Wenn die Unitas und Mettmann-Sport seit vielen Jahren erstmals wieder in einem Punktspiel aufeinander treffen, werden Emotionen eine große Rolle spielen.

wza_1350x1500_559027.jpeg
Extra motivieren wird Unitas-Trainer Jürgen Tiedermann (l.) Spieler wie Martin Panthel (hinten) und dessen Bruder Stefan (vorne) gegen Mettmann nicht müssen. (Archiv

Extra motivieren wird Unitas-Trainer Jürgen Tiedermann (l.) Spieler wie Martin Panthel (hinten) und dessen Bruder Stefan (vorne) gegen Mettmann nicht müssen. (Archiv

Dirk Thomé

Extra motivieren wird Unitas-Trainer Jürgen Tiedermann (l.) Spieler wie Martin Panthel (hinten) und dessen Bruder Stefan (vorne) gegen Mettmann nicht müssen. (Archiv

Haan. Ob das Spiel ein echtes Handball-Schmankerl wird, bleibt abzuwarten. Sicher wird es aber zahlreiche Besucher in die Haaner Sporthalle an der Adlerstraße locken: Am Samstag um 19.30 Uhr treffen dort nach zig Jahren der Abstinenz erstmals wieder die beiden Handball-Konkurrenten aus Haan und Mettmann aufeinander: Unitas gegen Mettmann-Sport.

"Natürlich ist das ein besonderes Spiel", stellt Unitas-Trainer Jürgen Tiedermann fest. Er war vor seiner nun schon fünf Jahre währenden Trainertätigkeit bei der Unitas Trainer beim Mettmanner TV, bis dieser mit dem Mettmanner SC fusionierte.

Und auch als Spieler hat der Ur-Mettmanner für beide Seiten Tore geworfen. So ist ihm die Rivalität, die allerdings immer mehr freundschaftlich geprägt war, sehr bewusst.

Markus Neusser beklagt "unglaubliche Pechsträhne"

Sein Trainer-Gegenüber, Markus Neusser, war ebenfalls schon für die Unitas als Spieler aktiv und musste dort nach dem Wiederaufstieg in die Verbandsliga wegen seiner Knieverletzung auch seine Spielerkarriere beenden. Da er seit langem auch in Haan lebt, wird das Spiel in der "Hölle Adlerstraße" für ihn auch kein ganz normales.

Doch bekommt das Spiel speziell dadurch besondere Bedeutung, dass seine Mannschaft in der Vorwoche direkt den Saisonauftakt vergeigt hat. "Wenn wir in Haan auch noch verlieren, sind wir schon dazu verdammt, die nächsten beiden Spiele vor den Herbstferien zu gewinnen."

Wer die letzte Begegnung der Unitas Haan und Mettmanner Vereine sucht, muss schon recht weit in die Vergangenheit zurückgehen. Es war in der Saison 1987/1988 in der Oberliga. Die Unitas befand sich auf ihrem Durchmarsch von der Verbandsliga in die Regionalliga und schaffte in dieser Saison den Aufstieg. Der Mettmanner TV musste den bitteren Weg des Abstiegs aus der Oberliga in die Verbandsliga gehen.

Bei Mettmann spielte damals übrigens unter anderem der heutige Unitas-Trainer Jürgen Tiedermann. Bei der Unitas war auf dem Spielfeld noch Lutz Plümacher aktiv, der in der Folge in die Trainerrolle bei der Unitas schlüpfte und 15 Jahre blieb.

Doch für Neusser ist die Unitas, die ihr erstes Spiel locker flockig beim TV Kettwig gewonnen hat, klarer Favorit. Denn nach Patrick Osterc, Martin Paukert und Philipp Werner haben sich nach dem letzten Spiel auch noch drei weitere Spieler verletzt gemeldet: Matthias Späth (Arm), Torwart Markus Ordon (Fuß) und Felix Möller (Lungeneinriss).

Möller wird mehrere Wochen ausfallen. Nach der Nichtfreigabe für seine ersten beiden Torhüter und den neuerlichen Verletzungen ist Neusser nah an der Verzweiflung: "Wir haben im Moment eine unglaubliche Pechsträhne."

Jürgen Tiedermann will "die Emotionen vernünftig kanalisieren"

Bei der Unitas ist die Personalsituation wohl alles andere als rosig, aber zumindest hat sich kein weiterer Spieler verletzt. So kann Tiedermann mit seiner eingespielten Mannschaft ins Spiel gehen. Da Martin Panthel, Philip Schmalbuch und Torhüter Sascha Grünwald noch vor zwei Jahren in Mettmann gespielt haben und Willi Goldau noch in der vergangenen Saison, wird sich die Motivationsfrage kaum stellen.

"Ich muss sehen, dass wir die Emotionen vernünftig kanalisieren", sagt Tiedermann, der Mettmann-Sport eher "auf Augenhöhe" einordnen möchte. "Wir dürfen uns nicht viele Fehler erlauben. Durch einen Sieg würden wir natürlich einen Traumstart hinlegen."

Beim Thema Fehlerquote klingeln Markus Neusser nach der Leistung seiner Mannschaft gegen Cronenberg die Ohren: "Mit so einer Fehlerquote werden wir die ganze Saison keinen Erfolg haben. Und die Unitas würde uns platt machen. Aber wenn wir zu unserem Spiel kommen, dann können wir auch Haan schlagen."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer