Bianca Krause ist mit ihrer Teampartnerin die Transalp-Challenge gefahren.

Radsport
Bianca Krause kam in den Alpen unter die Top-Ten.

Bianca Krause kam in den Alpen unter die Top-Ten.

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Bianca Krause kam in den Alpen unter die Top-Ten.

Haan. Rund gelaufen ist die Saison für Bianca Krause. Bei ihren zahlreichen Berg- und Talfahrten zeigte die Mountainbike-Spezialistin aus Haan den Konkurrenten im Sattel das Hinterrad. Nach acht Rennen im Marathon-Cup-NRW stand die 43-Jährige in der Altersklasse der Senioren II ganz oben auf dem Podium. Gleichzeitig sammelte sie die meisten Punkte und wurde somit Siegerin der Gesamtwertung. „Damit habe ich nicht gerechnet. Einige der stärksten Fahrerinnen sind aber auch nicht in allen Rennen gestartet“, sagt die Haanerin bescheiden.

Sie hatte die Serie selbst anfangs nur als Vorbereitung auf ihr eigentliches Ziel betrachtet – die Teilnahme an der Transalp-Challenge – damit ihr beim Querfeldein-Ritt über die Alpen nicht die Puste ausgeht. „Zu Saisonbeginn wollte ich erst einmal sehen, wo ich stehe und wie gut ich im Vergleich zu den anderen über den Winter gekommen bin“, berichtet die Athletin. Die milden Temperaturen hatten ihr viel Gelegenheit gegeben, im Bergischen Land und im Siebengebirge Kilometer zu sammeln und mit ihrer Teamkollegin den Rhythmus zu finden.

„Sie hat mich ein wenig mit ihrer Begeisterung überrollt und mich überredet, mit ihr in Österreich an den Start zu gehen. Eigentlich hatte ich das nicht geplant. Doch es passte vom Tempo und auch menschlich, deshalb habe ich mich mitreißen lassen“, erzählt Krause. Sie hatte bereits 2004 mit dem Rad die Alpenpässe überquert.

Die Alpen-Tour wurde zum Familienurlaub auf dem Rad

Die Zeit für die Vorbereitung musste sie sich erst schaffen, denn ihr Mann teilt ihre Leidenschaft. Mit ihm muss sie ihren Wettkampfkalender abstimmen. Sie machten eine Art Familienurlaub aus der Transalp. Krause absolvierte den härtesten Teil der Tour. In sechs Tagen ließ sie 582 Kilometer hinter sich und bewältigte 19 227 Höhenmeter mit Muskelkraft. Die Königsetappe führte am dritten Tag von Nauders nach Naturns über 3434 Meter Höhenunterschiede.

Die härtesten Stunden des Rennens durchlebte Krause allerdings am Tag zuvor. „Da hat es schon am Start geschüttet und nach zwei Minuten waren wir bis in die letzte Pore nass. Dazu war es fünf Grad kalt und als wir in einen kleinen Stau kamen, habe ich so gefroren, dass ich den Lenker kaum halten konnte“, erinnert sich die Haanerin. Rund 20 Teams blieben auf der Strecke. „Das sind so Momente, in denen ich mich schon frage, warum ich mir das alles antue.“ Nach der heißen Dusche im Hotel waren jedoch auch Kälte und Frust weggespült. Am nächsten Tag ging es weiter – bis zu Platz zehn in der Endabrechnung.

Die mentale Kraft für die steilen Anstiege hat Krause ihre Freundin und Trainingspartnerin Natascha Binder mitgegeben. „Wir haben gemeinsam Strategien entwickelt, um Durchhänger zu überwinden“, sagt Binder. Sie ist zuweilen noch immer überrascht, wie stark ihre Freundin sich seit ihrer ersten Begegnung verändert hat. „Sie war anfangs immer sehr rücksichtsvoll unterwegs. In intensiven Gesprächen haben wir daran gearbeitet, dass sie mehr Präsenz zeigt und an sich glaubt. Inzwischen ist sie viel selbstbewusster und lässt im Rennen nicht mehr so einfach der Konkurrenz die Vorfahrt.“ Das war ein Schlüssel zum Erfolg.

„Uns verbindet neben dem Sport ein ähnliches Naturell und inzwischen ganz viel Freundschaft“, betont Binder. Sie freut sich bei jedem Erfolg von Krause mit. Gemeinsam planen sie im nächsten Jahr den Start beim Birkebeinerrittet in Norwegen. Den Startplatz hat Krause beim Marathon-Cup NRW gewonnen.

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