Noch bevor die Liga am Wochenende in die neue Saison startet, hat der erste Verein bereits einen Rückzieher gemacht. Nur noch drei Vereine streiten um den Titel.

Ligaobmann und Vorsitzender des Velberter BC, Hans-Werner Stryak, bedauert den Rückzug Straubings. Sportlich gesehen sei der Schritt des bayrischen Vereins aber nachvollziehbar.  (Archiv
Ligaobmann und Vorsitzender des Velberter BC, Hans-Werner Stryak, bedauert den Rückzug Straubings. Sportlich gesehen sei der Schritt des bayrischen Vereins aber nachvollziehbar. (Archiv

Ligaobmann und Vorsitzender des Velberter BC, Hans-Werner Stryak, bedauert den Rückzug Straubings. Sportlich gesehen sei der Schritt des bayrischen Vereins aber nachvollziehbar. (Archiv

Simone Bahrmann

Ligaobmann und Vorsitzender des Velberter BC, Hans-Werner Stryak, bedauert den Rückzug Straubings. Sportlich gesehen sei der Schritt des bayrischen Vereins aber nachvollziehbar. (Archiv

Velbert. Es wurde schon fast wie eine Revolution gefeiert, dass in dieser Saison fünf Vereine in der 1. Box-Bundesliga antreten. Schließlich waren es vergangenes Jahr noch vier Mannschaften. Doch nun hat bereits vor dem Ligastart am Wochenende der erste Verein einen Rückzieher gemacht - der bayrische Vertreter BC Straubing.

Im November 2008 war Straubing noch Ausrichter der Deutschen Einzelmeisterschaften und sollte eigentlich erster Gegner des Velberter Boxclubs (VBC) sein. Der amtierende Mannschaftsmeister Velbert greift nun erst am 14. Februar ins Liga-Geschehen ein und bestreitet am 14. März seinen ersten Heimkampf gegen Hertha BSC Berlin.

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie schon vor dem ersten Kampf das Handtuch werfen."

(Hans-Werner Stryak, Liga-Obmann)

"Auf dem Bankett hat der Straubinger Präsident noch groß getönt: Velbert wir kommen", berichtet Hans-Werner Stryak, Vorsitzender des Velberter Boxclubs, der sich über den Rückzieher ärgert: "Drei Heimkämpfe sind natürlich zu wenig für das Publikum."

Der Liga-Obmann sieht den Rückzug aus sportlicher Sicht aber nicht als großen Verlust an. "Es sind ausschließlich bayrische Kämpfer, einige hätte ich eigentlich gar nicht zulassen dürfen, weil sie nicht erstligareif sind." Und eigentlich sei der Schritt abzusehen gewesen, meint Stryak: "Als ich die Aufstellung bekam, war mir schon klar, dass die keine Saison durchhalten. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass sie schon vor dem ersten Kampf das Handtuch werfen."

Dänisch-schwedisches Team kann keinen Bundesliga-Titel holen

"Die anderen drei sind dafür hochkarätige Teams", sagt Stryak über Babelsberg, Berlin und Velbert. "Ich weiß allerdings noch nicht, wie die Dänen aussehen." Denn hinter dem Boxteam Nord verbirgt sich die dänische Nationalmannschaft, "garniert mit einigen Schweden", verrät Stryak. Nach dem Wochenende wird er mehr wissen, das Boxteam Nord hat seinen ersten Einsatz bei Hertha BSC Berlin.

"Unser Trainer Mike Hanke wohnt in Potsdam und wird sich die Kämpfe ansehen", kündigt Stryak an. Doch einen Haken hat die Sache: Die skandinavische Mannschaft, die ihre Heimkämpfe im dänischen Esbjerg austrägt, wird zwar gewertet, kann den Titel aber nicht gewinnen.

Wünschenswert wären weitere deutsche Klubs in der 1. Bundesliga schon, meint auch Stryak. "Wir hätten Termine, um bis zu sechs Vereine zuzulassen", sagt er, schränkt jedoch sofort ein: "In der absoluten Spitze sind nicht mehr viele Leute. Wenn wir weitere Vereine in die 1. Liga lassen, würden die mit ausländischen Boxern antreten, die nur für die Kämpfe nach Deutschland kommen."

Und das sei absolut nicht im Interesse des Deutschen Boxverbands, meint der Liga-Obmann. "Es bringt ja nichts", sagt Stryak. "Der Mannschaftswettbewerb wurde ja geschaffen, um die deutschen Spitzenleute zwischen internationalen Wettkämpfen vernünftig zu beschäftigen."

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