Gegen die BHC-Zweite verliert der TBW 26:35.

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Nur in den ersten 15 Minuten konnten die Oberliga-Handballer des TB Wülfrath (links: Philipp Hinkelmann) mit dem BHC mithalten.

Nur in den ersten 15 Minuten konnten die Oberliga-Handballer des TB Wülfrath (links: Philipp Hinkelmann) mit dem BHC mithalten.

Simone Bahrmann

Nur in den ersten 15 Minuten konnten die Oberliga-Handballer des TB Wülfrath (links: Philipp Hinkelmann) mit dem BHC mithalten.

Wülfrath. So hatte sich das niemand in der Sporthalle Fliethe vorgestellt. Nicht nur, dass der TB Wülfrath das zweite Derby innerhalb von sieben Tagen vor heimischem Publikum verlor, auch die Art und Weise tat den mehr als 150 Zuschauern weh.

Bei der 26:35 (12:18)-Niederlage gegen den Bergischen HC II spielte der Handball-Oberligist wie ein bereits feststehender Absteiger. Lediglich in den ersten 15 Minuten konnten die Schützlinge von Trainer Jan Kassens mit dem Gegner aus Solingen mithalten, hatten sogar die Chance, das Heft in die Hand zu nehmen.

Doch immer wieder warfen die Wülfrather den Ball zu unvorbereitet weg und vergaben die besten Möglichkeiten vor dem gegnerischen Kasten, der sicher nicht von einem herausragenden Torwart gehütet wurde.

Bis zum Stand von 10:11 hielten die Kalkstädter gegen die „Bergischen Löwen“ mit. Danach ließen sie die Gäste bis auf 15:10 davon ziehen. „Es sind viele kleine Fehler, die wir machen. Aber die sind schmerzlich“, klagte Kassens nach der Partie.

Gastgeber reiben sich gegen Solingens Routinier Aschenbroich auf

Unverständlich auch, dass seine Spieler im Angriff immer wieder versuchten, sich ausgerechnet gegen BHC-Routinier Aschenbroich durchzusetzen und sich dabei gegen den Mann mit Erstligaerfahrung aufrieben.

TBW: Geske, Schuhmacher; Lepper (9), Grugel (3), Hinkelmann (1), Ehlhardt, Dermund, B. Schlierkamp (5/3), Horn (1), Rauhen, Vogt (1), Goldau (2), Sommer (3)

Ebenso unklar erschien für die Beobachter, warum es die TBW-Abwehr zuließ, dass sich mit Sebastian Hinze der zweite Helfer aus Reihen der Ersten nach Herzenslust im Angriff austoben konnte.

Vor allem, da der gelernte Kreisläufer das auch noch auf der für ihn ungewohnten Mittelposition tat. Nach dem Spiel gab sich sogar „Seppl“ überrascht. „Ich musste im Angriff ja nicht einmal großartig variieren. Eine einzige Sache reichte vollkommen aus.“ Auf eine individuelle Manndeckung wurde von den Wülfrathern lange Zeit verzichtet.

So schien das Spiel bereits kurz nach der Pause beim 14:23 verloren. Lediglich Florian Lepper sah man die Körpersprache und Motivation an, die Kassens seit Wochen von jedem Spieler einfordert, an.

Hätte nur die Hälfte seiner Mannschaftskameraden eine ähnlich kämpferische und aggressive Einstellung an den Tag gelegt, hätte es wahrscheinlich ein spannendes Derby werden können. Es ehrt Kassens, dass er nach dem Spiel nichts schön, sondern Klartext redete: „Mit solch einer Leistung steigen wir ab. Die Mannschaft muss sich da jetzt schleunigst selber ’raus ziehen.“

Es stellt sich die Frage: Ist die Mannschaft verunsichert, oder ist der eine oder andere mit seinen Gedanken bereits nicht mehr ganz bei der Sache? Denn im Gegensatz zur Vorwoche war selbst in Überzahl und einer offensiveren 4-2-Deckung beim Stand vom 24:31 (53.) kein Aufbäumen zu erkennen. Die Pleite fiel mit 26:35 auch in der Höhe völlig verdient aus. Das sollte den Beobachtern die größten Sorgen bereiten.

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