Rund 50 Teilnehmer erhalten beim Lauftreff Gruiten-Neandertal je nach Strecke ein Laufabzeichen. Im Anschluss steigt das Sommerfest

Rund 50 Teilnehmer erhalten beim Lauftreff Gruiten-Neandertal je nach Strecke ein Laufabzeichen. Im Anschluss steigt das Sommerfest
Kurt Wieland (vorne links) betreut die Einsteigergruppe des Lauftreffs, die über dreimonatiges Training die Ausdauer erheblich verbessert.

Kurt Wieland (vorne links) betreut die Einsteigergruppe des Lauftreffs, die über dreimonatiges Training die Ausdauer erheblich verbessert.

Stephan Köhlen

Kurt Wieland (vorne links) betreut die Einsteigergruppe des Lauftreffs, die über dreimonatiges Training die Ausdauer erheblich verbessert.

Haan. Es weht kein Wind. Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite und scheint ununterbrochen. Rund 27 Grad Celsius beträgt die Außentemperatur. Einige Läufer haben sich von der Hitze nicht abbringen lassen und sind zur Laufabzeichenabnahme gekommen. Kurz vor dem Ziel ist die Laufgruppe schon aus mehreren Metern Entfernung zu erkennen. Im gleichen Tempo laufen die Sportler, bis sie schließlich erschöpft, aber lächelnd an dem Sommerfeststand auf dem Bürgerhausparkplatz an der Düsselberger Straße ankommen.

Es gibt sieben verschiedene Lauf- und Walkinggruppen

Der Lauftreff Gruiten-Neandertal nahm am Freitag Laufabzeichen vom Deutschen Leichtathletikverband ab und feierte parallel dazu sein diesjähriges Sommerfest. „Insgesamt haben wir sieben verschiedene Lauf- und Walkinggruppen, die sich dreimal die Woche treffen und gemeinsam trainieren. Dabei geht es in erster Linie um die Ausdauer, die trainiert werden soll“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Jörg Lohmann.

Die schnellste Laufgruppe schafft 17 Kilometer in zwei Stunden, weniger gut Trainierte kommen auf 6,5 Kilometer in 60 Minuten. „Die Einsteiger treffen sich drei Monate lang dreimal in der Woche und beginnen mit zwei Minuten Laufen am Stück. Innerhalb der drei Monate steigern sie sich dann, bis sie 30 Minuten schaffen, und meistens können es die Läufer nicht glauben, dass sie innerhalb der drei Monate so eine Leistung abrufen können“, sagt Lohmann. Nach diesen drei Monaten Trainingszeit können die Sportler der Einsteigergruppe dann in die nächst höhere Laufgruppe wechseln.

Die Lauftreffteilnehmer laufen das ganze Jahr über – bei Wind und Wetter. „Es gibt nur zwei Feiertage, an denen die Gruppen nicht laufen, und bei Glatteis. Ansonsten finden die Trainingstermine immer statt“, berichtet Jörg Lohmann.

Beim Lauftreff kann jeder mitmachen, ohne sich im Verein anzumelden: „Wir haben keine Vereinsgebühr und es muss auch niemand zwingend in den Verein eintreten. Momentan haben wir 145 Mitglieder und noch mal genau so viele Läufer, die nicht angemeldet sind“, fasst Lohmann zusammen. Damit alle Läufer das Tempo halten können, darf der langsamste Läufer vorne laufen und die Gruppe anführen. „Beim Laufen unterhalten sich die Teilnehmer auch gerne über Koch- oder und Backrezepte oder ähnliche Themen“, berichtet Lohmann lächelnd.

Der Bürgerhausparkplatz ist bald für die Sportler nicht mehr nutzbar

Momentan steht dem Verein eine schwierige Zeit bevor, da der Treffpunkt des Vereins, der Bürgerhausparkplatz, bald nicht mehr nutzbar ist, da die Stadt das Gelände verkaufen will. „Wir benötigen ein Gelände mit Parkplätzen und Zugang zum Düsseltal. Zudem sollten nicht viele Straßen überquert werden müssen, da dies gerade in der dunklen Jahreszeit sehr gefährlich ist“, erläutert Lohmann.

Der Verein hofft auf eine Alternative und denkt über eine Verlagerung des Treffpunktes auf den Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof nach: „Das wäre eine gute Alternative, allerdings müssen wir dafür erst mit dem Eigentümer sprechen und uns eine Erlaubnis einholen.“

Entspannt und mit guter Laune ruhen sich die Läufer nach getanem Sport am Sommerfeststand aus und bedienen sich am Buffet und den Getränken. Einige unterhalten sich mit ihren Laufkollegen. Einer der Läufer ist Klaus Flieger. Er ist 75 Jahre alt, seit 25 Jahren im Lauftreff und pendelt dreimal die Woche von Wuppertal nach Gruiten. „Ich möchte meinem Körper etwas Gutes tun. Heute bin ich 7,5 Kilometer in einer Stunde gelaufen, um mich auf den Schwebebahn-Lauf in Wuppertal vorzubereiten“, erzählt Flieger.

Christian Lemm hat in zwei Stunden 17 Kilometer absolviert. „Ich komme vor allem wegen der netten Leute gerne hierher – und weil meine Laune nach dem Lauftraining immer hervorragend ist. Meine Frau und ich trainieren hier regelmäßig dreimal die Woche, und wir sind sogar wegen des Lauftreffs nach Gruiten gezogen“, sagt Lemm. Die Anziehungskraft der Laufgruppen scheint in der Tat sehr groß zu sein, wenn Sportler extra deswegen hierher ziehen.

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