Bernd Ebeling ist seit zehn Jahren Mentaltrainer beim aktuellen Tabellenführer. Nicht nur für die Spieler, auch für den Trainer ist er eine große Stütze.

Mettmann. An der Mittellinie ist Schluss. Sie dient den Verbandsliga-Handballern von Mettmann-Sport als Grenze. Haben sie diese überschritten, muss der Ärger aus einer misslungenen Aktion im Angriff verflogen sein. Ihre ganze Konzentration gilt dann wieder der nächsten Spielsituation.

"Wenn man sauer ist, kann man keinen guten Handball spielen", sagt Mentaltrainer Bernd Ebeling, der den Spielern diese und andere Regeln auferlegt hat. Der Sinn dahinter: "Man sieht meistens nur das Negative. Ich drehe das um", sagt der 56-Jährige. Die Gedanken sollen kontrolliert und somit soll positiver gedacht werden.

Vor und während des Spiels und auch beim Training ist Ebeling mit dabei

Was sich einfach anhört, erfordert von dem Verhaltenstrainer mit eigener Firma in Mettmann, der seit zehn Jahren ehrenamtlich die erste Mannschaft betreut, viel Arbeit.

Wenn es ihm seine Zeit ermöglicht, ist er bei allen Spielen dabei. Während der 60 Minuten sitzt er auf der Bank und ruft - je nach Situation - entsprechende Wörter, die seine Spieler an bestimmte Vereinbarungen erinnern.

"Ich kann natürlich nichts verraten, sonst durchschauen uns die anderen Vereine", sagt Ebeling und lacht. Denn im Moment gehören mit der SG Langenfeld und Unitas Haan zwei Mannschaften aus dem Kreis zu den größten Konkurrenten des Tabellenführers Mettmann-Sport.

Bernd Ebeling wohnt seit 30 Jahren in Mettmann, spielte zunächst beim Mettmanner Sportclub und anschließend bei ME-Sport Handball. Vor knapp 20Jahren hing der 56-Jährige die Handballschuhe aus beruflichen Gründen an den Nagel.

Seit 1991 hat Bernd Ebeling in Mettmann, Schwarzbachstraße 30, gemeinsam mit Armin Biller eine eigene Firma. BE-Training bietet in ganz Deutschland unter anderem Verhaltenstraining für Führungskräfte an.

Doch auch schon vor den Spielen versammelt sich die komplette Mannschaft so oft es geht. Der Mentaltrainer geht mit den Spielern spazieren, führt mit ihnen Gespräche oder trifft sich bei ihm im Büro. Auch im Training ist Bernd Ebeling regelmäßig dabei. Außerdem kann es durchaus vorkommen, dass Spieler den Rat ihres Betreuers suchen, ihn entweder anrufen oder bei ihm vorbeifahren.

Bernd Ebeling sorgt auch für Abwechslung vom Trainingsalltag. So gehen die Handballer auch mal zum Aqua-Cycling, Klettern oder Bogenschießen. "Etwas zusammen unternehmen, was nicht mit Handball zu tun hat, ist enorm wichtig für ein Team", sagt der 56-Jährige, der nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für den jungen Trainer eine große Hilfe ist.

Beide Trainer haben strikt getrennte Aufgabenbereiche

"Er beobachtet die Spieler sehr genau und kann in ihre Köpfe schauen", sagt der 28Jahre alte Markus Neusser. "Außerdem kann er auf eine ganz bestimmte Art mit den Spielern sprechen, sagt aber genau das, was ich auch sagen würde." Trotzdem sind die Aufgabenbereiche klar voneinander getrennt.

"Markus ist für das Spielerische zuständig, ich für das Emotionale." Aber es gibt noch weitere Unterschiede: Neusser darf meckern, er ist der einzige, der kritisieren darf. Ebeling baut auf. "Ich brülle nur Positives - ,kein’ oder ,nicht’ gibt es bei mir nicht".

Trainer und Mentaltrainer verstehen sich blind, und im Team scheint es zu passen, was sich auch in der Tabellenführung bemerkbar macht. "Was den Teamgeist angeht, ist die Mannschaft absolut stabil", sagt Ebeling. "Es macht riesig Spaß.

Alle machen mit - ich bin wirklich stolz auf die Jungs." Ob die Mannschaft den Oberliga-Aufstieg schafft, dazu möchte er sich aber nicht äußern. Doch da er für die positiven Gedanken bei ME-Sport zuständig ist, dürfte die Prognose trotzdem klar sein.

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