Drittliga-Handballer ziehen beim TSV GWD Minden II mit 29:31 den Kürzeren. Die SG Ratingen verliert ebenfalls.

Unter Druck: Die Deckung der SG Ratingen mit unter anderem Fabian Zarnekow (2.v.r.) und Nikolai Lenz (r.) offenbarte Lücken.
Unter Druck: Die Deckung der SG Ratingen mit unter anderem Fabian Zarnekow (2.v.r.) und Nikolai Lenz (r.) offenbarte Lücken.

Unter Druck: Die Deckung der SG Ratingen mit unter anderem Fabian Zarnekow (2.v.r.) und Nikolai Lenz (r.) offenbarte Lücken.

Am Boden: Für Dustin Thöne und Langenfelds Handballer bleibt die Saison in der 3. Liga meist schmerzhaft.

Achim Blazy, Bild 1 von 2

Unter Druck: Die Deckung der SG Ratingen mit unter anderem Fabian Zarnekow (2.v.r.) und Nikolai Lenz (r.) offenbarte Lücken.

Langenfeld/Ratingen. Die Abläufe wiederholen sich. Immer wieder sogar. Dreimal hatten die in die 3. Liga aufgestiegenen Handballer der SG Langenfeld (SGL) in Auswärtsspielen keine Chance – beim 28:39 zum Saisonbeginn gegen den Fünften Leichlinger TV, beim 26:36 gegen den Vierten Dormagen und beim 25:30 gegen den Ersten Neusser HV. Daneben gab es einige andere Spiele, in denen das Team von Trainer Dennis Werkmeister schlecht startete. Das passierte zuletzt regelmäßig in der zweiten Hälfte, als jeweils schwache zehn Minuten alle Chancen zerstörten.

Das war jetzt zum Abschluss der Hinrunde beim TSV GWD Minden II wieder nicht viel anders. Deshalb verpasste die SGL den möglichen Sieg und zog mit 29:31 (14:16) den Kürzeren. „Da war mehr drin“, sagte Werkmeister, „wir hätten sie schlagen können, wenn wir die Leistung aus dem Spiel gegen Gummersbach gezeigt hätten.“

Da war dem Klassen-Neuling vor einer Woche dank seiner bisher stärksten Vorstellung in dieser Saison ein 34:26 gelungen – verbunden mit der Hoffnung, durch einen weiteren Erfolg am Ende der Hinrunde eventuell auf einen Nicht-Abstiegsplatz zu klettern. Die Konkurrenz im Keller der Tabelle macht auch einigermaßen mit, weil niemand zwei Punkte holte. Ausnahme: Minden. Die zweite Mannschaft des Erstligisten machte der SGL durch eine sehr offensive Deckung von Beginn an das Leben schwer, was grundsätzlich keine große Überraschung war.

„Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um uns darauf einzustellen“, sagte Werkmeister, „dann haben André Boelken und André Eich das aber gut gemacht.“ Die Spielmacher konnten trotzdem nicht verhindern, dass Langenfeld nach dem 1:0 (4.() durch den Eich-Siebenmeter immer in Rückstand lag –1:3 (6.),3:4 (8.), 3:6 (10.), 4:8 (12.), 5:9 (13.), 8:12 (20.), 8:13 (23.). Die SGL kämpfte sich heran und schien nach dem 14:16 (30.) von Matthias Herff auf dem Weg zu einem für den Abstiegskampf wertvollen Sieg zu sein.

Die Gäste erlaubten sich zwar am Anfang der zweiten Hälfte zwei völlig überflüssige Ballverluste, doch Minden machte es nicht besser. Dann konnte Mirko Stolley sogar auf 15:16 verkürzen (32.) und alles war wieder offen. Der Rest kam allerdings vielen unangenehm bekannt vor, weil für Langenfeld kaum acht Minuten später wieder alle Ampeln auf Rot standen. Nach einem 1:6-Lauf hieß es 16:22 (40.) und das Nachlaufen, das zur Tradition zu werden droht, begann von vorne. Die späteren Tore von Dustin Thöne (56.) und Boelken (56.) zum 25:29 und 26:29 ließen das Ergebnis zwar etwas freundlicher aussehen, konnten die zwölfte Niederlage im 15. Saisonspiel aber nicht verhindern. mid

Ratingen verliert das Abstiegs-Endspiel mit 29:31

Die Hallenuhr an der Gothaer Straße zeigt 36:06 Minuten an, als es passiert. Markus Neukirchen, Spieler des TV Korschenbroich, sackt nach einem eigentlich harmlosen Zweikampf zusammen. Er wird lange behandelt, muss am Ende aus der Halle getragen werden. Und so makaber es ist – aber eigentlich läuft zu diesem Zeitpunkt alles für die gastgebende SG Ratingen: Sie führt 19:15 und der ohnehin stark dezimierte Gegner dezimiert sich weiter. Was aber in den restlichen 25 Minuten der Partie passierte, spottet jeder Beschreibung: Der Handball-Drittligist bringt noch das Kunststück fertig, die komfortable Vier-Tore-Führung gegen nur noch acht Feldspieler zu verspielen und verliert das Abstiegs-Endspiel 29:31. Als die Schlusssirene ertönt, sieht Bastian Schlierkamp aus, als hätte er einen Geist gesehen. Kalauermäßig könnte man jetzt vom Abstiegsgespenst sprechen, das dem Geschäftsführer des Löwenrudels über den Weg gelaufen ist. Aber selbst bei ernsthafter Betrachtung sah der sonst so engagierte Macher der SG noch nie so konsterniert aus.

„Wir haben alle Trümpfe in der Hand gehabt und es vergeigt“, sagt Schlierkamp. Spielertrainer Simon Breuer pflichtet ihm bei: „Dann ist es wohl ein Qualitätsproblem“, sagt er. Natürlich fehlen Arthur Giela als bester Rückraum-Werfer und Damian Janus als Abwehrchef. Gegen Korschenbroich sind es aber vor allem die erfahrenen Spieler, die in den entscheidenden Momenten versagen. Ben Schütte zum Beispiel, der bei 28:30 seinen einzigen Siebenmeter an diesem Abend verwirft und die Partie damit entscheidet. Oder Sebastian Bartmann, der als einziger Offensiv-Kreisläufer der SG überhaupt nicht ins Spiel kam.

Schlierkamp sieht ein weiteres Problem: „Wenn wir in dieser Saison gewonnen haben, dann deutlich. Enge Spiele haben wir aber immer gegen Ende noch vergeigt.“ Dabei ging die Taktik der Ratinger lange Zeit auf. Die 4:2-Deckung setzte den TVK, der ebenfalls seine Probleme hat, unter Druck. Fast ständig führte das Löwenrudel. Und einige Korschenbroicher Spieler, wie Kreisläufer Dennis Backhaus, waren schon Mitte der zweiten Hälfte kräftig am pumpen. Um so unverständlicher ist, dass die Partie gerade in der Schlussphase aus der Hand gegeben wird. Doch genau dort geht bei den Ratingern plötzlich alles schief. Torhüter David Ferne, der vorher eine gute Fangquote hat, bekommt keine Hand mehr an den Ball. Die Deckung mit Fabian Zarnekow und Nikolai Lenz im Mittelpunkt leistet in dieser Phase allerdings nur noch Geleitschutz. Hinzu kommt plötzliches Abschlusspech – eine Ausnahme ist Timo Worm, der seine Einsatzzeit nutzt und vier schöne Tore erzielt. asch

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