Für das Projekt „Erlebnis-Pädagogik: Ferienlager für sozial benachteiligte Kinder“ hat das Berufskolleg Bleibergquelle den Schulpreis bekommen.

Bildung
Selbst die Kleinen trauten sich – gut gesichert natürlich – hoch hinaus und gewannen bei den Angeboten der Ferienfreizeit Selbstvertrauen.

Selbst die Kleinen trauten sich – gut gesichert natürlich – hoch hinaus und gewannen bei den Angeboten der Ferienfreizeit Selbstvertrauen.

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Selbst die Kleinen trauten sich – gut gesichert natürlich – hoch hinaus und gewannen bei den Angeboten der Ferienfreizeit Selbstvertrauen.

Velbert. Eine Woche Urlaub fern von Hektik, Handy, Internet und MP3-Player, Video-Spiel und Fernsehen: Das ist heute selbst für Kinder eine ungewöhnliche Erfahrung – wenn sie überhaupt in Ferien fahren können. Das Berufskolleg Bleibergquelle bietet seit 2008 jedes Jahr 30 Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren aus sozial benachteiligten Familien die kostenfreie Teilnahme an einem einwöchigen Zeltlager. Mit diesem Erlebnis-Pädagogik-Projekt hat die Schule jetzt einen ersten Platz des WZ-Schulpreises errungen.

Zelten, im Wald spielen, einen Bach stauen: Kinder sollen Kind sein dürfen

Geboren wurde die Idee vor fünf Jahren in einem Hauskreis mehrerer Kollegen, erinnert sich Lehrer Achim Scholz – man wollte im Sinne christlicher Nächstenliebe etwas für Kinder tun. Zugleich sollte es ein Trip in die Natur werden: „Zurück zu den Wurzeln“, sagt Scholz. Kinder sollten wieder Kind sein können, im Wald spielen, einen Bach stauen, Gemeinschaft erleben. Erfahrung und Ausrüstung waren vorhanden: „Teil der Ausbildung am Berufskolleg ist die erlebnispädagogische Woche, die wir zweimal im Jahr veranstalten.“

Studierende und Lehrer betreuen die 30 Kinder

Als Betreuer fahren neben Scholz, einem Kollegen und Schulsekretärin Christine Kielbassa – als guter Geist des Lagers unter anderem für Versorgung und Verpflegung zuständig – auch mehrere Studierende mit. Ziel in der ersten Woche der Sommerferien war 2011 die Rauschenmühle tief im Hunsrück, eine ausgebaute Scheune mit Aufenthaltsraum, Koch- und Sanitäranlagen. „Jeder war für vier oder fünf Kinder zuständig“, berichtet Lisi Frisch. Sie absolviert derzeit eine duale Ausbildung zur Erzieherin und Sozialpädagogin und skizziert den Tagesablauf: „Nach dem Frühstück gab es einen geistlichen Impuls, danach freies Spielen, am Nachmittag gemeinsames Programm.“

Toleranz wird gefördert und Selbstvertrauen aufgebaut

Dazu gehörten Wanderungen, Indianertag, eine Baumkletteraktion, Holz hacken und Lagerfeuer ebenso wie eine Nachtwanderung. Schon diese eine Woche habe einiges bei den Kindern bewirkt: „Am ersten Tag waren sie noch sehr wild, völlig undiszipliniert, teils aggressiv“, erläutert Frischs Kommilitone Philip Brinkmann. Das habe sich schnell gelegt, die Kinder seien als Gruppe zusammengewachsen und hätten viel gelernt: Toleranz und Rücksichtnahme, gemeinsames Planen und Erleben, aber vor allem Selbstvertrauen. „Einige haben geweint, als es wieder nach Hause ging, und gefragt, ob sie nächstes Jahr wiederkommen dürfen“, sagt Scholz.

„Diese Woche hat mir auch persönlich und beruflich etwas gebracht. Ich könnte mir vorstellen, noch mal mitzufahren“, ist Frisch mit Philip Brinkmann einer Meinung - obwohl das Wetter eine Herausforderung gewesen sei.

In Verbindung mit der Auszeichnung hat das Berufskolleg ein Preisgeld von 1250 Euro erhalten. Es soll in die erlebnispädagogische Ausrüstung des Kollegs fließen, sagt deren Leiter Ludwig A. Wenzel. Insgesamt hatte der Sponsor ElectronicPartner 8000 Euro für den WZ-Schulpreis im Kreis Mettmann zur Verfügung gestellt.

Getragen wird das Projekt vom Diakonischen Werk, das zudem private Spenden akquirierte, Förderern und Sponsoren. Auch die Stadt habe sich beteiligt, erläutert Schulleiter Ludwig A. Wenzel. Diakonie, Stadt und Kirchengemeinden hätten die Liste der teilnehmenden Kinder erstellt. Besonderen Dank richtete Wenzel an Studierende und Lehrer für ihr Engagement: „Das fand alles in ihrer Freizeit statt.“

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