Nach der 23:37-Pleite beim Tabellendritten TGHilgen spricht der ME-Sport-Trainer erstmals davon, die Saison eventuell nicht in Mettmann zu beenden.

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Mettmanns Trainer Kalle Töpfer hat besonders in Auswärtsspielen Probleme, auf seine Spieler Einfluss zu nehmen.

Mettmanns Trainer Kalle Töpfer hat besonders in Auswärtsspielen Probleme, auf seine Spieler Einfluss zu nehmen.

Archiv Simone Bahrmann

Mettmanns Trainer Kalle Töpfer hat besonders in Auswärtsspielen Probleme, auf seine Spieler Einfluss zu nehmen.

Mettmann. Mit weniger als zehn Toren Abstand haben die Oberliga-Handballer von Mettmann-Sport nur wenige Auswärtsspiele verloren. Trotzdem war ihr Trainer Kalle Töpfer nach der 23:37 (10:15)-Pleite beim Tabellendritten TG Hilgen fassungslos. Und erstmals sprach er auch laut darüber, vielleicht nicht das Ende der Saison in Mettmann zu erleben.

 "Wenn Sie mich als Trainer nicht mehr haben wollen, müssen sie das sagen. Ich weiß aber nicht, ob ein anderer mehr erreichen kann. Ich bin in manchen Phasen auf der Bank schon ratlos."

"Es geht mir nicht in den Kopf, wie Einzelne so spielen können, und wie wir dann im Kollektiv versagen."

Kalle Töpfer, Trainer von ME-Sport

Diese Ratlosigkeit rührte am Sonntag auch daher, dass die Mettmanner in den ersten 20 Minuten durchaus mit dem eindeutigen Favoriten Hilgen mithielten. Nach 19 Minuten lagen sie gerade einmal mit 7:9 zurück.

"Das müsste doch eigentlich Selbstvertrauen geben, wenn die Spieler sehen, dass es klappt, wenn sich alle an die Vorgaben halten", stellte Töpfer fest. Doch statt den Hilgenern nun mit dem Trotz einer abstiegsgefährdeten Mannschaft endgültig den Zahn zu ziehen, ging bei ME-Sport die Linie zunehmend verloren.

Auch bei dem Fünftore-Rückstand zur Halbzeit sah Töpfer das Spiel noch nicht als verloren an. "Ich habe den Jungs gesagt, dass fünf Tore nichts sind, wenn wir noch 30 Minuten haben. Aber dann haben wir wieder alles vergessen, was uns stark macht."

Besonders die Vielzahl der überhasteten Abschlüsse im Angriff kann sich der Trainer nicht erklären. "Da meint jeder, er müsse einfach mal draufwerfen. Und wenn Du einem auf der Bank sagst, er soll geduldig spielen, und wechselst ihn ein, dann knallt der prompt nach zehn Sekunden selbst drauf."

So nahm das Übel auch in Hilgen seinen Lauf. Hilgen nutzte die Disziplinlosigkeit der gegnerischen Mannschaft innerhalb von vier Minuten aus, um mit fünf Toren in Folge das Spiel zum 26:16 auf die sichere Seite zu bringen. "Ich habe dann noch eine Auszeit genommen, um noch einmal auf die Mannschaft einzuwirken. Aber die ist dann nicht in der Lage, das Ergebnis in Grenzen zu halten. Wir gehen dann jedesmal konsequent unter", beklagt Töpfer.

Nur Torhüter Hinzen erhält noch eine positive Kritik

Von seiner kollektiven Kritik wollte er nur Torhüter Hans-Willi Hinzen ausnehmen, der so lange noch prima gehalten habe, bis ihn die Abwehr komplett im Stich ließ. Ansonsten seien alle unter ihren Möglichkeiten geblieben.

"Ich habe das Gefühl, dass sich manche Spieler auf einer guten Leistung in einem Spiel ausruhen.", schimpfte der Trainer. Mettmanns Neue, Peter Weiß und Karsten Werner, kamen beide zum Einsatz, konnten aber natürlich noch keine entscheidenden Akzente setzen.

Töpfer zeigte sich gestern aber weiter kämpferisch und wollte die Saison noch lange nicht abhaken: "Es sind ja nur drei, vier Punkte bis zum Mittelfeld. Wir müssen jetzt punkten." Wenn sich die Mannschaft nicht bald aus dem Sumpf herausziehe, werde auch alles weitere Planen für die Zukunft unmöglich. Vielmehr werde es dann auch noch schwer, eigene Spieler, die von fremden Vereinen angesprochen werden, zu halten.

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