Der TB Wülfrath hat das Heimspiel gegen die bis dahin punktlose SG Dülken mit 27:29 verloren.

wza_1500x721_590799.jpeg
Moritz Blau war gegen Schlusslicht Dülken mit sieben Treffern bester Werfer seiner Mannschaft.

Moritz Blau war gegen Schlusslicht Dülken mit sieben Treffern bester Werfer seiner Mannschaft.

Simone Bahrmann

Moritz Blau war gegen Schlusslicht Dülken mit sieben Treffern bester Werfer seiner Mannschaft.

Wülfrath. "Gegen Kapellen hatten wir einen Totalausfall, der so nicht mehr vorkommen wird", versicherte Wülfraths Goalgetter Moritz Blau vor nicht allzu langer Zeit nach der Pleite beim Tabellenvorletzten. Jetzt, drei Wochen später, fehlten auch ihm passende Erklärungsversuche nach einer völlig verdienten, aber ebenso unverständlichen 27:29 (13:14)-Niederlage gegen den bislang punktlosen Tabellenletzten aus Dülken.

"Der Druck war riesengroß, deshalb sahen die Zuschauer ein Zitterspiel", fasste Dülkens Trainer Goran Sopov nach Spielende zusammen. Dabei wusste er auch, wem er diesen Sieg zu verdanken hatte: "Wülfrath hat es uns deshalb möglich gemacht, weil sie nicht zu 100Prozent in dieses Spiel gegangen sind. Sie haben uns für diese Saison wieder Leben eingehaucht."

Zusammen mit der passenden Moral seiner Mannschaft ("Wir haben auch nach dem 18:20-Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit nicht aufgegeben") und einem in dieser Phase starken Sven Plath im Tor wurde dieser Sieg eingefahren: "Am Ende hat er uns die Punkte gesichert."

Fans sind enttäuscht, Mannschaft und Trainer ratlos

Wülfraths Asse verschwanden zügig und wortlos aus der Halle, hinterließen viele fragende und enttäuschte Fans. "Das ist eine Einstellungssache. Mal eben mit links, das funktioniert nicht", war TBW-Trainer Jurek Tomasik mehr als bedient. "An der Einstellung lag es nicht, wir wollten gewinnen", entgegnete Blau, der aber treffend hinzufügte: "Egal wie schlecht wir waren, gegen diesen Gegner hätten wir auch mit dieser Leistung gewinnen müssen." Interessant wird sein, welche Erklärung Mannschaft und Trainer gemeinsam finden, wenn es nicht an der Einstellung gelegen hat.

In der Tat war Dülken kein Gegner mit Oberliga-Format. Behäbig und langsam im Spielaufbau fanden sie dennoch die Lücken in einer löchrigen Wülfrather Abwehr. Die noch eine Woche zuvor so gelobte Defensive ließ geistige wie körperliche Beweglichkeit in der Kabine. Erst gegen Ende des Spiels, der TBW lag bereits 23:25 hinten, stellte Tomasik auf Manndeckung um. Zu spät, aber letztlich auch effektlos, weil Dülken die Situation zu weiteren Treffern nutzte. Da auch der Angriff in dieser Phase versagte, feierte Dülken ausgelassen den ersten Punktgewinn überhaupt in dieser Saison.

Honnacker - Haschke, Rauner, Steiniger, Altenkamp, Arafkas, H. Aydogan, Melis, Varveri, Butziat (65. Dogan, 67.Sagmak), Ajvazi (79. I. Aydogan)

Da passte es auch ins Bild, dass mit dem 39-jährigen Boris Jovanic ein Spieler zum Tempogegenstoß laufen konnte, der in seiner Beweglichkeit mehr an einen tapsigen Bär, als an einen fitten Oberligaspieler erinnerte. Dass Dario Musacchio den Konter abwehren konnte, spielte keine Rolle mehr.

So kommen auf den TBW harte Wochen zu. Statt mit einem ausgeglichenen Punktekonto in die letzten Spiele 2009 zu starten, haben sie selbst verschuldet den Abstand zum Tabellenende wieder verkleinert. Es besteht Redebedarf, mannschaftsintern als auch vereinspolitisch.

Spätestens jetzt dürfte den Verantwortlichen klar werden, dass dringend Verstärkungen her müssen, will man nicht doch in den Abstiegskampf eingreifen. Dass sich die Gegner für neu eingehauchtes Leben bedanken, dafür wird sich der TBW am Saisonende nichts kaufen können.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer