Der Trainer des Handball-Oberligisten Mettmann-Sport hadert mit der personellen Situation in der Mannschaft. Der Aufsteiger blickt am Ende des Jahres 2016 auf eine bislang durchwachsene Saison.

Interview
Trainer Jürgen Tiedermann arbeitet derzeit nur mit einer Mettmanner Rumpftruppe Archiv

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Janicki

Trainer Jürgen Tiedermann arbeitet derzeit nur mit einer Mettmanner Rumpftruppe Archiv

Mettmann. In der Verbandsliga reihten die Handballer von MESport einen Sieg an den anderen, schafften damit den Sprung in die Oberliga. Doch in der höheren Klasse verläuft die Saison bislang eher durchwachsen. Trainer Jürgen Tiedermann spricht über die Gründe für das Auf und Ab sowie die neuen Ziele seiner Mannschaft.

Hat der Aufstieg in die Oberliga der Mannschaft wirklich Flügel verliehen?

Jürgen Tiedermann: Im Endeffekt nicht. Durch die ganzen Ausfälle hatten wir keine vernünftige Vorbereitung – wir sind ja auch nicht mehr geworden. Seit Juni haben wir nur Probleme im Trainingsbetrieb bekommen, deshalb fehlen uns jetzt in den entscheidenden Phasen der Partien die Körner und damit automatisch die Konzentration. Mit nur zwei Auswechselspielern hat man nicht viel entgegenzusetzen. Wären wir komplett, würden wir sicher besser dastehen. Das würde die Arbeit erleichtern, und auch die Stimmung wäre besser. Manchmal ist der Frust doch sehr groß, daher sind wir auch froh über die Weihnachtspause. Danach geht es hoffentlich besser.

Wie ist aktuell der Stand im Lazarett?

Tiedermann: Tim Wittenberg hat einen Mittelhandbruch. Das ist eine langwierige Sache – normalerweise fällt man damit einen Monat aus. Jan Schierweit fehlt noch wegen eines Muskelfaserrisses. Er ist ein sehr ungeduldiger Spieler, aber da muss man ihn auch mal stoppen, sonst wird aus sowas schnell ein Muskelbündelriss. Christian Kruse ist nach seiner Rückenoperation auf einem guten Weg. Ab Januar ist er auf jeden Fall wieder fit. Andre Loschinski ist seit vier bis fünf Wochen dauerkrank. Er hat irgendetwas im Körper, bekommt es nicht aus den Knochen – das versuchen wir jetzt mit einem Heilpraktiker zu klären. Jens Widera hat eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter und noch gar kein Spiel gemacht. Das ist ebenfalls eine langwierige Geschichte, aber ich hoffe, dass er ab Januar wieder mitmachen kann. Marc Hellbeck fällt wegen seiner Schulter dagegen schon seit einem Jahr aus – da habe ich keine große Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr. Das Lazarett ist wirklich groß, aber da müssen wir jetzt durch.

Wie viele einsatzfähige Akteure umfasst der Kader im Moment?

Tiedermann: Wir haben neun Feldspieler. Und die zwei Torhüter – die sind fit.

Das Ziel vor der Saison war, möglichst viele Punkte zu holen. Ist die Vorgabe erfüllt?

Tiedermann: Wir hätten auch mit diesem Kader vier Punkte mehr holen können, sogar müssen. Wir haben manchmal auch keine gute Leistung geliefert. Am vergangenen Wochenende gegen den TSV Aufderhöhe hätten wir zum Beispiel den Sack zumachen können, dann haben wir aber in fünf Minuten fünf Tore hintereinander kassiert – den Rückstand holt man dann nicht mehr auf. Aufderhöhe hat danach seine ganze Erfahrung ausgespielt.

Welches Ziel setzen Sie für das neue Jahr?

Tiedermann: Wir wollen ein paar Punkte mehr holen, die Rückrunde vernünftig überstehen. Mein Wunsch ist, mit der kompletten Truppe trainieren zu können – das fordert mich als Coach und das Team. Nur so können wir uns verbessern. Im Moment ist das ja nur ein Verwalten, aber wir wollen sportlich wieder einen Schritt nach vorne kommen. Zuletzt haben wir zweimal in eigener Halle verloren – zu Hause wollen wir wieder eine Macht werden und den Zuschauern, die uns treu sind, etwas zurückgeben.

Ist die Oberliga, wie Sie nach dem Aufstieg verkündeten, wirklich eine positive Herausforderung?

Tiedermann: In jedem Fall. Da waren auch viele Gegner dabei, die wir nicht kannten. Die Leistungsdichte ist sehr eng. Da ist kein Gegner, den man mal so eben abfertigen kann, andererseits kann man gegen jeden gewinnen. Die Mannschaft kann sich nicht hängen lassen, wie das vielleicht in der Verbandsliga noch möglich war, sondern muss in jedem Spiel ihre Leistung bringen, sonst verliert sie.

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