Das Wintercamp von „Ballers’ Paradise“ bringt Sportler aus aller Welt zusammen. 90 Spieler arbeiten mit den Trainern an ihren Fertigkeiten am orangefarbenen Ball.

Das Wintercamp von „Ballers’ Paradise“ bringt Sportler aus aller Welt zusammen. 90 Spieler arbeiten mit den Trainern an ihren Fertigkeiten am orangefarbenen Ball.
Machmud Alabed (h.l.) und Mohamed Eyad Almaeslumani trainieren im Vormittagscamp die Gruppe der ältesten Teilnehmer.

Machmud Alabed (h.l.) und Mohamed Eyad Almaeslumani trainieren im Vormittagscamp die Gruppe der ältesten Teilnehmer.

Olaf Staschik

Machmud Alabed (h.l.) und Mohamed Eyad Almaeslumani trainieren im Vormittagscamp die Gruppe der ältesten Teilnehmer.

Hilden. Die Geräusche unzähliger geprellter Bälle und quietschender Schuhe erfüllen die Halle: In der versuchen sich dutzende Kinder und Jugendliche unter anderem im Dribbeln und Werfen. Und wer gerade eine Pause macht, kann nicht nur die Malereien des Langenfelder Künstlers und Basketballfans Ivan Beslic bewundern, sondern bekommt durch die vom Beamer an die Wand geworfenen Fernsehbilder noch zusätzlichen Anschauungsunterricht in der Sportart: Das Wintercamp von Ballers’ Paradise in der Sporthalle der Anlage am Bandsbusch soll dazu beitragen, die technischen Fähigkeiten von insgesamt 90 Basketball-Spielern im Alter zwischen sechs und 24 Jahren zu verfeinern.

Spaß soll das Ganze bei allem Ehrgeiz und der gebotenen Konzentration selbstverständlich auch noch machen. „Wir schaffen eine Wohlfühl-Atmosphäre, in der die Camp-Teilnehmer abtauchen können“, sagt Ingmar Gettmann, Vorsitzender von Ballers’ Paradise.

Im Mittelpunkt der Camps steht die individuelle Förderung

Der Hildener Verein, der nicht am offiziellen Spielbetrieb teilnimmt, hat sich in erster Linie der Trainingsarbeit mit Jugendlichen verschrieben und bietet seit nunmehr zehn Jahren Camps, in der Regel an Pfingsten, in der Weihnachtszeit und zuletzt auch im Sommer, an. „Uns geht es darin um die individuelle Förderung“, sagt Trainer Bastian Kluth. Alter, Größe und Vorerfahrungen gaben die in Gruppen eingeteilten Teilnehmer vorab an. Zudem können sie auch konkrete Wünsche äußern, in welchen Bereichen sie sich in den täglich jeweils viereinhalb Stunden Training gezielt verbessern wollen. „Ich möchte noch mehr am Ball-Handling arbeiten“, erzählt zum Beispiel der 17-jährige Marlon. Er ist überaus erprobt in Sachen Camp, schließlich hat er bereits in Düsseldorf und Köln an ähnlich geballten Trainingsprogrammen mitgewirkt – und dafür schon zweimal einen langen Anfahrtsweg auf sich genommen.

Denn Marlon lebt in der Nähe von Kiel und ist im hohen Norden Deutschlands auch im Verein aktiv – seine Position auf dem Basketballfeld ist die des „Point Guards“, eines Aufbauspielers, der über eine besonders gute Technik und Übersicht verfügen muss. „Bei mir in der Nähe gibt es solche Angebote wie hier so gut wie überhaupt nicht“, erklärt der Schüler, „und außerdem habe ich in dieser Region gute Erfahrungen gemacht.“ Das gilt auch für andere Teilnehmer, die es zwischen den Feiertagen ebenfalls aus verschiedenen Winkeln der Republik in die Halle der Hildener Bezirkssportanlage zog.

Schon in den ersten Trainingsstunden sei es um Schnelligkeit, Ballkontrolle und Athletik gegangen, schildert Marlon, der nach dem Abitur gerne Sportmedizin studieren und natürlich weiterhin so ambitioniert wie möglich Basketball spielen möchte.

„Wir schaffen eine Wohlfühl-Atmosphäre, in der die Teilnehmer des Camps abtauchen können.“

Ingmar Gettmann, Vorsitzender von Baller’s Paradise

„Ich liebe den Wettbewerb und freue mich immer, wenn es etwas zu gewinnen gibt“, sagt er. Und auch letztere Möglichkeit bietet das Camp seinen Teilnehmern, die keineswegs alle Vereinsspieler sind: Die besten Zwölf eines täglichen Wettstreits können am letzten Camp-Tag gegen das Trainerteam antreten. Dem wiederum gehören neben Einheimischen auch zwei US-Amerikaner und zwei Syrer an. „Es hat sich ein gutes Netzwerk gebildet“, berichtet Bastian Kluth.

Die Bedeutung von Sport als Mittel zur Völkerverständigung hebt der Verein durch sein Projekt „One World. One Gym“ hervor: In diesem Rahmen treffen sich an jedem Samstag in der Zeit zwischen 11 und 13 Uhr Basketball-Freunde ab acht Jahren aus allen sozialen Schichten mit und ohne Migrationshintergrund in der Stadtwerke Hilden Arena an der Grünstraße.

Seit einem Jahr ist Ballers’ Paradise anerkannter Stützpunktverein für das Bundesprogramm „Integration durch Sport“. Und auch diesen Aspekt verknüpften die Organisatoren mit dem Camp: Denn im Zuge dessen waren syrische Basketballer aus dem gesamten Bundesgebiet am Hildener Bandsbusch zu Gast, um sich in einem Testspiel gegen die Ballers’ Allstars ihrem Nationaltrainer zu präsentieren. Einen weiteren Auftritt erlebte das Team „Souriana“ einen Tag vor Silvester zum Abschluss des Trainingslagers – unter den Augen vieler Verwandter und Bekannter der Camp-Teilnehmer.

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