Der Coach des TV Angermund, Uli Richter, kann es selbst nicht richtig fassen, dass seine Handballer aktuell den zweiten Platz in der Verbandsliga belegen.

Interview
Uli Richter in seinem Element: Der TVA-Trainer ist mit Leidenschaft dabei, wenn die Partie läuft. Archiv

Uli Richter in seinem Element: Der TVA-Trainer ist mit Leidenschaft dabei, wenn die Partie läuft. Archiv

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Uli Richter in seinem Element: Der TVA-Trainer ist mit Leidenschaft dabei, wenn die Partie läuft. Archiv

Ratingen. Durch die überraschend hohe 14:30-Niederlage des Tabellenführers HG Überruhr in eigener Halle gegen die HG Remscheid hat der Kampf um die Tabellenspitze der Handball-Verbandsliga nach zwei Rückrunden-Spieltagen an Spannung zugenommen. Mitten im Geschehen ist als erster Verfolger der TV Angermund. Am 13. Februar, also gleich nach Karneval, müssen die Essener zum großen Showdown in die Walter-Rettinghausen-Halle – und darauf freut sich längst die gesamte Liga. Der in Duisburg wohnende TVA-Coach Uli Richter ist studierter Finanzwirt und gehörte nie einem anderen Verein an. Als Elfjähriger begann er dort mit dem Handballspielen. Er ist längst auch in der Jugendarbeit, im Vorstand und als Schiedsrichter tätig.

Der TVA ist mit zwei Niederlagen gestartet und hat seitdem in 13 weiteren Begegnungen nur noch einmal – daheim gegen den TV Ratingen – verloren. Was haben Sie gemacht? Wie haben Sie Ihre Mannschaft in eine solch glänzende Verfassung bekommen?

Uli Richter: Erst einmal sorgte die gesamte sportliche Führung dafür, dass es keinerlei Stress gibt. Training und Spiel, das muss allen Spaß machen. Nicht nur der ersten Sechs, einfach allen! Jeder Spieler bei uns hat die Gewissheit, dass wir an ihn glauben. Dass wir alle Fähigkeiten genau kennen und wenn es einmal nicht reicht, dann wird das hingenommen.

Glauben Sie oder die Mannschaft, dass Angermund Meister werden kann?

Richter: Remscheid konnte zuletzt aufdecken, dass Überruhr schlagbar ist. Was uns bekanntlich auch gelang. Da hat meine Mannschaft erkannt, was alles möglich ist. Aber was sie einfach ungemein stark macht: Sie gibt nie auf. Das Spiel in Lintorf war das beste Beispiel. Ewig lange sah es danach aus, dass wir nichts holen würden. Am Ende waren wir einfach überlegen. Ähnlich lief es vorher gegen Mettmann. Da haben wir übrigens erheblich besser gespielt, aber auch hier die Punkte erst im Endspurt eingefahren. Und zwar ebenfalls völlig verdient.

Haben Sie den Höhenflug erwartet? Eher nicht, oder?

Richter: Mit Platz zwei zu diesem Zeitpunkt hatten wir in der Tat nicht gerechnet. Schon deshalb, weil sich viele Spieler im ersten Saisondrittel mit Verletzungen rumschlugen. Mit Florian Hasselbach hatten wir frühestens im neuen Jahr gerechnet. Aber plötzlich bekamen ihn die Ärzte fit. In Lintorf konnten wir überraschend Björn Thanscheidt aufbieten. Der Junge war ständig angeschlagen. Durch seine klasse Leistung fiel es kaum auf, dass Christoph Schreiber und Raffael Winter nicht dabei waren. Sie hatten beruflich in München zu tun, stehen aber gegen Überruhr wieder zur Verfügung. Dann stellen wir Bestbesetzung.

Was hat Ihnen nicht gepasst?

Richter: Ganz klar die Heimpleite gegen den TV Ratingen. Aber jetzt, nach dem klaren Sieg der Ratinger in Mettmann, da wissen alle, dass mit ihnen ganz oben zu rechnen ist. Alles andere bei uns lief bisher super. Wir können nicht klagen.

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