Der Nachwuchs der Langenfeld Longhorns darf seine Gegner jetzt auch mit vollem Körpereinsatz von den Beinen holen.

Gut geschützt gewöhnt sich der Longhorns-Nachwuchs an den Körperkontakt im American Football.
Gut geschützt gewöhnt sich der Longhorns-Nachwuchs an den Körperkontakt im American Football.

Gut geschützt gewöhnt sich der Longhorns-Nachwuchs an den Körperkontakt im American Football.

Stefan Fries

Gut geschützt gewöhnt sich der Longhorns-Nachwuchs an den Körperkontakt im American Football.

Langenfeld. Die dicken Winterjacken hängen aufgereiht an den Haken in der Umkleidekabine der Langenfeld Longhorns. Auf den Bänken liegen Helme und jede Menge gepolsterte Schutzkleidung. Darunter stehen riesige Sporttaschen, in die die meisten ihrer jungen Besitzer wohl selbst locker reinpassen würden. Von den Nachwuchs-Football-Spielern, die sonst in der Schutzausrüstung stecken, ist allerdings nichts zu sehen. "Wir müssen heute eine Theoriestunde einlegen, weil der Platz gesperrt ist", sagt Maik Rudolph und deutet auf den verschneiten Jahnplatz.

Nur noch die unter Zehnjährigen spielen die kontaktlose Variante

Der 29-Jährige spielt seit 15 Jahren Football und ist Headcoach - also Cheftrainer - der B- und C-Jugend der Longhorns. Seine Jungs im Alter zwischen 10 und 16 Jahren sind in der Nebenkabine verschwunden - mit mehr oder weniger begeisterten Gesichtern. Statt Theorie zu pauken, würden sie viel lieber über den Platz laufen, Bälle schmeißen und sich gegenseitig "tackeln" - dabei wird der Gegenspieler gerammt und so zu Fall gebracht. Davon ist auch Eric Roese begeistert: "Das Umhauen macht auf jeden Fall am meisten Spaß."

Der Zwölfjährige spielt seit anderthalb Jahren Football. "Tackeln" war in dieser Zeit allerdings nicht angesagt. "Bisher gab es bei den Longhorns im Kinder- und Schülerbereich lediglich zwei Flag-Football-Teams", erklärt Maik Rudolph. Seit diesem Jahr ist das anders: Nur noch die Jüngsten (sechs bis zehn Jahre) spielen die nahezu kontaktlose Variante des American Football, bei der der ballführende Spieler gestoppt wird, indem man ihm einen Stoffstreifen (Flag) aus dem Gürtel zieht.

Ab zehn Jahren wird jetzt mit Vollkontakt gespielt. "Diese Umgliederung war notwendig, weil in NRW immer weniger Vereine Flag Football anbieten", sagt Rudolph, der mit seinem Flag-Football-Team in den vergangenen zwei Jahren sogar die Deutsche Meisterschaft feiern konnte. Seit etwa einem Monat trainieren die knapp 40 jungen Football-Spieler draußen und in der Halle nun nicht mehr nur Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Kraft, sondern auch das richtige Stoppen des Gegners.

Das ist auf dem Feld auch die Aufgabe von Eric Roese. Als Linebacker muss er die gegnerischen Angreifer zu Fall bringen. Damit jeder Spieler entsprechend seiner Position trainiert, stehen Maik Rudolph sieben Trainer zur Seite, die die jungen Sportler individuell betreuen. So wird hier die Wurftechnik verbessert, dort das Blocken des Gegners trainiert, und wieder an anderer Stelle werden Täuschungsmanöver geübt. Damit es nicht zu Verletzungen kommt, sind ein Helm mit Gitter und Zahnschutz Pflicht. Der Körper selbst wird durch spezielle Schulter-, Becken-, Steißbein-, Oberschenkel- und Kniepolster unter Trikot und Hose geschützt.

Die erste Mannschaft der Langenfeld Longhorns spielt in der 2.Bundesliga Nord. Die zweite Mannschaft wurde gerade erst neu gegründet und wird in der untersten Liga an den Start gehen. Zudem gibt es eine A-Jugend (16 bis 19 Jahre), eine B-Jugend (13 bis 16) und eine C-Jugend (10 bis 13), die alle am Ligabetrieb teilnehmen werden. Die D-Jugend (6 bis 10 Jahre) und eine weitere Herrenmannschaft spielen weiterhin Flag Football, die kontaktlose Variante des American Football.

Die B- und C-Jugend trainiert dienstags von 17 bis 18.30 Uhr am Jahnplatz in Langenfeld und samstags von 9 bis 11 Uhr in der Halle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Helme und Schutzausrüstung stehen für Neulinge bereit.

Wer Lust hat, mal bei einem Training dabei zu sein, kann sich bei Ralf Will, Telefon 0179/9151596, melden oder sich im Internet informieren.

Bis der Longhorns-Nachwuchs zeigen kann, was er alles gelernt hat, dauert es aber noch eine ganze Weile. Erst im Herbst startet die Liga. Aber bis dahin wird fleißig weitertrainiert und natürlich - ganz wichtig für Eric Roese und Co. - viel "getackelt".

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