Volker Neumann war lange Jahre Pressesprecher des SV Hilden-Nord. Jetzt wählten ihn die Mitglieder zum Vorsitzenden. Eine Baustelle ist für ihn das Vereinsheim.

Interview
Volker Neumann will unter anderem das Problem mit dem Vereinsheim „Nordkurve“ anpacken.

Volker Neumann will unter anderem das Problem mit dem Vereinsheim „Nordkurve“ anpacken.

Olaf Staschik

Volker Neumann will unter anderem das Problem mit dem Vereinsheim „Nordkurve“ anpacken.

Hilden. 13 Jahre lang war Andreas Litzke als Vorsitzender des SV Hilden-Nord im Amt. Am 15. Dezember 2015 wählten die Mitglieder den langjährigen Pressesprecher Volker Neumann (56) zu seinem Nachfolger. Er stellte den Vorstand neu zusammen und fand dafür die Zustimmung der Versammlung.

Wie sind die ersten Wochen im neuen Ehrenamt verlaufen?

Volker Neumann: Wir schauen nach vorne. Außer Ulf Weber sind wir alle Frischlinge im Vorstand, aber wir knien uns da rein. Finanziell und sportlich sind wir auf einem guten Weg, aber natürlich noch nicht zu 100 Prozent da, wo wir auf Dauer hinkommen möchten. Unser Ziel ist, aus dem SV Hilden-Nord wieder wirklich einen Verein zu machen. Die Leute sollen zum Platz kommen und sich dort wohlfühlen. Dafür packen alle mit an, aus der Jugend- und der Seniorenabteilung. Da ist sich keiner zu schade zu helfen. Wenn etwas ist, spricht man wieder miteinander.

Wie sieht es denn jetzt wirklich mit den Finanzen aus?

Neumann: Finanziell mussten wir uns erst einmal einen Überblick verschaffen, was machbar ist und was gemacht werden muss. Es bleiben rund 20 000 Euro Schulden – das ist höher, als uns im Vorfeld der Wahlen suggeriert worden ist. Diesen Berg wollen wir jetzt aber möglichst schnell abbauen.

Wie ist es mit der Unterstützung im Verein?

Neumann: Seit der Wahl im Dezember ist alles ein Selbstläufer. Viele sind auf uns zugestürmt und haben uns ihre Hilfe angeboten, sei es in handwerklicher oder sportlicher Hinsicht. Auch von außerhalb gab es Anfragen, ehemalige Sponsoren wollen sich wieder mit uns zusammensetzen.

Welche Baustellen gibt es?

Neumann: Eine große ist das Vereinsheim. Wir können es nicht nutzen, weil der alte Jugendraum, der das Zwischenstück zu den Toiletten bildet, ein undichtes Dach hat. Der Jugendraum ist städtisch und gesperrt. Wir wollen wieder Leben auf die Anlage bringen, aber dafür brauchen wir das Vereinsheim. Deshalb haben wir der Stadt vorgeschlagen, das Dach in Eigenregie zu reparieren. Einige Handwerker aus dem Verein stehen schon parat, das Material haben wir zur Verfügung. Jetzt warten wir nur noch auf den Startschuss der Stadt und die Baugenehmigung, um loslegen zu können.

Momentan gibt es gar keinen Pächter, oder?

Neumann: Wir haben Interessenten, die das Vereinsheim bewirtschaften wollen, aber die brauchen auch die Toilettenanlage. Ohne geht es nicht. Und es macht keinen Sinn, die Toilettenanlage im Gebäude nebenan zu nutzen. Der Weg ist zu lang, erst recht, wenn es regnet. So, wie es jetzt ist, findet sich kein Pächter.

Wie ist die sportliche Perspektive für den SV Hilden-Nord?

Neumann: Wir sind auf einem guten Weg, die Klasse zu halten. Es war schon eine weise Entscheidung, Adin Muminovic und Volkan Denizci als Trainer zu holen – die haben eine Menge Spieler mitgebracht. Wir werden bald mal gemeinsam schauen, wie es im Sommer mit Verstärkungen aussieht. Wir wollen die erste Mannschaft so weit nach vorne bringen, dass auch Spieler aus anderen Vereinen wieder von selbst auf uns zukommen. Das ist aber nicht alles. Unsere Hauptanliegen ist die Jugendarbeit – die wollen wir vorantreiben, damit wir mit dem eigenen Nachwuchs ein gewisses Fundament für die Seniorenmannschaften haben. Auch die Damen wollen wir tatkräftig unterstützen, sie waren in den vergangenen Jahren auf sich allein gestellt. Wir wollen junge Spielerinnen begeistern, wieder bei uns anzutreten.

Als neuer Vorsitzender haben Sie also eine Menge Arbeit vor sich.

Neumann: Das Amt ist eine große Herausforderung, denn der SV Nord ist kein kleiner Verein. Wichtig ist, dass wir einen vernünftigen Verein schaffen, in dem sich die Leute wohlfühlen. Wir wollen alles in die Reihe bringen. Ich bin dabei keiner, der auf dem Thron sitzt, sondern ich packe auch mit an. Man muss immer Mensch bleiben – das sehe ich im Beruf so und das sehe ich auch in meiner Freizeit so.

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