Dem VfB fehlte im Viertelfinale des Niederrheinpokals gegen Oberhausen die Cleverness.

Dem VfB fehlte im Viertelfinale des Niederrheinpokals gegen Oberhausen die Cleverness.
Zu spät kam das 1:2 durch Khalid Al Bazaz (r.) für die Hildener Fußballer, die sich gegen Rot-Weiß Oberhausen knapp geschlagen geben mussten.

Zu spät kam das 1:2 durch Khalid Al Bazaz (r.) für die Hildener Fußballer, die sich gegen Rot-Weiß Oberhausen knapp geschlagen geben mussten.

Olaf Staschik

Zu spät kam das 1:2 durch Khalid Al Bazaz (r.) für die Hildener Fußballer, die sich gegen Rot-Weiß Oberhausen knapp geschlagen geben mussten.

Hilden. Auch nach der heißen Dusche hatte Khalid Al-Bazaz noch den Zorn, mit dem er in der letzten Minute den Ball zum Anschlusstreffer ins gegnerische Netz drosch: „Das hätten wir gewinnen können, ja sogar müssen.“ Da war kein Millimeterchen der Freude über den eigenen Treffer gegen Rot-Weiß Oberhausen. „Die spielen als Regionalligist einfach eine Spur abgeklärter als wir.“ Sein Trainer Marcel Bastians wertete das Viertelfinale im Niederrheinpokal, die 1:2 (0:1)-Niederlage, längst nicht so negativ wie der junge, ehrgeizige Al-Bazaz: „Oberhausen ist verdient weitergekommen, weil sie vor allem vor dem Tor cleverer agiert haben als wir. Da gratuliere ich. Aber unsere Mannschaft hat gezeigt, dass – mit etwas Glück – heute mehr drin gewesen wäre.“ So nahm Bastians „positive Signale für unsere Rückrunde“ mit.

Der heimische Platz war ziemlich tief, aber dennoch bespielbar

Bis sich am gestrigen Nachmittag alle sortiert hatten – die mit einem halben Dutzend Bussen angereisten Oberhausener, die Hildener und der zahlenmäßig starke und deutlich sichtbare Polizeiapparat in der Mitte – dauerte es etwas. Gästefans mussten Flaschen draußen lassen. So begann die Partie mit einer halben Stunde Verspätung. Nach zwei Spielabsagen wollte der VfB nicht noch einmal „Platz unter“ melden. Deshalb kam die Mannschaft am Vortag auf der Bezirkssportanlage Am Bandsbusch – unterstützt von einer Handvoll Fans – zu einem fünfstündigen Sondertraining zusammen. Das Thema: Lange, gerade Bahnen ziehen gegen den Schnee. Ergebnis: Die heimische Scholle war tief, aber bespielbar. Für Oberhausens Trainer Mike Terranova dennoch hart an der Grenze: „Aber was soll man machen, wir kennen ja solche Plätze.“

In der ersten Halbzeit hatten die Hildener vergessen, ihre Handbremse zu lösen. Zwar verhinderte die in der Defensive geschickt gestaffelte Mannschaft von Marcel Bastians, dass die Oberhausener zu schnellen Toren kamen. Aber nach vorne ging es wenn überhaupt nur zaghaft. Das gelang auch den nominell spielstärkeren Oberhausenern erst in der 28. Minute. Über zwei Anspielstationen auf der halbrechten Seite hinweg beförderten sie den Ball zu Raphael Steinmetz, der im Hildener Strafraum die Nerven behielt und die Kugel ins Netz der Gastgeber schlenzte. Nach diesem Tor hatten die Gäste aus dem Ruhrgebiet eine starke Phase. Doch Hilden hielt dagegen.

In der Halbzeit ermunterte Trainer Bastians sein Team, mutiger und entschlossener vor das gegnerische Tor zu ziehen. Und so kam ein wesentlich druckvollerer VfB aus der Kabine zurück. Einer auf Augenhöhe. Vor allem auf der rechten Seite wirbelten Ilkwon und Ivosevic. Und dann kam die 56. Minute und das Schusspech des Park Ilkwon. Sehenswert hatten sich die Hildener durch die Oberhausener Reihen kombiniert. Selbst Keeper Woszniak lag geschlagen am Boden – doch Ilkwon schob den Ball links am Tor vorbei.

Der Hildener Sturm und Drang fand durch Simon Engelmann sein Ende. RWO machte das 2:0. „Es war für uns ein ziemliches Glück, dass ich getroffen habe“, gab Engelmann hinterher zu. „Das gab uns Sicherheit zurück.“ Durch den Anschlusstreffer gab es noch einmal minutenlang Hoffnung am Bandsbusch. Der Schlusspfiff des guten Referees Robin Braun holte die Gastgeber aber in die Realität zurück.

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