kinder für den schnellen Sport zu begeistern, bei dem der Ball mit einem Schlag auf bis zu 80 Stundenkilometer beschleunigt. „Als Teamsport fördert er auch die sozialen Eigenschaften. Denn die Spieler kommunizieren auf dem Feld ständig miteinander“, betont Fürst.

„Geh, geh“, feuern die Spieler gerade ihren Stürmer an, der allein auf das Langenfelder Tor zufährt. Er holt aus und jagt den Ball ins Netz. Mit Applaus und Gejohle feiert das Publikum den Erfolg. Mit 7:1 gewinnen die Hildener die Partie.

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