Der Eishockey-Regionalligist verpasste nach dem 7:6-Erfolg in Diez-Limburg einen Heimsieg und damit eine ideale Ausgangsposition.

Der Eishockey-Regionalligist verpasste nach dem 7:6-Erfolg in Diez-Limburg einen Heimsieg und damit eine ideale Ausgangsposition.
Dennis Fuschbuch setzte sich zwar in dieser Szene gegen den Diezer Emanuel Grund an der Bande durch, doch die Gäste gewannen trotzdem.

Dennis Fuschbuch setzte sich zwar in dieser Szene gegen den Diezer Emanuel Grund an der Bande durch, doch die Gäste gewannen trotzdem.

Blazy

Dennis Fuschbuch setzte sich zwar in dieser Szene gegen den Diezer Emanuel Grund an der Bande durch, doch die Gäste gewannen trotzdem.

Ratingen. Was wäre wohl gewesen, wenn die Ratinger Ice Aliens beim Stande von 3:3 gegen Diez-Limburg zweimal das fast leere Tor getroffen hätten? Wenn Stepan Kuchynka nicht auch noch sich selbst, statt nur Torhüter Constantin Schönfelder ausgespielt hätte? Dann wahrscheinlich hätten die Ice Aliens das zweite Spiel der Play-off-Serie gegen den Tabellenersten gewonnen, würden 2:0 in der „Best of five“-Serie führen und hätten drei Matchbälle zum Finaleinzug. Weil die Aliens ihre Chancen jedoch vergaben, entführten die Gäste in Spiel zwei den Sieg mit 3:5 (2:2, 1:1, 0:2) und glichen die Serie nach dem dramtischen ersten Spiel, das 7:6 (2:3, 1:1, 3:2, 1:0) endete, wieder aus. „Ich fand, wir waren das bessere Team, wir haben leider versäumt, unsere Chancen zu nutzen“, sagte Trainer Achim Johnigk nach der Partie. Die ausgelassenen Chancen im Schlussdrittel sollten sich nämlich rächen. 1:34 Minuten waren noch zu spielen, da kam der Puck vor dem Aliens-Tor irgendwie zu Philipp Maier, der die Scheibe per Schlagschuss hinter Ratingens Torhüter Christoph Oster jagte. Das 3:5, elf Sekunden vor Schluss, war nur makulatur – und ein wenig Slapstick. Aufreizend langsam trottete Dustin Schumacher dem Puck hinterher, der aufs leere Tor zutrudelte und stoppte die Scheibe Zentimeter hinter der Linie. Noch am Freitag war exakt zum gleichen Spielzeitpunkt der Jubel groß: Da hatte eben jener Schumacher den Ausgleich zum 6:6 erzielt und den Aliens den Weg zum Sieg im ersten Spiel geebnet. Denn bereits Spiel eins der Serie war ein wahrer Krimi – und vor rund 500 zuschauern beste Werbung fürs Eishockey. Das 1:0 der Aliens durch Tobi Brazda konterten die Diezer mit drei Treffern in Folge, Benjamin Hanke und Tim Brazda stellten aber wieder den Ausgleich her. Den erneuten Rückstand glich erneut Tim Brazda aus, ehe Thomas Dreischer 14 Minuten vor dem Ende die Aliens erstmals 5:4 in Führung brachte. Doch mit zwei Treffern innerhalb von etwas mehr als einer Minute – und dem ersten Treffer des Abends von einem der beiden Top-Kanadier (in diesem Fall Joseph Davies) – drehten die Diezer die Partie auf 6:5.

„Wenn man bedenkt, dass Diez mit drei Vollprofis aufläuft und einen deutlich höheren Etat hat als wir, kann ich nur zufrieden sein.“

Achim Johnigk, Ratinger Trainer Ein Wechselfehler auf Seiten der Aliens drohte das Spiel zu entscheiden. Zwei Minuten vor Schluss spielten die Ratinger in Unterzahl, doch Limburgs Pierre Wex brachte Ratingen mit einem Foul zurück ins Spiel. Bei vier gegen vier ging es weiter, die Aliens nahmen Torhüter Oster vom Eis. 20 Sekunden vor Schluss nahm Ratingen die Auszeit. Bullygewinn, Puck zu Dustin Schumacher – er traf zum Ausgleich. Weil in der Verlängerung keine Tore fielen, musste das Penaltyschießen herhalten. Hier bewiesen die schon im Spiel treffsicheren Tim Brazda und Benny Hanke starke Nerven. Beide trafen, während Oster zwei Versuche abwehrte. Ein ähnliches Bild bot sich den Zuschauern am Sandbach. Diez ging nach 20 Sekunden in Führung, eineinhalb Minuten später glich Simon Migas zum 1:1 aus. Und nach drei Minuten überwand Dennis Fischbuch Torhüter Schönfelder von der linken Seite zum 2:1. Schiedsrichter Zsolt Heffler ließ jegliche Linie vermissen, verteilte quasi wahllos Strafen auf beiden Seiten – die beide Teams nutzten. In doppelter Überzahl erzielte Diez das 2:2. Doch noch vor der zweiten Pause glich Ratingen wieder aus: Einen Abpraller von Tobias Brazda brachte Christian Müller, einer der besten Ratinger an diesem Sonntagabend, zum Ausgleich über die Linie. Im Schlussdrittel folgte das Ratinger Chancenfestival in Überzahl und per Alleingang. Glück hatten die Aliens noch, als Joseph Davies einen Alleingang verstolperte, kurz darauf klingelte es dennoch zum 3:4. Und so beginnt die Serie am Freitag in Diez quasi von vorn. Trainer Johnigk war trotz der Niederlage zufrieden. „Wenn man bedenkt, dass Diez mit drelufi Vollprofis aufläuft und einen deutlich höheren Etat hat als wir, kann ich nur zufrieden sein. Die Jungs haben gefightet bis zum Ende und alles gegeben.“

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