Der TB Wülfrath hat im Rückspiel gegen Mettmann-Sport Revanche genommen und durch eine engagierte Leistung 29:27 gewonnen.

Kein Durchkommen ist hier für Mettmanns Maik Schneider. Bodo Leckelt (l.) und Thoms Grugel machen den Mettmanner Torjäger fest, der angeschlagen ins Spiel ging und weit unter seiner Normalform blieb.
Kein Durchkommen ist hier für Mettmanns Maik Schneider. Bodo Leckelt (l.) und Thoms Grugel machen den Mettmanner Torjäger fest, der angeschlagen ins Spiel ging und weit unter seiner Normalform blieb.

Kein Durchkommen ist hier für Mettmanns Maik Schneider. Bodo Leckelt (l.) und Thoms Grugel machen den Mettmanner Torjäger fest, der angeschlagen ins Spiel ging und weit unter seiner Normalform blieb.

Simone Bahrmann

Kein Durchkommen ist hier für Mettmanns Maik Schneider. Bodo Leckelt (l.) und Thoms Grugel machen den Mettmanner Torjäger fest, der angeschlagen ins Spiel ging und weit unter seiner Normalform blieb.

Wülfrath. Der TB Wülfrath hat das mit Hochspannung erwartete Handball-Oberliga-Derby gegen Mettmann-Sport mit 29:27 (13:13) für sich entschieden und ist die rote Laterne der Liga erst einmal los. Knapp 500 Zuschauer in der Wülfrather Halle bekamen zwar keinen Handball-Leckerbissen geboten, dafür aber ein an Spannung kaum zu überbietendes Nachbarschaftsduell, das durch die prekäre Tabellensituation beider Mannschaften von besonderer Bedeutung war.

Mettmanns Trainer Neusser kritisiert mangelnde Einstellung

"Das war kämpferisch eine überragende Leistung. Genau die Einstellung müssen wir jetzt mitnehmen", sagte der völlig gelöste TBW-Co-Trainer Stefan Graedtke. Dagegen räumte sein Gegenüber, ME-Sport-Trainer Markus Neusser für seine Mannschaft ein: "Wenn man mit einer solchen Einstellung in den Abstiegskampf geht, dann holt man ganz einfach keine Punkte."

Die beiden etwas überforderten Schiedsrichter gaben zahlreiche unverständliche Zeitstrafen gegen Mettmann. Als sie nach 60Minuten den Kampf beendeten, brachen auf Wülfrather Seite alle Dämme, bei den Mettmannern setzte das große Kopfschütteln ein. "Die Nummer 1 im Kreis sind wir", sang die Truppe von Spielertrainer Bodo Leckelt und hüpfte ausgelassen im Kreis, während die ME-Sport-Spieler aus der Halle schlichen.

Dabei begann die Truppe von Markus Neusser klar besser. In den ersten Minuten bekam sie das Spiel und vor allem auch die Nerven in den Griff. Mettmann wirkte als die frischere und präsentere von zwei verunsicherten Mannschaften.

Alex Graf übernahm Verantwortung, lenkte die Geschicke seiner Kollegen und riss durch simple Laufwege große Lücken in Wülfraths Abwehr. Allerdings war dies nur eine Momentaufnahme. Technische Fehler hüben wie drüben nahmen zu, und mit Martin Becker in Wülfraths Gehäuse und dem Ex-TBW-Keeper Hans-Willi Hinzen auf Mettmanner Seite standen die besten Akteure an diesem Abend im Tor.

Wülfrath muss ohne vier Stammspieler antreten

Wülfrath musste mit Blau (Bänderriss), Krohm, Gerard und Kraus gleich vier wichtige Spieler ersetzen. Der TBW ließ zwar wieder einen konstruktiven Spielaufbau vermissen, dafür zeigten die Spieler aber Herz und ließen sich auch durch Rückstände (2:5, 3:6, 10:13) nicht aus der Ruhe bringen, die Mettmann allerdings auch erschreckend leichtsinnig verspielte. "Die Jungs haben heute ab der ersten Minute an sich geglaubt. Der unbedingte Wille war endlich da", lobte Wülfraths Spielertrainer Leckelt.

Waren es in den ersten 50 Minuten immer die Mettmanner, die sich die Abpraller vom Torwart holten und in Treffer ummünzten, so präsentierte sich der TBW in der entscheidenden Phase bissiger. "Glückwunsch an Wülfrath. Sie haben verdient gewonnen, weil sie definitiv die willigere Mannschaft waren. Und das ist das eigentlich Traurige", analysierte ein geknickter Mettmanner Trainer Neusser.

Als die letzten 20 Minuten dann noch Boskailo für den starken Becker ins TBW-Tor ging und "einfach alles vernagelte", wie Graedtke lobte, da war es um den immer schwächer werdenden Angriff der Mettmanner geschehen. Graf und Schneider liefen und warfen aneinander vorbei, Tobias Töpfer, der völlig unverständlicherweise für Hinzen ins Tor rückte, bekam keinen Ball zu fassen. So verwaltete Wülfrath seine Führung (Horn 25:24, 50.) und machte einen kleinen Schritt Richtung Klassenerhalt.

"Wir sind auf einem guten Weg", erklärte Leckelt. In Wülfrath müssen die Verantwortlichen jetzt nur aufpassen, dass die Euphorie nicht in Leichtsinn umschlägt, während in Mettmann dafür gearbeitet werden muss, der Mannschaft den Glauben an sich selbst zurück zu geben.

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