Udo Kutsche, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft im Kreis, brachte Spenden und Hilfsgüter direkt in nach Haiti.

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Udo Kutsche beim Ausladen der Hilfsgüter auf Haiti.

Udo Kutsche beim Ausladen der Hilfsgüter auf Haiti.

privat

Udo Kutsche beim Ausladen der Hilfsgüter auf Haiti.

Mettmann. Nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti, das weite Teile die Karibik-Insel Mitte Januar in Schutt und Asche gelegt und eine Viertel Million Todesopfer gefordert hat, rief auch die Deutsche Polizeigewerkschaft zu einer Spendenaktion für die Opfer auf. Kürzlich reiste der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft, Udo Kutsche, mit den gesammelten Spenden und Hilfsgütern persönlich nach Haiti, um sie vor Ort zu übergeben, und um sicherzustellen, dass diese ihr Ziel auch tatsächlich erreichen.

Am Ende wurden 300 Kilo Sondergepäck transportiert

"Ich war vor sieben Jahren schon einmal auf Haiti, das war damals schon das drittärmste Land der Welt", nennt Kutsche einen Grund für sein Hilfsengagement. Bei dem Spendenaufruf kamen 50 Gehhilfen und Krücken, 300 Baseball-Caps, 50 Paar Schuhe, Sonnenbrillen, zahnmedizinische Fachinstrumente und drei Koffer voller Verbandsmaterial zusammen. Das alles wollte er während seiner Urlaubreise in die Karibik nach Haiti bringen. "Wir hatten den Urlaub schon im November gebucht, im Januar kam dann das schlimme Beben." Nach einigen Gesprächen mit Air Berlin gab die Fluglinie grünes Licht: Die 120 Kilo Sondergepäck durften kostenfrei mitfliegen.

Nach der Landung in Fort Lauderdale kaufte Kutsche noch einmal insgesamt 80Kilogramm Shampoo, Waschmittel, Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife, Babypuder, Spielsachen und Lernkarten ein. Sein Sondergepäck wog mittlerweile über 300Kilo und bestand aus neun Koffern und Taschen sowie fünf Bündel Gehilfen. Seine mitreisende Frau konnte ihm nicht tragen helfen, sie war hochschwanger. Und Kutsche selbst hatte sich drei Tage vor Reisebeginn einen Muskelfaserriss zugezogen. Mit vielen Helfern wurden die Hilfsgüter an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gebracht. Als das Schiff in Haiti anlegte, traf Kutsche sich mit dem deutschen Botschafter, Hans Broder-Schütt, und übergab ihm die Spendengüter. "Der Botschafter erzählte uns viel von dem Leid der Menschen, von den sehr viel dort eingegangenen Spenden, aber auch von Problemen und Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung. So sollen von den Geldspenden des amerikanischen Roten kreuzes von jedem gespendeten Dollar, nur 20 Cent bei der Bevölkerung angekommen sein." Der Botschafter übernahm auch die Verteilung. Sie kommen einem Krankenhaus und einem Kindergarten in Cap Haitien zugute. "Wenn man dann diese dankbaren Gesichter sieht, wird einem ganz weich ums Herz. Das entschädigt für viele Mühe", erinnert sich Kutsche. Er weiß aber auch, dass die überreichten Spenden nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind.

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