Der Eishockey-Regionalligist steht nach 2:5 im ersten Halbfinalspiel gegen Herford unter Druck.

Der Eishockey-Regionalligist steht nach 2:5 im ersten Halbfinalspiel gegen Herford unter Druck.
Der Ratinger Torhüter Dennis Kohl (r. am Boden) hatte in der Partie gegen Herford alle Hände voll zu tun.

Der Ratinger Torhüter Dennis Kohl (r. am Boden) hatte in der Partie gegen Herford alle Hände voll zu tun.

Achim Blazy

Der Ratinger Torhüter Dennis Kohl (r. am Boden) hatte in der Partie gegen Herford alle Hände voll zu tun.

Ratingen. Die Analyse von Alexander Jacobs fiel nüchtern, aber deutlich aus: „Es sind Playoffs, da ist mehr gefragt. Ich hoffe, die Jungs haben das jetzt verstanden“, sagte der Trainer der Ratinger Ice Aliens. Es war zu wenig, was der Eishockey-Regionalligist im ersten Halbfinale gegen den Herforder EV auf dem Eis zeigte. Die Mängelliste für diese Partie ist umfangreich. Zahlreiche unnötige Scheibenverluste, verlorene Zweikämpfe und kaum gute Torchancen sind nur einige Punkte, die zu nennen wären. Am Ende war das 2:5 sogar noch schmeichelhaft.

„Wir haben zehn Minuten Eishockey gespielt. So kann man nicht gewinnen“, betonte Jacobs. In den besagten zehn Minuten reichte es im zweiten Drittel zum 2:3-Anschluss durch Dustin Schumacher – allerdings unter großer Mithilfe der Gäste. Ohnehin wurde schnell klar, dass sich Herford nur selber schlagen kann. Zu überlegen war der eigentliche Außenseiter – spielerisch und kämpferisch. Es dauerte auch nicht lange, bis die Herforder nach wenigen Sekunden im Schlussdrittel eine Überzahl zum Knockout der Ice Aliens nutzten.

Es war längst nicht der einzige Treffer im Powerplay, das zum entscheidenden Faktor der Partie wurde. „Das Überzahlspiel hat das Spiel entschieden. Wir haben drei Tore in Unterzahl kassiert“, stellte Stürmer Milan Vanek fest. Herford trug sein Powerplay schnörkellos vor, suchte mit schnellen Pässen immer wieder der Abschluss von der blauen Linie. Die Ice Aliens machten es hingegen zu kompliziert. Das zwischenzeitliche 1:1 durch Matthias Potthoff war glücklich – und angesichts der eigenen Überzahlminuten zu wenig.

Die Formschwankungen des Teams sind kaum zu erklären

Keine Frage: Dem Titelverteidiger fehlten in Benjamin Hanke, Tim Brazda und Benjamin Musga wichtige Stürmer, die in solchen Spielen den Unterschied ausmachen können. Ein Rätsel bleibt jedoch, wie die Formschwankungen der Ice Aliens zu erklären sind. Mal hui, mal pfui – so hieß es bereits öfter in dieser Saison. Nach Gründen suchen selbst die Verantwortlichen der Ratinger vergebens. „Wir müssen den Kopf jetzt freibekommen. Es war nur ein Spiel. Am Freitag haben wir in Herford eine neue Chance. Dann sind wir gefragt, diese Niederlage wettzumachen“, meinte Jacobs.

Einfach wird dieses Unterfangen wahrlich nicht. Herford ist heimstark und besiegte die Ice Aliens in der Hauptrunde in der eigenen Eishalle mit 3:0. „Wir fahren nach Herford, um die Serie wieder nach Hause zu holen“, sagte Vanek. Dafür muss jedoch eine deutliche Leistungssteigerung her. „Es wird sich zeigen, ob die Jungs bereit sind, einen Schritt mehr als der Gegner zu gehen“, fand Jacobs. Das wird sicher bitter nötig sein, denn sonst können sich die Ice Aliens nach dem zweiten Heimspiel am Sonntag wohl in die Sommerpause verabschieden.

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