Die WZ hat einen Sechsjährigen auf seinem künftigen Schulweg begleitet. Mit dabei war auch ein Bezirksbeamter der Polizei.

So ist es richtig: Lars schaut zunächst nach links, anschließend nach rechts und erneut nach links, bevor er die Fahrbahn überquert. Bezirksbeamter Mike Borowski kontrolliert das Verhalten des Sechsjährigen.
So ist es richtig: Lars schaut zunächst nach links, anschließend nach rechts und erneut nach links, bevor er die Fahrbahn überquert. Bezirksbeamter Mike Borowski kontrolliert das Verhalten des Sechsjährigen.

So ist es richtig: Lars schaut zunächst nach links, anschließend nach rechts und erneut nach links, bevor er die Fahrbahn überquert. Bezirksbeamter Mike Borowski kontrolliert das Verhalten des Sechsjährigen.

Simone Bahrmann

So ist es richtig: Lars schaut zunächst nach links, anschließend nach rechts und erneut nach links, bevor er die Fahrbahn überquert. Bezirksbeamter Mike Borowski kontrolliert das Verhalten des Sechsjährigen.

Wülfrath. Nur ein paar Tage noch, dann wird dieser Weg seinen Tagesablauf wesentlich prägen: der Schulweg. Lars ist sechs Jahre alt. Er wird die Lindenschule in Wülfrath besuchen und dort in die 1b gehen, die Rabenklasse.

Mit seiner Mutter Wiebke Pfeffer und dem Bezirksbeamten Mike Borowski ist er den Schulweg schon einmal abgegangen. Die WZ hat das Trio dabei begleitet - von der ruhigen Wohnsiedlung bis zur Grundschule.

"Immer warten, bis der Wagen steht. Erst dann gehen, auch beim Zebrastreifen."

Mike Borowski, Bezirksbeamter

Startpunkt ist die Hundertwasser-Siedlung. Auf den gepflasterten Spielstraßen ist Lars zuhause. Sicher geht er los. Die Mutter und der Polizist halten sich zwei, drei Schritte zurück. "Das ist wichtig. Das Kind soll führen und allein entscheiden", sagt Borowski.

Es sei gut, in der Woche vor dem Schulbeginn den Weg zur Schule abzugehen, "ruhig zwei- oder dreimal". Da könne auf gefährliche Punkte aufmerksam gemacht werden. "Und die Eltern können noch mal sehen, was der Zögling so aus dem Kindergarten mitgenommen hat."

Raus aus der Wohnsiedlung auf die Landstraße

Lars hat im Kindergarten offenbar aufgepasst. Gerade erst hat er die behütete Siedlung verlassen, da wartet an der Landstraße Düsseler Straße eine erste Herausforderung auf ihn: eine schmale Straße, die den Gehweg quert.

Der Sechsjährige bleibt stehen. Schaut nach links, ob da ein Auto kommt - und wirft einen Blick nach hinten: "Alles richtig, oder?" scheinen die Augen zu fragen. Borowski nickt. "Das war korrekt."

Im Kindergarten hat Lars den Mobi-Pass erhalten, eine Art Fußgängerführerschein. "Da haben wir die grundlegenden Regeln erklärt und diese praktisch im Straßenverkehr geübt", sagt der Bezirksbeamte.

Warnung vor der vermeintlichen Sicherheit des Kreisverkehrs

Lars bleibt stehen. An einem Kreisverkehr. Die Fußgängerfurth, gibt Borowski zu bedenken, gaukele eine Sicherheit vor, die es so nicht gibt. "Da muss kein Auto halten. Ein Zebrastreifen wäre viel deutlicher und klarer. Das ist meine Meinung." Das angehende i-Dötzchen lässt sich davon nicht beirren. Links gucken, rechts auch, noch mal links - und weiter geht’s.

Lars trägt eine Jacke mit reflektierenden Elementen. "Das ist gut so. Gerade jetzt, wenn es morgens wieder dunkler wird." Da sollten Eltern machen, mahnt der Bezirksbeamte: "Mode hin, Mode her: Designer achten nicht auf den Straßenverkehr. Die Kinder müssen gesehen werden können."

Entlang der Lindenstraße teilen sich Fußgänger und Radfahrer einen Weg. "Das ist manchmal gefährlich", sagt Wiebke Pfeffer. Borowski bestätigt das und lobt Lars, der sich von der stark befahrenen Straße fern hält und auf der "Kinderseite" geht.

"Wenn Kinder in Gruppen gehen und reden, bekommen sie oft nicht mit, dass hinter ihnen ein Radler kommt. Auf der anderen Seite: Die Radfahrer sollen auf die Fußgänger aufpassen und langsam fahren."

Auch Autofahrer machen sich morgens auf den Weg

Immer wieder münden Grundstücksausfahrten auf den Weg. Nicht immer achtet Lars an diesem Morgen darauf. Borowski korrigiert freundlich-fröhlich. "Gerade morgens kann da viel passieren. Es ist ja auch der Start in den Beruf", erklärt er. Jederzeit könne ein Auto kommen.

Noch eine Straßenkreuzung, dann hat Lars die Schule erreicht. Wieder wartet er vorbildlich, quert die Fahrbahn zügig. Zum Schluss testen Borowski und Lars die Verlässlichkeit einer Querungshilfe für Fußgänger.

Ein gelber Kombi rollt an, wird langsamer, deutet ein Anhalten an und gibt dann doch überraschend Gas. Borowski stutzt und schüttelt den Kopf.

"Das ist ein Hammer. Ein ADAC-Wagen fährt einfach durch." Für ihn ein willkommener Anlass für einen letzten Hinweis: "Immer warten, bis der Wagen steht. Erst dann gehen, auch beim Zebrastreifen."

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