Dirk Zorn ging Ende 2012 als hauptberuflicher Trainer nach Dormagen. Seit gut einem Jahr leitet er dort den Landes-Stützpunkt.

Dirk Zorn ging Ende 2012 als hauptberuflicher Trainer nach Dormagen. Seit gut einem Jahr leitet er dort den Landes-Stützpunkt.
Praktisch sein Zuhause: Der Langenfelder Dirk Zorn ist mit seinen Leichtathleten momentan noch in der Halle im Einsatz.

Praktisch sein Zuhause: Der Langenfelder Dirk Zorn ist mit seinen Leichtathleten momentan noch in der Halle im Einsatz.

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Praktisch sein Zuhause: Der Langenfelder Dirk Zorn ist mit seinen Leichtathleten momentan noch in der Halle im Einsatz.

Langenfeld. Er ist ein Tüftler und ein Leichtathlet aus Leidenschaft. Weil sich Dirk Zorn auch im Bereich Sprint ganz gut auskennt, war der Spätherbst 2012 kein Problem für ihn. Damals stand Zorn noch im Dienst der SG Langenfeld (SGL), für deren Talente er ein wichtiger Fixpunkt war. Trotzdem musste sich der 50-Jährige damals sehr rasch entscheiden – weil ihm ein Angebot des TSV Bayer Dormagen vorlag, sich dort hauptamtlich um die jungen Leichtathleten zu kümmern.

Wegen der besseren Perspektive unterschrieb der diplomierte Sportwissenschaftler ohne langes Zögern, um den Dienst bereits im Januar 2013 antreten zu können. Für die SGL-Leichtathleten war es ein herber Schlag. Dennoch konnte der damalige Abteilungsleiter Carsten Lüdorf den Schritt nachvollziehen: „Ich hoffe, dass er das findet, was er sich wünscht.“ Lüdorfs Daumen-Drücken war erfolgreich. Seit Ende 2016 ist Zorn sogar Leiter des Landes-Stützpunktes für Leichtathletik in Dormagen. Sein Fazit nach rund fünf Jahren auf der anderen Rheinseite: „Es war richtig. Ich bin glücklich damit.“

Der etwas jüngere Dirk Zorn ist der Erfinder des „Zorn-Runners“. Hier handelt es sich um eine Mischung aus Rad und Roller, mit der sich unter anderem Schrittlänge und Schrittfrequenz optimieren lassen. Die Formel: Wer eine bessere Technik hat, läuft schneller. „Ich bin davon immer noch voll überzeugt“, betont Zorn, für den die Tätigkeit als Trainer zunächst „nur“ eine finanzielle Absicherung war.

Als Coach arbeitete er für die SGL im Studio mit Gesundheits- und Kraftsportlern sowie mit Leichtathleten. Darüber hinaus nahmen Footballer, Hockey- und Tennis-Spieler seine Fähigkeiten als Athletik-Coach in Anspruch. Einige junge Langenfelder waren später so überzeugt vom Trainer Zorn, dass sie ihn nach Dormagen begleiteten: Christina Krebs, Bob Grauer, Lukas Bulla, Reiner Mantsch, Simon Schophaus und Moritz Löhr. Für Dormagen startet heute allerdings nur noch Reiner Mantsch. Grauer ist zu seinem alten Verein zurückgekehrt und gehört dort dessen Trainerteam an.

„Es war richtig. Ich bin glücklich damit.“

Dirk Zorn über seine Entscheidung, nach Dormagen zu wechseln

Zorn steht am liebsten mit seinen Athleten auf der Bahn. Die Erfolge bleiben auch diesmal nicht aus, denn einige Zorn-Schützlinge scheinen vor einer vielversprechenden Zukunft zu stehen. Ituah Enahoro etwa knackte 2017 als 19-Jähriger die 8000-Punkte-Marke im Zehnkampf, kürzlich steigerte er seinen persönlichen Weitsprung-Rekord beim internationalen Meeting in Tschechien auf 7,78 Meter.

Ole Grammann holte sich bei den Nordrhein-Hallenmeisterschaften mit 7,43 Metern den U-20-Titel. Jan Ruhrmann gehört ebenfalls zum nationalen Perspektivkader der Zehnkämpfer für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio an. Ruhrmann hat es mal so ausgedrückt: „Dirk kennt genau die Punkte, die er bei mir anfassen muss. Er motiviert genug, aber nicht zu viel. Er bremst, wenn man übermotiviert ist. Das ist genau das, was ich brauche.“

Seinen Lebensmittelpunkt hat Dirk Zorn weiter in Langenfeld, wo er sich mit Frau und drei Kindern sehr wohlfühlt. Das Pendeln zum Dienstsitz ist kein Problem: „Ich brauche eine halbe Stunde. Das passt schon.“ In Dormagen schätzt er sowohl die kurzen Wege als auch das eigenverantwortliche Arbeiten und die allgemeine Ausstattung für die Sportler. „Das ist schon gut“, betont Zorn, der sich bei Bedarf Unterstützung durch einen Spezialisten holt. Um den Stabhochsprung kümmert sich dann zum Beispiel Michael Kühnke, der zurzeit unter anderem den deutschen Top-Springer Björn Otto betreut.

Momentan läuft bei den Leichtathleten die Hallensaison. Die Sportler-Karawane hat bereits die Regions-Meisterschaften, die Nordrhein-Meisterschaften (jeweils Leverkusen) und die NRW-Meisterschaften (Dortmund) hinter sich. Am 17./18.Februar führt der Weg wieder nach Dortmund. Dirk Zorn freut sich auf die Deutschen Hallenmeisterschaften und er wird an beiden Tagen wieder ganz in seiner Leidenschaft Leichtathletik aufgehen. Der Langenfelder scheint im Winter 2018 in sich selbst zu ruhen.

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