Der Heiligenhauser Christopher Mies hat Benzin im Blut. Als Rennfahrer lebt er seinen Traum. Sein Ziel ist die DTM.

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Die Ausbildung zum Industriekaufmann ist für Christopher Mies eine Pflichtaufgabe. Viel lieber sitzt er hinter dem Lenkrad und arbeitet an seiner Karriere als Profi-Rennfahrer.

Die Ausbildung zum Industriekaufmann ist für Christopher Mies eine Pflichtaufgabe. Viel lieber sitzt er hinter dem Lenkrad und arbeitet an seiner Karriere als Profi-Rennfahrer.

Stefan Fries

Die Ausbildung zum Industriekaufmann ist für Christopher Mies eine Pflichtaufgabe. Viel lieber sitzt er hinter dem Lenkrad und arbeitet an seiner Karriere als Profi-Rennfahrer.

Heiligenhaus. Christopher Mies, 20Jahre, Ausbildung zum Industriekaufmann im väterlichen Betrieb. Diese Tatsachen alleine heben den jungen Heiligenhauser nicht aus der breiten Masse der Azubis im Kreis hervor. Christopher Mies, 20 Jahre, Rennfahrer im Tourenwagensport und Champion der FIA GT Europameisterschaft. Diese Fakten sorgen dafür, dass der junge Nachwuchspilot des Team Phoenix Racing beim Bummeln immer häufiger nach Autogrammen gefragt wird.

"Es ist quasi mein erstes richtiges Jahr im professionellen Motorsport, und es ist genau das, was mir Spaß macht, wofür ich lebe", sagt Mies, und es funkelt in seinen Augen, wenn er von seinem Sport, seinem Beruf spricht. Die Ausbildung zum Industriekaufmann dient als "Rückversicherung, sollte es mit der Fahrerkarriere doch nicht so klappen. Doch 30 bis 40Jahre im Büro zu sitzen, wäre nichts für mich." Dass er allen Anzeichen nach nicht Nachfolger von Vater Peter in dessen Firma wird, sieht er mit einem breiten Grinsen: "Er wusste vor zehn Jahren, was er tat, als er mich ins Kart gesetzt hat."

Motorsport und Mies - das war keine Liebe auf den ersten Blick

Obwohl er bereits als Sechsjähriger regelmäßig mit zum legendären Nürburgring fuhr, weil sein Vater selbst Rennen gefahren ist, war die erste Begegnung mit einem fahrbaren Untersatz beileibe keine Liebe auf den ersten Blick. "Ich bin direkt wieder aus dem Kart ausgestiegen. Zu Beginn hatte ich doch etwas Bammel vor den Motoren", blickt Mies zurück. Schnell waren die Berührungsängste jedoch überwunden, und mittlerweile ist er angekommen in der Welt der Rennfahrer.

Gehörte er vor knapp fünf Jahren noch selber zu den Autogrammjägern von Uwe Alzen, Klaus Ludwig & Co., fährt er mittlerweile mit den Großen seiner Zunft in einem Team oder gegen sie. "Es ist schon eine Ehre, gegen diese Leute zu fahren, und sicher ist es auch ein sehr schönes Gefühl, sich gegen den einen oder anderen durchzusetzen", sagt Mies, der sich bewusst keine Idole oder Vorbilder gesucht hat. "Ich will nicht werden wie andere, sondern meinen eigenen Weg finden und meine eigenen Ziele verwirklichen."

Herzerfrischend, sympathisch und offen beschreibt der frisch gebackene Europameister seine Wünsche und Pläne: "Ich würde gerne das 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife gewinnen und lieber gestern als morgen in die DTM. Aber der Weg dahin ist verdammt hart." Damit der Traum von der Karriere auch gelingen kann, dafür sorgte in diesem Jahr auch die Deutsche Post Speed Academy, eine Art Ausbildung zum Rennfahrer. "In Workshops bekommen wir nicht nur das Fahren beigebracht. Benimmtraining, Medienschulung und Technik stehen genauso auf dem Programm", berichtet Mies, der hinter Daniel Abt den zweiten Platz in der Abschlusstabelle der Academy belegte.

In Monaco stand Mies gemeinsam mit Sebastian Vettel auf der Bühne

Christopher Mies (*24. Mai 1989) wohnt in Heiligenhaus und macht eine Industriekaufmann-Ausbildung. Hobbys: Motorsport, allgemein Sport.

Hubraum: 5200 ccm, Leistung: über 500 PS, Mindesgewicht: ca. 1250 kg, Höchstgeschwindigkeit: über 300 km/h.

FIA GT Europameister 2009, 4. Platz beim 37. ADAC Zurich 24 h Rennen (2009), Rookie of the Year 2008 ADAC Procar Gesamt, Bester Nachwuchsfahrer im Motorsportverband NRW 2008, Juniormeister Ford Fiesta ST Cup 2007.

So ging es in der Weihnachtszeit dann auch von einer Ehrung zur nächsten. Beim vermeintlichen Höhepunkt, der Gala der FIA in Monaco, stand der Youngster aus Heiligenhaus dann auf einer Bühne mit Motorsporthelden wie Jenson Button, Sebastian Vettel und Timo Glock. "Diesen Moment nehme ich als Belohnung für die vergangene Saison und als Ansporn für die nächsten Jahre mit. So mittendrin zu sein, das hat schon was Besonderes." Spätestens diese Ehrung macht aus ihm einen ganz besonderen Azubi aus Heiligenhaus.

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