Nach dem Platzverweis für Patrick Jöcks war für Baumberg gegen Schonnebeck trotzdem noch ein Sieg drin.

Nach dem Platzverweis für Patrick Jöcks war für Baumberg gegen Schonnebeck trotzdem noch ein Sieg drin.
Für Monheims Leroy Mickels (l.) war die Partie in Essen schon nach 26 Minuten vorbei. Archiv

Für Monheims Leroy Mickels (l.) war die Partie in Essen schon nach 26 Minuten vorbei. Archiv

Platzverweis: Baumbergs Abwehrspieler Patrick Jöcks (ganz rechts) versteht die Welt nicht mehr.

Matzerath, Bild 1 von 2

Für Monheims Leroy Mickels (l.) war die Partie in Essen schon nach 26 Minuten vorbei. Archiv

Monheim. Als der Essener Karnevalsprinz im Stadion Uhlenkrug zusammen mit seiner Frau den Anstoß für das Nachholspiel der Fußball-Oberliga zwischen dem ETB SW Essen und dem FC Monheim (FCM) ausführte, schienen alle bei einer Spaßveranstaltung gelandet zu sein. Dass dies ein Trugschluss war, wurde allerdings nur kurze Zeit später deutlich, denn die am Ende torlose Begegnung wurde mit harten Bandagen geführt. Als es Mitte der ersten Halbzeit an der Außenlinie zu einer Rudelbildung mit geschätzt rund 20 Beteiligten kam, sah sich sogar der Stadionsprecher genötigt, alle Beteiligten zur Ruhe anzuhalten und daran zu erinnern, dass es sich hier „um ein Fußballspiel und keinen Ringkampf“ handele.

FCM-Coach Dennis Ruess war derart bedient, dass er auf die Teilnahme an der geplanten Pressekonferenz verzichtete. „Sowohl durch die Beschaffenheit des Platzes als auch durch die Spielweise der Essener wurde die Gesundheit meiner Leute aufs Spiel gesetzt. Und anstatt nachher auf Friede, Freude Eierkuchen zu machen, habe ich auf die Pressekonferenz verzichtet. Auch wenn ich das vorher noch nie gemacht habe – ich würde es wieder tun“, sagte Ruess. Erster Kritikpunkt des Monheimer Trainers war der Untergrund: Der Rasenplatz im Stadion war schon in den vergangenen Wochen häufig nicht bespielbar, doch diesmal entschieden sich die Verantwortlichen gegen eine Absage. „Was Essen damit beweisen wollte, weiß ich nicht. Der Platz war unter einer dünnen schmierigen Schicht wie Beton. Da hätten wir gleich auf dem Parkplatz spielen können“, stellte Ruess fest. Hinzu kam das aus seiner Sicht deutlich zu rustikale Essener Vorgehen – und der Kombination beider Punkte fiel nach nicht einmal einer halben Stunde Monheims Angreifer Leroy Mickels zum Opfer. Nach einer rüden Attacke im Mittelfeld fiel der 22-Jährige unglücklich auf den harten Boden, verletzte sich an der Schulter und musste nach 26 Minuten ausgewechselt werden. Im Krankenhaus konnte später immerhin eine Verletzung des Band-Apparates ausgeschlossen werden. Ruess: „Das hat für mich gerade mit den von Essen im Vorfeld getätigten Aussagen einen faden Beigeschmack, wenn sie ankündigen, sich besonders um Leroy kümmern zu wollen und ihn dann 20 Minuten lang über den Platz treten. Da ist aber auch der Schiedsrichter in der Pflicht, solche Spieler besser zu schützen. Und das gilt nicht nur für Leroy, sondern für viele andere Spieler.“ Bitter stieß dem FCM auf, dass es der Unparteiische nach dem Foul an Mickels bei einer Ermahnung beließ.

Der schöne Plan des Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) schien schon in der dritten Minute vom Tisch zu sein, als sich Schiedsrichter Sven Henrichs (BW Meer) in den Mittelpunkt stellte. Der Unparteiische wertete eine Aktion von Patrick Jöcks im Zweikampf mit Damian Bartsch von der SpVg. Schonnebeck als Notbremse – und zückte die Rote Karte. Die Entscheidung war zwar ziemlich falsch, weil Innenverteidiger Kosi Saka in der Nähe stand und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch hätte eingreifen können, doch Baumberg musste fortan in Unterzahl weitermachen – gegen einen Kontrahenten, der bereits zwölf Mal hintereinander nicht verloren hatte. Am Ende behielten die Gastgeber dank einer kämpferisch beeindruckenden Partie und der nach dem Wechsel besten Saisonleistung trotzdem ein 2:2 (0:1). Das Team von Trainer Salah El Halimi verlor zwar die Tabellenspitze an den SV Straelen (beide 38 Punkte), war aber der moralische Sieger. Jöcks verschwand nach dem Platzverweis im Kabinentrakt, ehe er in der Pause nachdenklich an einer der Buden in der Nähe stand. In der Beurteilung versuchte es der 25-Jährige, in dem es brodelte, diplomatisch: „Ich weiß nicht, ob man da eine Rote Karte geben muss. Das ist bitter für uns.“ Viel klarer hätte er seinen Standpunkt kaum erläutern können. Trainer El Halimi brachte seine Sicht der Dinge deutlicher vor: „Das geht nicht, niemals.“ Taktisch stellten die Hausherren sofort um, indem Kisolo Deo Biskup aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung rückte und Robin Hömig von weiter vorne ein Stück nach hinten rutschte. Folge: Baumberg brauchte ein paar Minuten, um sich vernünftig zu sortieren. Glück hatten die Gastgeber beim Freistoß von Markus Heppke an die Latte (5.), ehe sie einen Konter und das 0:1 (14.) durch Marc Enger kassierten.

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