Tobias Geske und Andreas Nelte vom Drittligisten SG Langenfeld nutzten die Trainingspause zum Start bei Deutschen Meisterschaften.

Berlin/Langenfeld. Die Herren hätten sich auch zu Hause ausruhen können. Das Training des Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL) zur Vorbereitung auf die neue Saison ist schließlich anspruchsvoll genug. Deshalb hatte Trainer Dennis Werkmeister seiner Mannschaft ja eine kurze Pause gegönnt. Für Tobias Geske und Andreas Nelte fiel diese Pause allerdings ins Wasser – oder eher in den Sand. Die beiden dachte nicht im Geringsten an eine Auszeit, weil sie unbedingt ihrer zweiten Leidenschaft nachgehen wollten.

Im Auto mal eben nach Berlin gefahren

Also setzten sie sich zeitig ins Auto und machten sich auf den Weg nach Berlin zu den Deutschen Meisterschaften im Beach-Handball. Dort wurden die beiden Teamkollegen dann aber zu Gegnern auf Zeit. Keeper Geske war für die Absicherung ganz hinten bei „Beach an da Gang“ aus der Nähe von Frankfurt unterwegs, während Kreisläufer Nelte vorne – wie seit vielen Jahren – für die Sandelfen aus Burscheid wirbelte. Am Ende kam es dann im Spiel um den dritten Platz sogar zu einem direkten Duell der beiden Langenfelder.

Sicher ist, dass Geskes „Gang“ beide Halbzeiten für sich entschied und deshalb mit 2:0 gewann. Nelte ging dennoch nicht leer aus, weil er selbst einen Treffer erzielte: „Einer war es auf jeden Fall.“ Außerdem hatten die Sandelfen mit dem Erreichen des Viertelfinales bereits ihr Soll erreicht, das sie durch den knappen Erfolg über BTVGA Bartenbach noch aufstockten. Weder das 0:2 im Halbfinale gegen die Nordlichter noch die Niederlage gegen Geskes „Gang“ beeinträchtigten die gute Laune der Burscheider. Keeper Geske hielt überragend – gerade im Halbfinale, das seine Mannschaft gegen die Sand Devils aus Minden (Meister 2015) trotzdem mit 0:2 verlor.

Und der Ball ging an den Innenpfosten

Pech: In einer zentralen Szene landete der Ball am Innenpfosten. Und dass er später zum besten Torhüter der Meisterschaften gewählt wurde, tröstete den 29-Jährigen nicht wirklich: „Ich hätte das gerne eingetauscht. Außerdem ist das ein Mannschaftssport.“ Nelte bestätigte, dass Beach-Handball viel Spaß macht – und trotzdem beim nationalen Saison-Höhepunkt der Ehrgeiz eine erhebliche Rolle spielt: „Wenn du da spielst, willst du natürlich auch gewinnen.“

Das war einer der Gründe dafür, warum die DM-Teilnehmer mit dem Party-Modus eher sparsam umgingen. „Wir haben nicht so viel gemacht wie bei anderen Turnieren“, berichtete Nelte. Von den Strapazen der drei Tage in Berlin durften sich die beiden Langenfelder anschließend nur sehr kurz erholen, denn nach der Heimkehr am Sonntag kurz vor Mitternacht standen sie am Montag zuerst wieder ihren Arbeitgebern zur Verfügung. Und am Abend erschienen sie beim üblichen Training mit dem Drittliga-Team der SGL. „Das war der Deal“, betonte Chefcoach Dennis Werkmeister.

Nelte und Geske fanden es ohnehin stark, überhaupt mitten in der Vorbereitung auf die 3. Liga an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen zu können.

Außerdem hätten sich die Herren ja auch zu Hause ausruhen können.

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