Niederrheinliga: Seit sechs Jahren hält der 1. FC Wülfrath die Klasse. Ein Aufstieg wäre möglich – aber nicht unbedingt nötig, meint der Vereins-Vorsitzende.

Das Wülfrather Trainergespann Frank Kurth (r.) und Andres Berkenkamp (l.) ist rundum zufrieden mit der Situation in Wülfrath. Kurth hat seinen Vertrag schon um ein weiteres Jahr verlängert.  (Archiv
Das Wülfrather Trainergespann Frank Kurth (r.) und Andres Berkenkamp (l.) ist rundum zufrieden mit der Situation in Wülfrath. Kurth hat seinen Vertrag schon um ein weiteres Jahr verlängert. (Archiv

Das Wülfrather Trainergespann Frank Kurth (r.) und Andres Berkenkamp (l.) ist rundum zufrieden mit der Situation in Wülfrath. Kurth hat seinen Vertrag schon um ein weiteres Jahr verlängert. (Archiv

Simone Bahrmann

Das Wülfrather Trainergespann Frank Kurth (r.) und Andres Berkenkamp (l.) ist rundum zufrieden mit der Situation in Wülfrath. Kurth hat seinen Vertrag schon um ein weiteres Jahr verlängert. (Archiv

Wülfrath. Mit der Entwicklung des 1. FC Wülfrath sei er mehr als zufrieden, sagt sein Vorsitzender Michael Massenberg. Dabei hat er nicht nur die abgelaufene Halbsaison im Blick, in der der angestrebte Mittelfeldplatz erreicht wurde. "Wir halten seit sechs Jahren die Verbandsliga. Das muss erst mal einer schaffen."

Doch damit sei noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht - auch vor dem Aufstieg in die NRW-Liga ist dem Vorsitzenden nicht bange: "Ich glaube schon, dass das mit den bisherigen Sponsoren zu schultern ist. Aber wir planen den Aufstieg nicht, es gibt hier keinen Gewaltakt", sagt Massenberg mit Blick auf kriselnde Klubs, die "ihre Etats runterfahren müssen". So verzichten die Spieler beim Liga-Konkurrenten Union Solingen ab sofort auf einen Großteil ihrer Bezüge, damit der Verein der Insolvenz entkommt.

"Hier werden keine Luftschlösser gebaut."

FCW-Trainer Frank Kurth

So weit soll es in Wülfrath auf keinen Fall kommen. Dort verfolgt man ein anderes Konzept: "Wir wollen eine gesunde Mischung aus gestandenen und jungen, gut ausgebildeten Spielern", sagt Massenberg. Dazu sei eigentlich jeder Vereine schon durch die wirtschaftliche Lage gezwungen. "Fertige Spieler sind entsprechend teuer. Das ist nicht mehr zu finanzieren", erläutert der FCW-Vorsitzende. "Daher bin ich froh, dass der Trainer diesen Weg mitgeht."

Und das zunächst für ein weiteres Jahr: Am Montag hat Frank Kurth, der nach den Stationen Rot-Weiß Essen, VfB Speldorf und SSVg Velbert nun im zweiten Jahr beim FCW ist, seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 verlängert. Keine fünf Minuten habe das Gespräch gedauert, berichtet Massenberg.

Die Begründung liefert Kurth: "Hier werden keine Luftschlösser gebaut. Es gibt die klare Vorgabe, die Verbandsliga zu halten, und dafür wird sachlich gearbeitet. Außerdem gibt es keine Leute, die einem auf die Schulter klopfen und einem das Messer in den Rücken rammen. Die Chemie stimmt, das Arbeiten ist sehr angenehm." Insofern könne er sich auch eine weitere Vertragsverlängerung vorstellen.

Das kann sich auch sein Co-Trainer Andreas Berkenkamp. "Wir haben aber noch keine Gespräche geführt", sagt der. Geht es nach Kurth, bleibt das Trainer-Duo zusammen: "Wir haben die gleiche Philosophie, und Andreas macht einen sehr guten Job." Eine Änderung ist jedoch unumgänglich: Der FCW sucht einen neuen Torwarttrainer. "Thomas Witeczek ist durch sein Studium zu stark beansprucht", erläutert Massenberg.

Im Vereins-Hintergrund schwelt jedoch ein ganz anderer Konflikt. "Im Jugendbereich krankt es", sagt Massenberg. Er habe schon Vorschläge gemacht, was zu verbessern wäre. "Zum Beispiel, einen sportlichen Leiter von außen zu holen. Aber das ist Sache der Jugendabteilung."

Vorbild in der Jugendarbeit ist für den FCW-Präsidenten der VfB Hilden

Der VfB Hilden sei da ein "absolutes Vorbild". Die Hildener verfolgen seit dem Abstieg in die Landesliga in der vorigen Saison ein neues Konzept: Unter dem sportlichen Leiter Peter Waldinger, zuvor Trainer der 1. Mannschaft, wurde die 2. Mannschaft zur U23 und die B- und A-Jugend in den Verantwortungsbereich der Senioren übergeben.

"Da ist nur die Frage, wie es finanziell weitergeht", sagt Massenberg. Eine gute Jugendarbeit sei nicht zum Nulltarif zu haben, meint auch Frank Kurth: "Man braucht für die A- bis C-Jugend ausgebildete Trainer mit B- oder sogar A-Lizenz. Das ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit."

Die laufende Kooperation mit dem Wuppertaler SV sei eine gute Alternative, findet Massenberg: "Wir freuen uns, dass wir mit im Boot sind. Ein besseres Image können wir gar nicht haben. Und es läuft sehr gut. Die Jungs bringen gutes Rüstzeug mit und integrieren sich schnell."

Bislang sind fünf Spieler vom WSV gekommen, nur noch drei davon sind im Kader: Hans Seidenzal, Murat Yildirim und Dominik Rauner. Ersatztorwart Oliver Faoro und Christian Duhr konnten sich auch in Wülfrath nicht durchsetzen.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer