Die Wülfrather 22:35-Niederlage in Remscheid ist sogar noch schmeichelhaft.

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Viermal traf Bastian Schlierkamp in den Anfangsminuten aus der zweiten Reihe.

Viermal traf Bastian Schlierkamp in den Anfangsminuten aus der zweiten Reihe.

Holger Battefeld

Viermal traf Bastian Schlierkamp in den Anfangsminuten aus der zweiten Reihe.

Wülfrath. Mit einer absolut indiskutablen Leistung sind die Handballer des TB Wülfrath in die Rückrunde der Oberliga gestartet. Im Auswärtsspiel beim Tabellenführer HG Remscheid präsentierte sich das um den Klassenerhalt kämpfende Ensemble vor allem im ersten Durchgang ohne taktische Disziplin und Gegenwehr. Bereits nach 20 Minuten war die Partie bei einem Zehn-Tore-Rückstand so gut wie entschieden, das Endergebnis von 22:35 (10:21) letztlich sogar höchst schmeichelhaft. Hätten die Remscheider wirklich Ernst gemacht, hätte das Debakel wahrscheinlich historische Dimensionen angenommen.

Trainer Jan Kassens vermisst bei seiner Mannschaft den Kampf

Trainer Jan Kassens war so sauer wie selten, seit er beim TBW die sportliche Verantwortung trägt. „Dass man hier mit unserer zusammen gewürfelten Mannschaft verliert, ist normal. Aber man muss zumindest kämpfen und mehr dagegen halten“, kritisierte er.

Klar, die Voraussetzungen für die Wülfrather waren schon vor dem Anpfiff schlecht. Wegen der dramatisch ausgedünnten Personaldecke stand mit Patrick Mengeringhaus sogar ein Mann aus der zweiten Mannschaft (Vorletzter der Landesliga) in der Startformation. Mit Martin Schulz saß ein weiterer auf der Bank, der im Laufe der Partie zu viel Spielzeit kommen sollte.

Die Anfangsminuten bis zum 4:5 (viermal Bastian Schlierkamp aus der zweiten Reihe) liefen noch ausgeglichen. Auffällig allerdings auch schon da, dass die TBW-Abwehr beinahe völlig ohne Körperkontakt agierte und die Remscheider durch die Reihen glitten wie das sprichwörtliche heiße Messer durch die Butter. Gegen den Paraderückraum der HGR mit Timm Schröder Bastian Munkel und Thomas Zeller war dieses blutleere Auftreten bereits der Anfang vom Ende.

Auch Kassens’ frühe Auszeit nach achteinhalb Minuten vermochte keine Impulse zu setzen. Nach 14 Minuten hieß es 4:12, und Remscheid hatte lediglich einen Fehlwurf zu verzeichnen. Bezeichnenderweise einen Siebenmeter, den Munkel im Nachwurf dann aber dennoch gegen Magnus Schumacher versenkte. Der lange Nachwuchskeeper hatte frühzeitig den glücklosen Tobias Geske abgelöst. Bei jeweils zwei Siebenmetern und Tempogegenstößen parierte Schumacher glänzend, bei anderen Würfen sah er dafür teilweise sehr schlecht aus. Nach 20 Minuten lag der TBW mit 6:16 hinten, und die Remscheider nutzten die Partie in der Folge als Trainingseinheit und rotierten kräftig. Dadurch erklärte sich auch, dass die Wülfrather nach der Pause noch mithalten konnten. „Insgesamt hatten wir heute aber nicht einmal Verbandsliganiveau“, fand Kassens.

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