NRW-Liga: Die SSVg Velbert verliert den zweiten Trainer in der laufenden Saison.

Velbert. Die Hiobsbotschaften beim seit Monaten in akuter Abstiegsgefahr schwebenden NRW-Ligisten SSVg Velbert nehmen offenbar kein Ende: Jetzt hat mit Peter Kunkel bereits der zweite Trainer in der laufenden Saison die Brocken geschmissen.

Schon der zu Saisonbeginn verpflichtete Markus Feldhoff war mit dem Bemühen gescheitert, die Velberter in der neuen NRW-Liga zu etablieren. Er musste, nachdem die Velberter auf einen Abstiegsplatz gerutscht waren, den Hut nehmen. Peter Kunkel löste ihn ab. Doch nun zieht auch der vom Vereinsvorstand für seine "akribische Arbeit" gelobte Nachfolger die Reißleine.

"Er hat sich top eingebracht und ist ein super Typ", lobt SSVg-Vorsitzender Oliver Kuhn. "Aber wir haben trotzdem zu wenig Punkte." Er hofft nun darauf, dass der dritte Trainer das Ziel Klassenerhalt erreicht. Und den hat die SSVg auch schon gefunden, doch Vorsitzender Kuhn wollte gestern keinen Namen nennen, bevor nicht die Mannschaft informiert sei.

Ausschlaggebend für das Ende der Ära Kunkel war neben der Niederlagenserie in der NRW-Liga laut Vorstand auch das nur "glückliche Weiterkommen im Kreispokal". Am Mittwoch hatte sich die "große" SSVg Velbert mit viel Mühe gegen die "kleine" SSVg Heiligenhaus durchgesetzt: Erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung erzielten Sebastian Janas (108.) und Tuncay Aksoy (120.) die Tore - gegen einen seit der 70. Minute dezimierten Landesliga-Zweiten (rote Karte).

Am Samstag steht das Spiel bei Alemannia Aachen an

Ausgerechnet jetzt steht das schwere Spiel bei TSV Alemannia Aachen II an (Samstag, 19 Uhr, Tivoli). Ein Sieg wäre unter den derzeitigen Bedingen allerdings ein kleines Wunder. Aachen ist eine junge, hungrige Mannschaft, die vor allem sehr lauf- und kampfstark ist.

Da ist vor allem die Velberter Defensive gefragt, die derzeit allerdings einiges Kopfzerbrechen bereitet: Thomas Litjens hat gegen Heiligenhaus nur auf der Bank gesessen (Bluterguss am Knie). Der Einsatz von Julius Steegmann (Kreislaufprobleme) ist ebenfalls fraglich.

Für Michael Bestler ist die Saison gelaufen, seine Verletzung im Pokalspiel hat sich als Innenbandriss herausgestellt. Die Alternativen fehlen allerdings. "In Aachen spielen wir wieder Reise nach Jerusalem", hat Kuhn nur noch Galgenhumor für die Personalsituation.

In dieser ist es besonders ärgerlich, dass der beste SSVg-Torjäger, Daniel Nigbur, nach seiner roten Karte im Spiel gegen Gütersloh (1. April) für vier Wochen gesperrt wurde. Die Hoffnungen ruhen nun auf Neu-Stürmer Sebastian Janas. Der 25-Jährige vom insolventen Verbandsligisten Vorwärts Kornharpen war in der vorigen Saison mit 26 Treffern Torschützenkönig und traf im Pokal gegen Heiligenhaus das erste Mal für Velbert. Und auch Tuncay Aksoy, eher ein Vorbereiter denn ein Knipser, hat da endlich Treffsicherheit bewiesen.

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