Im Mai 2007 hat alles angefangen. Im Kreis gründeten sich Initiativen gegen das Bayer-Projekt.

Kreis Mettmann. Zwei Jahre ist es her, dass die Gegner der CO-Pipeline sich formierten. Angefangen haben die Initiativen mit nur wenigen Aktiven. Heute haben die Gegner mehr als 101000 Unterschriften gegen das Bayer-Projekt gesammelt und klagen vor Gericht. Die Anfänge des Protests:

Anfang Mai 2007: Im Kreis rollen die ersten Bagger an. Auch in der Wohnsiedlung von Wolfgang Cüppers vom Verein IG Erkrath. "Wir waren überrascht, wir hatten von dem Projekt ja gar nichts mitbekommen", sagt er. Schnell ist klar: Die Anwohner wollen die Pipeline nicht.

Cüppers schließt sich mit fünf weiteren Gegnern zusammen. Die erste Initiative steht. Dann geht alles Schlag auf Schlag. Auch in Hilden formieren sich die Pipeline-Gegner, man schließt sich zusammen und beschließt, gegen den Bau der Pipeline zu demonstrieren.

16. Juni: In Hilden findet der erste Protestzug gegen das Bayer-Projekt statt. Die Demonstration anzumelden, sei anfangs schwierig gewesen, erinnert sich Dieter Donner, Sprecher der Initiativen. Das Problem: Demonstrationen haben im Kreis bisher nicht stattgefunden.

Deshalb fehlen Anmeldungsformulare. "Wir haben uns dann einfach die Papiere von den Seiten der Düsseldorfer Polizei heruntergeladen", sagt Donner. Für den ersten Protestzug ist die Teilnahme enorm: Über 2000Menschen kommen, um ihre Ablehnung kundzutun.

Die einzelnen Initiativen in den Städten haben sich zur gemeinsamen Initiative Stopp-CO-Pipeline zusammengeschlossen. Von dort aus werden die Aktionen koordiniert. Mit dabei sind die Initiativen MUT aus Hilden, der IG Erkrath und Duisburger Gegner der Pipeline.

Auf der Internetseite der Initiative können Pipeline-Gegner auch online ihre Unterschrift gegen das Bayer-Projekt abgeben. Auf der Seite finden sich auch Artikel zum Thema und eine Fotogalerie.

18. September: Schlappe für die Pipeline-Gegner. Eilanträge gegen die umstrittene Leitung von Dormagen nach Krefeld werden abgelehnt. Die Pipeline entspreche nach vorläufiger richterlicher Prüfung im Eilverfahren dem maßgeblichen Stand der Technik und könne als sicher bezeichnet werden, begründete das Gericht die Entscheidung. In dieser Zeit werden Kreuze und Mahnstätten der Gegner zerstört.

6. November: Baustopp in Langenfeld. Bayer hatte vergessen, ein Grundstück der Stadt enteignen zu lassen. "Das war nur eine von vielen Baupausen", erinnert sich Donner. Die Situation zeige aber, wie schlampig der Konzern die Arbeiten vorbereitet habe.

17. Dezember: Die Pipeline-Gegner erringen ihren ersten Teilerfolg. Das Oberverwaltungsgericht in Münster stellt die staatlichen Enteignungen in Frage und bezweifelt den positiven Effekt der Trasse für die Allgemeinheit. Die Folge: Bayer darf die Pipeline zwar bauen, aber nicht betreiben.

Auch heute geht der Streit um die Bayer-Kohlenmonoxid-Pipeline weiter. Am 1. Mai zündeten die Gegner ein Protestfeuer, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Nachdem der Chemiekonzern beim Verwaltungsgericht Düsseldorf einen Antrag auf vorzeitige Inbetriebnahme eingereicht hatte, findet am 12. Mai vor dem Verwaltungsgericht die Verhandlung statt. Sie ist nicht öffentlich.

Doch die Pipeline-Gegner sind auch an diesem Tag aktiv. Dann wollen die Aktivisten bei der Bayer-Aktionärsversammlung dem Chef des Konzerns, Werner Wenning, ihre kritischen Fragen stellen. Dass der Kampf gegen die Pipeline bald ausgestanden sein könnte, glauben weder Donner noch Cüppers.

Acht bis zehn Jahre könnte sich das Verfahren im schlimmsten Fall noch hinziehen, schätzen sie. Cüppers und Donner sind bereit, weiterzumachen. "Müde sind wir nicht", sagen sie.

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